Passenger (2026 Filmkritik)

Die eigenen vier Wände als Gefängnis sehen, als feststecken an einem Ort. Für Tyler (Jacob Scipio) ist gerade sein Traum in Erfüllung gegangen, denn er und seine Freundin Maddie (Lou Llobell) haben ihre Wohnung aufgegeben und einen Van gekauft.

Nach ein paar Wochen auf der Straße, überholt sie eines Nachts ein Auto, dass kurz darauf einen Unfall hat. Die beiden bleiben stehen um zu helfen und ab diesem Zeitpunkt, geschehen seltsame Dinge und vor allem Maddie fühlt sich irgendwie verfolgt…

Regisseur André Øvredal fühlt sich sichtlich Zu Hause innerhalb des Horror-Genres, zuletzt kam von ihm 2023 The Last Voyage of the Demeter. 2026 ist ja grundsätzlich ein sehr starkes Jahr für Freunde der gruseligen Kunst, aber es gab auch Filme wie Psycho Killer. Leider ist dieser extra für den Film erfundene „Passagier“, ebenso nicht gerade allzu spannend geraten.

Das Setting finde ich dabei aber sowohl interessant alas auch unverbraucht, denn dass es einen modernen Trend gibt hin zum „Van-Life“, also das nomadische Leben im Campervan, war mir bisher nicht bewusst. Sich im Wald eine kleine Leinwand aufzustellen um Filmabend zu machen oder am Parkplatz am Strand zu übernachten, da kommt die Atmosphäre dieses Lebensstils sehr schön zur Geltung.

Das ist jedoch nur der Rahmen, denn die langen, dunklen Straßen mit den geflüsterten urbanen Legenden und der dazugehörigen Roadside-Folklore, sind der eigentliche Hauptdarsteller. Der Passagier als Gegenspieler ist schön klassisch gestaltet und kaum von anderen Geistern/Dämonen in Filmen zu unterscheiden. Ein paar gut getimte Jump Scares, verfehlen dabei ihre Wirkung nicht, falls man auf solche anfällig ist.

Gestört haben mich manche zu sehr konstruiert wirkende Sequenzen, bei denen „künstlich“ Spannung erzeugt werden soll. Wenn sich etwa eine Person vom Van wegdreht, die Kamera mit ihre eine Runde dreht und das Auto dann plötzlich weiter weg parkt, hat mich das schon beim ersten Mal genervt und es kommt mehrmals vor.

Auch typische vorhersehbare Dinge, z.b. wie ein Beamer gehalten wird als Lichtquelle, wo sofort klar ist, dass der kurze Zeit später vor Schreck fallen gelassen wird, haben mich aus dem Geschehen geworfen. Den Rest erledigt Jacob Scipio, den ich wenn er hart Jungs spielt (siehe Massive Talent oder Expendables 4), eigentlich ganz gut finde.

Als Tyler kann er vor allem mit den übernatürlichen Teilen nicht wirklich etwas anfangen. Sein ausgesprochenes „ich glaube dir“ seiner Verlobten gegenüber ist richtig irritierend, da es so unglaubwürdig klingt und er hat mehrere Momente, wo er Sätze mit einem „there is something off“ Charakter versieht und nein, das gehört nicht zu seiner Rolle.

Lou Llobell (Foundation) als Maddie agiert da viel stimmiger, mit ihr kann man auch besser mitleiden. Vor der Mittelmäßigkeit kann diesen Film aber Niemand retten, auch nicht kleine Gewaltspitzen mit fast abgetrennten Köpfen. Ergibt in Summe einen soliden Genre-Beitrag, der in keiner Weise im Gedächtnis bleibt und einige Seher wohl durchaus auch langweilen könnte.

„Passenger“ bekommt von mir 5/10 den Reiz des Lebens auf der Straße, völlig verloren habende Empfehlungspunkte.


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