Chum (Filmkritik)

Tina (Alice Eve) und Tom (Eric Michael Cole) sind frisch verheiratet. Sie haben jedoch bereits Probleme, wegen ihrem potentiellen neuen Job, der mit seiner Weltanschauung, nicht zusammen passt. Der Mittelmeer Yachtausflug, der ihnen von Freunden geschenkt wurde, kommt da genau richtig.

Auf hoher See kommt es jedoch zu einem Hai-Angriff und in Folge droht das Schiff zu explodieren. Roy (Jim Klock) und sein Fischfänger-Schiff sind zufällig in der Nähe und er rettet Tina und ihre Freunde aus ihrer misslichen Lage, wodurch der Ärger für sie, jedoch gerade erst anfängt…

Warum finde ich gut, dass Regisseur Jonathan Zuck (Meant to Be Broken) dieses Creature Feature abgeliefert hat? Weil man gute Zeiten nur zu schätzen weiß, wenn man auch schlechte erlebt hat. Dieser Film hat mir wieder mal vor Augen gehalten, dass Drehbuch, Schnitt, Effekte, Schauspiel usw. in unterhaltsamer Form, nicht selbstverständlich sind.

Nein, dies ist nicht Dangerous Animals auf trashig oder die AI Version davon (was vielleicht witzig gewesen wäre). Oft wird ja von vielen Seiten die Moral von modernen Filmen kritisiert. Mann oder Frau? Egal, eh das selbe. Gut oder böse? Egal, kommt nur auf die Sichtweise an. Was für ein absoluter Mist (nein, nicht Trash, sondern Mist).Ich kann ab jetzt nur spoilern um die Irritationen zu beschreiben, die hier ausgelöst werden.

Die Frau des Bösewichts wurde von einem Hai gefressen und deshalb jagt er ihn und wenn es das letzte ist, was er tut. So weit, so nachvollziehbar. Da der Hai nun Menschenfleisch gekostet hat, hat sich bei ihm ein Schalter umgelegt und er (ok, im Film ist es eine sie) lässt sich nur mehr von Menschenfleisch anlocken. Darum benutzt er Menschen als Köder.

Genau dieser Kerl hat das Voiceover zu Beginn und am Ende, als er besiegt wird. Da hört man er dachte es wäre Gerechtigkeit, aber er lag falsch (wirklich, Menschen opfern ist falsch..seit wann?) und nun ist es Zeit für Ruhe und ein nach Hause kommen zu seiner Frau. Hat er dieses romantisierte Finale verdient? Versteht ihr schon, wie daneben hier die Figurenzeichnung ist?

Und was ist mit den „Guten“? Nun das frisch verheiratete Ehepaar, will sich wieder scheiden lassen. Alle ihre Freunde sind nicht nur blass, sondern nervig. Chemie ist nicht mal ansatzweise vorhanden und die meisten hier Schauspieler zu nennen, wäre eine Beleidigung für diesen Beruf. Wenigstens als Chum, was auf deutsch Fischköder bedeutet, sind sie scheinbar gut genug.

Alice Eve (Take Cover) ist die einzige mir bekannte Darstellerin, die auch nichts retten kann. Dafür darf sie ihren Ausschnitt gut beleuchtet in die Kamera halten (sie ist auch als Produzentin dabei) und am Schluss selbstgerecht in die Kamera sprechen, dass der Klimawandel an den Hai-Attacken schuld ist. Echt jetzt, ich soll davon auch nur irgendwas ansatzweise ernst nehmen?

Wie der Hai auf den Menschen herum kaut und wie die Körperteile dann in CGI-Blut zerplatzen, das gehört zu den wenigen Sachen hier, die lustig trashig sind. Die Schnitte/Anschlüsse zum Finale hin, sind dagegen einfach nur lächerlich und schmeißen dich aus dem Geschehen. Der Versuch nicht vorhandenes Können und Charisma mit Damen in Bikinis auszugleichen, ist auf jeden Fall gescheitert.

„Chum: Gefährliche Bestien“ bekommt von mir 3/10 den unfähigsten Hai-Jäger der Welt präsentierende Empfehlungspunkte.


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