Jack (Gaten Matarazzo) ist nach einer verpatzten Aktion als Maskottchen der Football Mannschaft, bei fast allen auf seiner Hochschule unten durch. Sein Zimmerkollege Montgomery (Sean Giambrone) leidet unterdessen darunter, dass er sich nicht traut, seinen Schwarm anzusprechen.
Als sie – nachdem sie wieder einmal von anderen Studenten gemobbt wurden – eine Schachtel mit Tabletten/Drogen finden und beide auch noch jeweils eine davon schlucken, beginnt eine Nacht voll mit irrwitzigen Strapazen…

Nick Kocher und Brian McElhaney wurden vor Jahren auf Medien wie YouTube bekannt als Sketch-Duo „BriTANicK“ und gewannen Preise als Schreiber der Gags für Saturday Night Live. Im Jahr 2026 haben sie sich nun nach drei Kurzfilmen getraut, ihren ersten Spielfilm zu inszenieren, bei dem sie natürlich auch das Drehbuch beigesteuert haben und als Produzenten agieren. Sehen kann man das Ergebnis nun auf Hulu bzw. Disney+.
Ihr erster Film ist dabei ein Fest geworden, voll mit verrückten und kreativen Ideen, bei dem es nüchtern betrachtet um Nichts geht, man aber beim Anschauen das Gefühl hat, es würde um Alles gehen. Ich weiß im Prinzip nicht wirklich, wie ich dieses Erlebnis beschreiben soll, weswegen ich einfach ein paar Begebenheiten vorbringen möchte.
Daniel Radcliffe (Guns Akimbo) spricht Lysander Featherhelm, einen Schmetterling einer der Hauptfiguren und es kommt kurzfristig auch zu einem Körpertausch mit seinem Besitzer. Wenn ich sonst nichts über diesen Film gewusst hätte wäre mir bei dieser Beschreibung sofort klar gewesen, dass ich den Film sehen will.
Von einer Musikerin, die durch Elektroschocks ihren Sänger zum Singen bringt, weil dies die Schreie bei einer Geburt nachstellen soll über einen Lieferroboter, der sich für einen zufriedenen Kunden inklusive positiver Bewertung sogar mit Stiegen (seinem Todfeind!) anlegt bis hin zu den sämtlichen Stufen, die der Drogenkonsum auslöst und die allesamt großartig sind, ich hab schon lange nicht sehr so oft grinsen und lachen müssen.
Die wichtigsten Figuren sind nicht nur Außenseiter, sondern vor allem die beiden Jungs werden als echte Loser gesehen. Diese Tatsache gepaart mit diesem Gefühl, dass die Suche nach einer Pizza zur wichtigsten Nacht ihres bisherigen Lebens wird und sie dabei als Menschen wachsen und zwischenmenschlich einiges seltsames aber auch sehr emotionales abläuft, das ist genau meine Art von schräg.
Sean Giambrone (Die Goldbergs) als Montgomery und Gaten Matarazzo (Stranger Things) als Jack ergänzen sich perfekt als beste Freunde, die schließt man ins Herz, weil sie einfach ehrlich sind (und schlecht lügen können) und ihnen nur selten etwas gelingt. Lulu Wilson (Becky, Wrath of Becky) als Lizzy vervollständigt das Trio und ihre Blicke mit ihren weit aufgerissenen Augen, spiegeln schön den vorherrschenden Irrsinn wider.
Es gibt noch zahlreiche weitere starke Schauspieler in witzigen Rollen und gerade weil sie das so ernst spielen, ist es so lustig. Auch die Metaebene darf dabei natürlich nicht fehlen. In Summe zwar sicherlich kein Film für Jedermann, aber was „Stoner Komödien“ betrifft (aus Mangel eines passenderen Genres, nenne ich das mal so) ist das mit Abstand das herzlichste und unterhaltsamste Werk, dass ich jemals gesehen habe.
„Pizza Movie“ bekommt von mir 8,5/10 die Nacht nicht vor der Frühstücks-Pizza lobende Empfehlungspunkte.



