Ohm Bauman (Adam Scott) ist ein amerikanischer Schriftsteller, der gerade mit dem Ende seiner erfolgreichen „Conquistador“ Trilogie hadert. Weil er sowieso die Asche seiner Eltern an dem Ort ihrer Hochzeitsreise verstreuen möchte und dort vielleicht Inspiration findet, reist er nach Irland.
Genauer gesagt in das abgelegene, ländliche Bilberry Woods Hotel. Dort angekommen fällt ihm die versperrte Honeymoon Suite auf. Auf Nachfrage heißt es vom Personal, dass diese schon jahrelang verschlossen ist, weil es dort drinnen spuken soll. Um genau zu sein soll dort eine Hexe eingeschlossen sein…

Der irische Filmemacher Damian McCarthy ist für seine eigenen Stil bekannt und damit seine Vision auch durchgesetzt wird, ist er immer wieder auch alleine für das Drehbuch verantwortlich gewesen (wie zuletzt bei Caveat oder Oddity). Hokum ist mit Kosten von 5 Millionen Dollar (fast das Fünffache hat er wieder eingespielt) sein bisher größter Film, der mit Adam Scott auch einen bekannten Namen in der Hauptrolle mit an Bord hat.
Hokum ist ein englisches Slang-Wort und bedeutet auf deutsch so viel wie Unsinn/Quatsch, einfach wenn etwas albern oder völlig sinnlos ist. Egal ob nun auf die Arbeit eines Schriftstellers bezogen oder auf die Geister/Hexengeschichten und Mythen, die hier erzählt werden, ergibt dies vor allem zu Beginn einen leicht ironischen Unterton.
Zumal Ohm am Anfang ein richtig grantiger, überheblicher und zu allen Mitarbeitern im Hotel unfreundlicher Zeitgenosse ist. Die Hauptfigur so zu gestalten, dass man ihn gar nicht mögen kann, ist das denn clever? Nun es gibt nach circa einer halben Stunde ein bestimmtes Ereignis, da nimmt die Story doch an Geschwindigkeit zu.
So etabliert sich langsam aber sicher (ja, dies ist ein sehr bewusst entschleunigter Film) die eigenständige Stimmung. Dieser Film wirkt wie eine Mörder/Mystery, eingebettet in einen Folk-Horror-Rahmen. Keine Sorge, man kann im Laufe der Handlung sogar verstehen, warum Ohm so geworden ist.
Neben der Aufklärung am Ende entbehrt vor allem die Entwicklung von Ohm nicht einer gewissen Poesie, sich verdient anfühlende Katharsis eingeschlossen. Die Horror-Elemente sind teilweise als Jump Scares angelegt, teils funktionieren sie ähnlich wie bei Abenteuern aus dem Conjuring-Universum. Angenehm gruselig ja, aber richtig zum Fürchten ist das nicht.
Horror ist aber eben intendiert wohl nur der Rahmen, denn zu zeigen was passiert ist und vor allem Ohms Weg stehen im Mittelpunkt. Wie Adam Scott (Madame Web) das macht, dass man ihn so gar nicht leiden kann, ist doch ziemlich witzig und dass man ihm dann doch ein gutes Ende wünscht liegt vor allem daran, wie natürlich er die Entwicklung seiner Figur angelegt hat.
Ergibt in Summe einen vor allem interessanten Mix, der speziell von der bedrückenden Atmosphäre und der Optik des alten Hotels lebt und die Spannung von der Suche nach Antworten ausgeht. Übrigens wird am Ende zu der übernatürlichen, eine natürliche Erklärung eingestreut, doch in Wirklichkeit kann es nur eine Möglichkeit geben, denn die andere, würde den Film lächerlich sinnlos machen (was wiederum Hokum wäre, schön ironisch, jaja).
„Hokum“ bekommt von mir 7/10 die Ruhe am Landleben ohne innere Ruhe, vergeblich suchende Empfehlungspunkte.


