Der mandalorianische Kopfgeldjäger Din Djarin (Pedro Pascal) und sein Adoptivsohn und Schützling Grogu, arbeiten für die Neue Republik. Ihr aktueller Auftrag kommt von Colonel Ward (Sigourney Weaver) persönlich.
Dieser führt sie zur Heimat der gefährlichen Hutt Zwillinge, die Informationen haben über einen Neo-Imperialistischen Kriegslord. Um an dieses Wissen zu gelangen, muss Mando aber natürlich zuerst etwas für sie tun und zwar einen Verwandten aus der Gefangenschaft befreien…

In den letzten Jahren hat es Disney ja geschafft, die früher leuchtenden Augen der Fans bei Ankündigungen neuer Projekte, fast völlig zu verdunkeln. Seit The Rise of Skywalker aus dem Jahr 2019, hat es auch keine Filme aus dem Franchise mehr gegeben. Dafür aber zahlreiche Serien, wie etwa zuletzt den furchtbaren The Acolyte.
Es gab aber auch Lichtblicke, wie etwa die erste Staffel von The Mandalorian. Zwischen 2019 und 2023 liefen drei Staffeln (24 Folgen) der Serie und es sollte auch eine vierte geben, doch diese Pläne haben sich geändert und so wurde schließlich ein Spielfilm aus der Story gemacht. Regie führte dabei Jon Favreau (Iron Man 2), der auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, genau wie Dave Filoni, der derzeitige Boss des SW-Universums.
Noch kurz zur Klarstellung: ich habe keine der Disney+ Star Wars Serien bisher gesehen, bei Mandalorian habe ich aber zumindest bei der ersten Staffel hinein geschaut, was vielversprechend aussah. Die letzten beiden SW-Filme, haben mir zu viel an moderat vorhandenem Interesse an diesem Universum genommen. Dennoch ist dies kein Hate-Watch, denn ich wollte zumindest behaupten können, jeden SW-Film einmal gesehen zu haben.
Was auf Grund der Ausgangslage wenig verwunderlich ist, ist dass sich der Film nicht wie ein Kino-Erlebnis anfühlt, sondern wie ein fürs Streaming entwickeltes Abenteuer. Richtige SW-Atmosphäre, kommt ebenso kaum auf, dafür aber Mando-Serien-Stimmung. Wer genauer hinschaut kann auch das episodenhafte erkennen, wann jeweils die eine Folge aus gewesen wäre, hätte man das Serien-Format beibehalten.
Die Minimal-Story an sich stört mich nicht, extrem aufgefallen ist mir aber die Charakterentwicklung, denn die ist null vorhanden. Sowohl Mando als auch Grogu sind am Ende des Filmes – auf das bezogen wer sie sind – genau dort, wo sie auch am Anfang waren. Nur wie sehr einige Grogu-Momente auf das Verkaufen von Merchandise ausgelegt sind (vor allem er beim Essen), ist noch klarer zu erkennen.
Dass Grogu je nachdem ob es das Drehbuch gerade braucht, hin und wieder auf seien Kräfte vergisst, ist leicht irritierend. Das klingt jetzt alles negativ aber wisst ihr wie der Film wegen meines geringen Anspruchs dennoch funktioniert hat? Als anspruchsloses SciFi-Actionkino gepaart mit einer gehörigen Portion Creature Feature und etwas Puppentheater, um die beiden Teile zu verbinden.
Im Prinzip fliegt Mando nämlich von einer Action-Sequenz zur nächsten. Eine Bar, eine Arena, ein altes Gebäude, Raumschiffe, Luftkampf und natürlich die Fights gegen sämtliche Kreaturen des Weltalls. Diese sind so zahlreich wie zuletzt in Predator: Badlands, nur dass es hier nicht einmal grünes Blut zu sehen gibt, muss ja alles kinderfreundlich bleiben.
Grogu schwankt dabei zwischen niedlich, witzig und etwas lächerlich hin und her und immer wenn er alleine agiert, kommt die ansonsten schnelle Action, sofort zum Stillstand. Angst hat man um die beiden Helden natürlich null, denn denen passiert sowieso nichts. Dafür gibt es einige Anspielungen und auch Cameos rund um das SW-Universum und ja, Pedro Pascal (The Fantastic Four: First Steps) sieht man nur circa 5 Minuten, die restliche Zeit beschränkt er sich (in der OV) aufs Voice Acting.
Ist das jetzt Alles so schlimm, wie es klingt? Nun auf das moderne Star Wars bezogen, nicht wirklich. Unterschiedliche Sets und Welten, die galaktische Stimmung verbreiten, genug Grogu, damit die Kids jubeln und mehr als ausreichend Action, damit auch der Papa zufrieden ist. Nur Vergleiche mit SW der Prä-Disney-Ära, wären ziemlich vernichtend, aber das ist eigentlich schon seit Jahren so.
P.S.: Das einzige richtig gute hier, ist die Filmmusik von Ludwig Göransson, die ich derzeit sehr gerne beim Autofahren höre. Die wandert von mystisch hin zu einer Western ähnlichen Stimmung bis hin zur galaktischen Freak-Show und macht das gesamte Erlebnis, um einiges unterhaltsamer.
„The Mandalorian and Grogu“ bekommt von mir 6,5/10 die infantile Kopfgeldjagd als neuen Trend etablieren wollende Empfehlungspunkte.

