Cole Reed (Jason Statham) war früher Soldat und Polizist, arbeitet nun jedoch als Bodyguard für einen Milliardär in Bangkok. Dieser sieht ihn – nachdem er ihm das Leben gerettet hat – schon eine geraume Zeit als Teil der Familie an.
Als sein Schützling bei einem Anschlag getötet wird und die Täter es Cole in die Schuhe schieben wollen, macht er sich auf eigene Faust auf, die Verbrecher zu finden und einen nach dem anderen, aus dem Weg zu räumen…

Der Franzose Jean-François Richet ist gerade auf einer einsilbigen 90er Jahre Action-Retro-Welle unterwegs. Zuletzt drehte er Plane und als nächstes folgt die Fortsetzung „Ship“. Dazwischen gibt es ein kleine Mutiny zu bewundern, um genau zu sein darf dabei Jason Statham wieder mal aufräumen, dieses mal auf einem Boot.
Ich bin ja vor kurzem wieder auf ein Statham Interview gestoßen in dem er sagt, dass er sich nicht als Schauspieler sieht. Er hat einfach seine Nische gefunden und macht das Beste draus. Gratuliere zu seiner Selbsterkenntnis und dennoch muss ich gleichzeitig widersprechen, denn es gibt viele andere Darsteller, die Emotionen schlechter vermitteln können als er.
Aber gut, um wieder mal für Kontext einen Vergleich mit Statham Vehikeln der neueren Zeit zu ziehen: The Beekeeper macht mehr Spaß und bei Shelter zuletzt, schätzt man die Verletzlichkeit der Figuren und wünscht ihnen ein Happy End. Bei Mutiny ist das nicht so. Hier hat man um Niemanden Angst.
Ja, Annabelle Wallis (Malignant) spielt eine toughe Lady, die zu ihrer kleinen Tochter heimkehren möchte, sie ist dir aber als Zuschauer in Summe egal. Auch Statham als Cole Reed ist hier wieder abgebrühter und emotionsloser als zuletzt, dafür hat der Film etwas, dass gerade Franzosen aus meiner Erfahrung sehr entspricht.
Ich meine damit diese gewisse humorlose Härte. Sébastien Vanicek (er stammt auch aus Frankreich) hat das mit Evil Dead Burn vor kurzem auch gemacht. Dort hat es mir nicht gefallen, aber für einen Statham Film, passt das durchaus. Überraschend ist dabei, wie wohl dosiert die Action-Momente eingesetzt werden.
Wenn sie dann kommen sind sie jedoch erwartungsgemäß hart, übersichtlich gefilmt, blutig und sehr effizient. Leider ist die Coolness nicht ganz durchgehend vorhanden, denn nicht jeder Schnitt wirkt stimmig. Dennoch sind diese Szenen die Highlights eines Stathams, der schon in Ordnung geht, aber sonst nur mehr mit Roland Møller (Citadel) als kernigen Bösewicht punkten kann.
Kurzweilig, grimmig, mit einem souveränen Statham, den man auf Grund seines Status feiern kann, nicht weil der Film mit seiner minimalen Minimalhandlung, etwas dazu beitragen würde. Das Boot-Setting mit all den beengenden Räumen und schmalen Gängen ist dabei eine erfrischende Abwechslung und bietet genug Gegenstände, die man als Waffen einsetzen kann.
„Mutiny“ bekommt von mir 6/10 Menschenhändler ihren Taten entsprechend brutal beseitigende Empfehlungspunkte.
