Reacher – Staffel 3 (Serienkritik)

Gerade als Jack Reacher (Alan Ritchson) einen Diebstahl an einer Bushaltestelle verhindert, sieht er plötzlich einen Mann namens Quinn (Brian Tee), den er für tot gehalten hatte, da er ihn auf Grund seiner Missetaten, selbst erschossen hat.

Reachers Weg diesem Mann näher zu kommen, bringt ihn zu einer Zusammenarbeit mit DEA Agent Susan Duffy (Sonya Cassidy) und einem damit verbundenen Undercover Einsatz bei Gangsterboss Zachary Beck (Anthony Michael Hall), dessen Sohn Richard (Johnny Berchtold) er vor einer Entführung gerettet hat…

Die dritte Staffel von Reacher auf AmazonPrime umfasst erneut acht Folgen und konnte ab Ende März 2025 komplett gestreamt werden (und ja, ich habe wieder bis zum Start der aktuellen Staffel mit der Sichtung gewartet – mit August 2026 startete die vierte Staffel). Verfilmt wurde dieses mal das siebte Buch der Serie mit dem Namen „Persuader“.

Reacher rein als Person ist ja keiner, mit dem man das Wort „subtil“ assoziieren würde. Wenn man Namen von Videospiel-Genres nehmen würde, dann wäre er neben den immer wieder kehrenden Shooter Elementen, in der ersten Staffel als Brawler unterwegs, Staffel zwei ist dann ein Coop-Fighter und bei Staffel drei ist Stealth die neue Mechanik.

Reacher ist undercover und bei seiner Art Probleme zu lösen, ist das eine ziemlich große Herausforderung. Ebenso neu für ihn ist es mit Paulie – der Nummer 1 seines Gegenspielers – einen Feind zu haben, der sowohl größer als auch stärker als er selbst ist. Hinzu kommt eine Cop-Lady als Love Interest, die genau so direkt wie er ist und zwischenmenschliche Begegnungen, genau so nüchtern betrachtet.

Die Action tritt daher zu Gunsten der Thriller-Spannung auch streckenweise in den Hintergrund, jedoch bekommt man im Gegenzug dafür den XXL-Kampf Reacher vs Paulie in der letzten Folge spendiert. Bis dahin gilt es gleich mehrere lose Fäden aka Menschen in Bedrängnis, zu einem befriedigenden Ende zu bringen.

Sonya Cassidy (Survivor) als Duffy liefert sich mit Reacher die besten und für ihn typischen Gespräche und kann sogar auf eine unterhaltsame Art mit ihm mithalten. Johnny Berchtold (The Passenger) als Richard wünscht man die Stärke zu finden, um sich aus dem Schatten seines Vaters und dessen Welt heraus zu kämpfen und bei Olivier Richters (Black Widow) als Paulie denkt man sich ständig, wie Reacher diesen Brocken wohl besiegen können wird.

Alan Ritchson (War Machine) lebt seine Rolle weiterhin als hätte er niemals etwas anderes gespielt und wie er hier seine klaren Pläne langsam auflockert, wenn sonst ein Mensch, den er zu schätzen gelernt hat, darunter leiden würde, ist durchaus eine neue Seite von ihm. Maria Sten als Neagley darf natürlich auch wieder cool und lässig als Unterstützung vorbei schauen.

Jede Staffel hat sich bis jetzt von der Dynamik etwas anders angefühlt, ohne den typischen Reacher Charme zu verlieren. Diese Staffel punktet mit sehr unterschiedlichen Figuren, die alle interessant und/oder sympathisch sind und jede Person etwas zu verlieren hat. Das Ende der Story überrascht dabei vielleicht weniger, dafür ist es umso befriedigender.

„Reacher Staffel 3“ bekommt von mir 8/10 zwischen den eigenen Stärken gekonnt hin und her wechselnde Empfehlungspunkte.


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