From Dusk Till Dawn: The Series – Staffel 3 (Serienkritik)

Als Geldeintreiber für eine der Lords zu arbeiten, Richie (Zane Holtz) und vor allem sein Bruder Seth Gecko (D.J. Cotrona), hatten wahrlich andere Pläne. Als jedoch alle Lords bis auf ihre Chefin getötet werden, haben die beiden schon bald ganz andere Probleme: Amaru, eine Fürstin der Unterwelt, hat den Körper der tot geglaubten Kate (Madison Davenport) übernommen und will wieder zurück an die Macht gelangen.

Gegen ihre schier endlose Gefolgschaft von dämonischen Gehilfen, scheinen selbst die Gecko-Brüder nichts ausrichten zu können. Doch auch sie wissen, dass das Ende der Welt, nur gemeinsam verhindert werden kann. Daher wird es Zeit das Versteck von Santánico Pandemonium (Eiza González) ausfindig zu machen, Kate´s Bruder Scott (Brandon Soo Hoo) zu finden und sich mit Ranger/Peacekeper Gonzales (Jesse Garcia) zu verbünden. Sollte das noch nicht reichen, haben die Jungs sicher noch zusätzlich ein paar Asse im Ärmel.

Es ist vorbei und das ist schade. Auch wenn es meines Wissens nach noch keine offizielle Bestätigung dafür gibt, dass die Serie eingestellt wurde, sind sämtliche Schauspieler aus ihren Verträgen entlassen worden. Ich kann jedoch zumindest in eine Richtung Entwarnung geben: das Ende dieser wiederum 10 Folgen umfassenden dritten Staffel, ist ein sehr schön abgeschlossenes, bei dem sich der Kreis sozusagen schließt. Ja, es sind nicht alle Handlungsfäden zur Ende erzählt und zumindest das Schicksal einer Figur ist ungewiss, aber es fühlt sich dennoch unheimlich stimmig an.

Während Staffel 1 uns die Figuren vorgestellt hat indem die Handlung des ersten Filmes in erweiterter Form erzählt wurde, suchten eben diese Antihelden in Staffel 2 ihren Platz in dieser blutigen Welt. War dies sozusagen die spontane, direkte Auswirkung der Ereignisse, sieht man nun die Langzeitfolgen. Was ziemlich zum Unterhaltungswert beiträgt, vor allem was die Over the Top Kämpfe und das Design anbelangt, ist die „Monster der Woche“ Formel, die in dieser Staffel angewendet wird.

Amaru schickt dabei in jeder Folge einen ihrer Handlanger, um ihre Ziele zu erreichen. Vom Tentakel-Monster, über einen Cowboy mit Scorpionschwanz oder einen Typen, der den Willen seiner Opfer kontrollierende Tattoos am Körper trägt bis hin zu einer Dämonin, die dich die schlimmsten Zeiten deines Lebens immer und immer wieder durchleben lässt, die Macher hatten hier offensichtlich ihre Freude und sich dabei auch ordentlich ausgetobt. Dass durch die Beeinflussung von Amaru und ihren Untertanen auch unsere Helden zeitweise die Seiten wechseln, sorgt zusätzlich für unangenehme Spannung.

Was schon immer klar war und hier zur bitterbösen, für alle spürbaren Wahrheit wird: Kate war bis jetzt der moralische Kompass in diesem Universum, in dem Verbrecher und Blut trinkende Wesen die „Helden“ sind. Nun steckt genau in ihr sozusagen die gemeinste Dämonin überhaupt. Einerseits freut man sich als Fan, dass sie nicht wirklich tot ist, andererseits ist man sich nicht sicher, ob man Kate so sehen will bzw. ob sich nicht ohne diese unerwünschte Wiedergeburt, besser dran gewesen wäre. Immerhin, sie ist noch da und schafft es zeitweise, an die Oberfläche zu gelangen und Amaru zu verdrängen.

Ansonsten ist alles beim Alten geblieben. Allgegenwärtige Coolness, viel Blut, sexy Ladys, eine gehörige Portion schwarzer Humor und dieser gewisse Trash-Faktor Charme. Mittlerweile sind die Darsteller auch noch enger zusammen gewachsen, hier erlebt man eben ein richtig spitze eingespieltes Team. Zusätzlich werden auch alle wichtigen Figuren, die in irgendeiner Form noch „leben“, für das große Finale vereint und auch ein paar neue Gesichter tauchen auf. Zwar nicht ganz so radikal wie in der zweiten Staffel aber trotzdem gilt auch hier: neue Figuren, habe eine sehr geringe Lebenserwartung.

Tom Savini (Machete Kills), der im Original-Film damals Sex-Machine gespielt hat, ist als über die Jahrhunderte sehr erfahrener, Dämonen-Killer Burt mit dabei und es gibt einige witzige Szenen, die er mitsammen mit Jake Busey hat, der seine Rolle in der Serie spielt. Marko Zaror (Undisputed 3) schaut einige Folgen als mystischer Krieger vorbei und Robert Knepper (Hard Target 2) mimt einen Ranger, der wohl in einer vierten Staffel noch wichtiger geworden wäre. Was die bereits bekannten Figuren betrifft: da könnte ich länger über die spielfreudigen Darsteller schwärmen, aber seht einfach selbst.

Was soll ich noch schreiben: Robert Rodriguez hat diese Serie und den eigenen Sender El Rey ja deshalb ins Leben gerufen, weil er die Mythologie hinter seinem Film faszinierend fand und sicher war, dass es hier noch einiges mehr zu entdecken und erzählen gäbe. Damit hatte er Recht und uns somit 30 Folgen einer Serie beschert, die im Einheitsbrei durch ihre Eigenständigkeit auffällt und die ich mir gerne immer wieder mal ansehe. Insgesamt ein großartiger Schluss bis auf den Endkampf, den ich etwas zu abrupt aufgelöst fand, da hat irgendwie eine Szene dazwischen gefehlt.

„From Dusk Till Dawn: The Series – Staffel 3“ bekommt von mir 8,5/10 dem eskalierten Schrecken gemeinsam entgegen tretende Empfehlungspunkte.


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