Best Of Worst Case: Dinosaur Hunt (Filmkritik)

Carrie (Emma Charnock) kehrt zurück auf die Insel, um einer Zusammenkunft ihrer Familie beizuwohnen. Aber sie ist skeptisch, denn es gab damals Komplikationen. Bei der Ankunft trifft sie auf Marcus (Simon Ellies), der ihr „Butler“ ist/sein wird. Rasch stellt sich jedoch heraus, dass auf der Insel etwas Seltsames vorgeht. Nämlich … Dinosaurier-Spiele. Die laufen im Kern so ab: Zwei Personen werden mit einem Seil zusammengebunden. In der Mitte zwischen den beiden wird ein Strich am Boden gezogen. Und die beiden müssen sich gegenseitig über die Mitte ziehen. Und wer verliert, wird von einem … T-Rex gefressen.

Ja, ihr lest richtig. Und Nein, das ist kein Spoiler, denn damit beginnt der Film. Was wir wohl alles an abartigen und schrägen Familiengeheimnissen aufgedeckt werden …?

Es gibt Filme, da weiß man einfach bereits nach fünf Minuten nicht, wie man eigentlich rechtfertigt, dass man noch weiter zusieht und dranbleibt. Das hier ist einer dieser Sorte. Der Film fängt tatsächlich damit an, dass zwei Personen vor einem Anwesen stehen, mit einem Seil zusammengebunden. Und was sie machen ist … Seilziehen. Eine Frau – nämlich May Kelly, der Grund, warum ich dem Film eine Chance gegeben habe – und ein Mann. Mit Muskeln. Und ja, er verliert, aber das nur am Rande. Das wirklich Schlimme an der Sache ist, dass die beiden von drei Männern im Schatten beobachtet werden, die scheinbar das „Spiel“ kontrollieren und darauf achten, dass niemand schummelt. Oder so. Und auf der anderen Seite steht – richtig: Ein T-Rex. Aber keine Angst, er ist angeleint. Ja, ihr lest richtig. Er liegt an einer Leine. Und dann frisst er den Mann. Weil … Gründe.

Bei Minute 12 sehen wir zwei Wanderer, die wir vorher noch nie zu Gesicht bekommen haben und vor ihnen landet ein – offensichtlich, weil Dinosaurer – Pterodactyl. Die Frau läuft weg, der Mann bleibt stehen und sieht das Vieh entsetzt an. Daraufhin hebt der Saurier sein Maul, holt Luft – und speit Flammen. Nochmals: Ihr lest richtig. Er speiht Flammen. Und natürlich kommt später raus, dass das kein „echter“ Pterdactyl war (ach, nein), sondern ein Experiment bla bla bla.

Zwischen dieser ersten Szene und Minute 12 erleben wir, wie Carrie ein GEspräch mit ihrem „Butler“ führt, damit wir alle auch wissen, dass Carrie sich von ihrer Familie entfremdet hat. Tatsächlich fand ich diesen Teil sogar ganz gut, weil Simon Ellies wirklich cool spielt und auch Emma Charnock ganz okay ist. ABER wir sehen auch wie Carrie ankommt und von ihrer „Familie“ begrüßt wird. Und hui – ist das schlecht und schlimm. Geschrieben und auch gespielt.

Dann sehen wir noch die „Familie“, wie sie über Carrie sprechen und wie anders sie ist und sich mit der „Legacy“ ihrers Vaters anfreunden konnte. Spätestens da, sollte man eigentlich aufhören, weiter zu gucken. Und nur reiner Masochismus oder professionielle Neugier halten dann wweiter bei der Stange. Aber es wird noch schlimmer. Wir sheen dann zwei Frauen, die eine Wanderung auf der Insel machen wollen und … ach, wisst ihr was? Ich höre hier auf. Es hat keinen Sinn.

Ich habe ja ein großes Herz für Trashfilme. Das hier, nun, das hier ist nicht schlecht, es ist schlimm. Wirklich schlimm. Kurz zurück zu den beiden Frauen – wir verbringen tatsächlich mehrere Minuten mit diesen beiden, die dann natürlich vom bereits erwähnten Pterodactyl gejagt werden. Und sie fliehen in den Wald, weil da kann er nicht rein. Und dann … fliehen aus dem Wald zur Küste, weil … ja, weil … deshalb halt. Ach. Warum erwähne ich das überhaupt? Was passiert dann? Die Saurier brechen aus. Und machen Jagd auf alle. Wie wissen wir das? Weil ein fettes, rotes Schild gezeigt wird, auf dem „Containment Breach“ steht. Nämlich. Und dann haben wir gefühlte Wochen in denen wir dem Cast zusehen, die beisammen sitzen und irgendwas besprechen, was niemand interessiert. Vielleicht auch deshalb, weil das Schauspiel in etwa so spannend ist, wie Gras beim Wachsen zuzusehen. Emotionen? Braucht niemand. „We need to get off this island – now!“ Und das in einem Tonfall als würde man fragen, ob eigentlich noch Brot da ist. Selbst, wenn Leute streiten, dann machen die das in einer Tonlage und in einer Lautstärke als hätten sie Angst, die Nachbarn zu wecken.

Dazwischen werden irgendwelche Leute von den Saurier gefressen – meistens Offscreen, weil man wohl Geld sparen musste. Deshalb sieht man auch immer wieder die „Dino-Cam“, wohl dami tman die schlecht animierten (da fehlen gefühlt 50% der Bilder in den Animationen – so abgehakte Bewegungen habe ich seit den 90er Jahren nicht mehr gesehen – richtig schlimm. Wirklich – so schlechte Animationen habe ich seit „Hell’s Labyrinth“ nicht mehr gesehen – und der ist 15 Jahre alt und war damals schon peinlich. Ein kurzer Shout-Out übrigens zur am schlechtesten gemachten Stirnwunde aller Zeiten. Am Ende des Films sieht man übrigens, dass sie sich schon von der Stirn löst …

Ich kann dazu nichts mehr sagen. Es ist wirklich der schlimmste Film – im Sinne von langweilig und schlecht gemacht – den ich seit langem gesehen habe. Außerdem – und das war das einzige, was ich wirklich witzig fand – glaube ich, dass „Raptor Attack“ im gleichen Haus und am gleichen Grundstück gedreht wurde. Aber das nur am Rande.

Und May Kelly, deretwegen ich den Film sehen wollte? Die ist ungefähr zwei Minuten im Film. Der Punkt den ich dem Film gebe sind allein Emma Charnock und Simon Ellis zu verdanken. Charnock versucht aus dem Film rauszuholen was geht (nichts) und Ellies spielt super, ist aber zu kurz dabei, um irgendwas zu retten. Und das Ende des Films … ich denke, das Wort „antiklimatisch“ müsste man extra dafür erfinden.

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: alles)

Hier gibt es eigentlich keine Sache, die dem Film irgendieine Daseinsberechtigung gibt. Gar keine. Ich habe wirklich, bei all den schlechten Film, die ich im Laufe der Jahre gesehen habe, keinen gesehen, der so schlimm war, wie dieser hier. Da sind Filme von „The Asylum“ ja tatsächlich Blockbuster im Vergleich. Einen riesengroßen Bogen machen – RIESENGROSSEN Bogen.

Fazit: Finger weg. Augen weg. Ohren weg. Es gibt hier nichts, was die eineinhalb Stunden irgendwie rechtfertigen würde.

„Dinosaur Hunt“ bekommt 1,5 von 10 möglichen, sich aber absolut nicht verdienende, Punkte.


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