Wenn man schon als Tourist in Louisiana unterwegs ist, dann will man auch etwas für die Gegend typisches erleben. Weswegen Sistine (Madison Davenport) dank ihrer besten Freundin Hannah (Olivia Bernstone) auf einer Flussfahrt durch den Sumpf landet.
Neben dem Captain sind dabei noch vier weitere Personen an Bord und keine davon, muss Angst vor Alligatoren haben. Vielmehr trachtet schon bald ein Nilpferd nach ihren Leben, denn sie sind mit ihrem Boot in den Lebensbereich des Tieres eingedrungen…

Darstellerin Madison Davenport habe ich zuletzt in den drei Staffeln der From Dusk Till Dawn Serie gesehen, wo ich ihr Schauspiel sehr ansprechend gefunden habe, was aber auch schon wieder zehn Jahre her ist. Von Regisseur James Nunn gab es zuletzt 2025 den schwachen Wildcat, doch er hat neben seinen zahlreichen Action-Filmen im Jahr 2022 mit Shark Bait bereits etwas Creature Feature Luft geschnuppert.
Das wichtigste gleich vorweg. Nein, dies ist keine „Killer-Schaf“ Handlung und soll witzig sein, das Ganze kommt völlig ohne Humor aus und basiert auf Daten. Flusspferde (Nilpferde) töten jährlich rund 500 Menschen in Afrika, wobei die Spanne wegen mangelnden Aufzeichnungen, bis 3000 reicht. Somit verdienen sie durchaus den Status „das gefährlichste Großsäugetier“ für Menschen.
So beginnt der Film auch gleich mit einer Szene, bei der der größte Alligator der Gegend umgebracht wird. Wer das wohl gewesen sein könnte? Am Anfang hält sich Nunn dabei gekonnt zurück und zeigt das Nilpferd nur schemenhaft, so entsteht eine Erwartungshaltung, die die Masse des Tiers, eindeutig erfüllt.
Wer nicht zertrampelt oder zerquetscht wird, der landet im weit aufgerissenen Maul und die 50 cm langen Eckzähne, erledigen den Rest. Nicht dass es sein muss, doch hier hätte es einiges an Potential für Gore gegeben, doch es wird immer nur Blut gezeigt und die Attacken passieren bis auf einmal, immer unter Wasser. Das wirkt dann doch etwas zahm bzw. nimmt es etwas an Härte und bedrohlicher Stimmung.
Warum Nilpferde Menschen angreifen, obwohl sie Pflanzenfresser sind, liegt ja an ihrer extrem aggressiven Art, mit der sie ihre Reviere und Jungtiere verteidigen. Vereinfacht gesagt, sind wir bei Angriffen also selber schuld und wie dumm sich teilweise hier die Protagonisten verhalten, ist zwar für das Genre typisch, aber dennoch aus meiner Sicht unnötig.
Was aber gelingt, ist dass man hier Niemanden dabei hat, dem man den Tod wünscht, weil die Figuren genug Charakter besitzen. Bis auf die eine Egoistin, wegen der der Ärger überhaupt losgegangen ist und sich auch fortsetzt. Die einzige Entwicklung durchlauft dabei nur die hier sehr sympathisch agierende Davenport als Sistine, die sich aus ihrer „ich mache alles falsch in meinem Leben“ Krise, heraus kämpft.
In Summe zwar in allen Bereichen vor und hinter der Kamera für ein Creature Feature extrem gut gemacht und abgesehen von der Plot Synopsis, weit weg von Trash. Irgendwie fehlt aber (no pun intended) irgendwie der Biss, aber wenigstens gibt es kein unnötiges Drama zwischen den Figuren, was ich immer als lähmend empfinde. Das einzige Gimmick bleibt am Ende, dass Genre-Größen wie Haie oder Krokodile, hier durch ein Nilpferd ersetzt wurden (wie zuletzt etwa auch bei Killer Whale) und das ist einfach zu wenig.
„Hungry“ bekommt von mir 5/10 die Ironie hinter dem Titel nicht verstanden habende Empfehlungspunkte.
