Stranger Things – Staffel 1 (Serienkritik)

Hawkins, Indiana, 1983: Als Will (Noah Schnapp) spurlos verschwindet, tut seine verzweifelte Mutter Joyce (Winona Ryder) alles erdenklich mögliche um ihn zu finden. Auch der Polizeichef Jim Hopper (David Harbour) gibt sein Bestes, doch der Junge bleibt verschwunden. So beschließen Wills Freunde Mike (Finn Wolfhard), Lucas (Caleb McLaughlin) und Dustin (Gaten Matarazzo) ihren vermissten Kumpel selbst aufspüren und begeben sich auf die Suche nach ihm. Dabei stoßen sie schon bald auf die seltsame Eleven (Millie Bobby Brown), die über außergewöhnliche Kräfte zu verfügen scheint und anscheinend etwas Wills Verschwinden weiß…

Netflix hat sich inzwischen ja schon einen Namen dafür gemacht, sehr gute Serien zu produzieren und so hatte ich ziemlich hohe Erwartungen an „Stranger Things“. Unter anderem auch, weil die Serie in Amerika sehr gut ankam, was im Prinzip ja kein schlechtes Zeichen ist.

Die erste Staffel von „Stranger Things“ hat nur 8 Folgen, was dazu beiträgt, dass die Serie sehr kompakt wirkt und keine einzelne Folge sich unwichtigen Handlungssträngen widmet. Grundsätzlich haben die ersten 3 oder 4 Folgen ein eher langsames Erzähltempo, das für mich fast gewöhnungsbedürftig war.

Optisch schafft man es exzellent den Zuseher in die Vergangenheit zu transportieren. Die Kulissen, Frisuren, Brillen, Autos, Outfits, Geräte, Musik – alles wirkt authentisch und man fühlt sich stellenweise echt, als ob man in die Vergangenheit gereist wäre.

Die Handlung konzentriert sich zum größten Teil auf die Jung-Stars, was ich schon ein Stück mutig finde. Im Zentrum des Geschehens sind 3 Jungs und ein Mädchen, die allerhand Abenteuer erleben. Ich versuche in dieser Kritik so wenig wie möglich zu spoilern, aber bei einer Staffelkritik ist es kaum möglich, nicht ein wenig von der Handlung zu verraten.

Die Charaktere wirken zum größten Teil wie echte Menschen und nicht wie wandelnde Stereotypien. Besonders fällt dies bei Steve Harrington (Joe Keery) auf, dem man gleich zu Anfang unterstellt, Nancy nur an die Wäsche zu wollen. Dass er sich zu einem nicht immer vorhersehbaren Charakter entwickelt, der nicht (nur) das in ihm vermutete Ekel ist, finde ich sehr gelungen.

Eine der zentralen Figuren ist Eleven, gespielt von Millie Bobby Brown. Es ist faszinierend, wieviel ihr Charakter kommuniziert und das fast ohne ein Wort zu sagen. Alleine durch ihre Mimik, vermag sie mehr Gefühle vermitteln, als so manch andere Schauspieler mit Worten. Ihre Geschichte wird nur nach und nach erzählt, aber sagen wir mal so, es ist eine extrem interessante. Man kann gar nicht anders als sie zu mögen und Mitleid mit ihr zu haben. SPOILER Als sie dann ihre Superkräfte auspackt, blieb mir mal der Mund offen, unter anderem auch, weil diese Szenen ziemlich grafische Gewalt zeigen. SPOILER ENDE

Mike Wheeler (Finn Wolfhard), Dustin Henderson (Gaten Matarazzo) und Lucas Sinclair (Caleb McLaughlin) suchen fieberhaft nach ihrem Freund Will Byers (Noah Schnapp). Er ist spurlos verschwunden und da ihrer Meinung nach die Erwachsenen ihren Job nicht gut genug machen, beschließen sie selbst Nachforschungen anzustellen. Von Schnapp ist nicht so viel zu sehen, da er die meiste Zeit vermisst wird, aber Wolfhard, Matarazzo und Sinclair machen ihre Sache extrem gut. Mike ist von Anfang an Eleven gegenüber sehr nett, versteckt sie sogar vor seinen Eltern. Dustin und gerade Lucas können seine Sympathie nicht immer nachvollziehen. Die 4 Schauspieler wirken als ob sie tatsächlich beste Freunde wären und füreinander durch dick und dünn gehen würden.

Auch einige Erwachsene sind erwähnenswert. Joyce Byers wird von Winona Ryder (Star Trek) gespielt und ist eigentlich der einzige wirklich bekannte Name in dieser Serie. Für diese Rolle würde ich ihr einen Award vergönnen, denn wenn man so gut irre spielen kann, ist das schon eine Leistung. Ein Wunder, dass sie nicht in der Klapse gelandet ist. Jeder andere, der behauptet, er würde via Weihnachtslichtern mit seinem Sohn kommunizieren, würde schon mit bunten Pillen gefüttert werden.

Ebenfalls noch sehr gut war die Performance von David Harbour (Suicide Squad) als Chief Jim Hopper. Er ist nach dem Tod seiner Tochter eine wandelnde Katastrophe. Sein Frühstück besteht aus einer Zigarette, Alkohol und Medikamenten. Doch aus einem Bauchgefühl heraus beschließt er zu ermitteln, obwohl Beweise in eine andere Richtung zeigen.

Hier noch ein paar kleine Kritikpunkte: Das Ende der Bösen, sprich der Monster und Menschen kam meines Erachtens nach ein wenig zu plötzlich. Der Score, wenn auch zur Zeit passend, nervte mich stellenweise ein wenig. Das Intro war im Vergleich zu anderen Netflix-Serien einfach nur fad. Man muss sich ja nicht am „Iron Fist“ Intro orientieren, aber zB „Daredevil“ ist hier ein echt gutes Beispiel.

Fazit: Ich bin jetzt nicht der größte Fan des Horror-Genres, wurde aber dennoch über 8 Folgen hinweg sehr gut unterhalten und freue mich auf den 31. Oktober 2017, denn da wird die neue Staffel veröffentlicht.

Diese Staffel bekommt von mir 8,5/10 echt seltsamen Punkten


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