Best Of Worst Case: Sharkenstein (Filmkritik)

Im zweiten Weltkrieg wurden Experimente durchgeführt. Das kennt man ja. Auch dieses Mal geht es um Monster. Und auch dieses Mal wurden sie damals gestoppt und kommen viele, viele Jahre später wieder. Schnitt in die Zukunft.

Drei Freunde, oder besser: Zwei Freunde und eine Frau, sind gemeinsam unterwegs und werden von einem Monster überfallen. Welches auch die Stadt terrorisiert. Und ein Sheriff, der das zuerst nicht glaubt und dann doch was macht.

Dazu natürlich ein Wissenschaftler, der diese Experimente weiterführt und auf den unglaublich kreativen Namen Klaus hört. Weil deutsch und böse und so. Nämlich.

Hier haben wir einen 100%igen Vertreter des Trashfilms. Dieser Film wurde ziemlich sicher von ein paar Freunden im sprichtwörtlichen Hinterhof mit viel Gaffer-Tape und dem Versuch eines Green-Screens umgesetzt. So wirkt das Ding zumindest.

Greta Volkova als optischer Aufputz ist genau das. Optischer Aufputz. Allerdings geht das nie über Shorts und Shirt hinaus, was bedeutet: Jene Trashfans, die nackte Haut wollen: Guckt woanders. Schauspiel ist hier nicht zu finden. Das gilt allerdings auch für alle anderen. Es wird sogar so richtig peinlich. Betrachtet man die beiden Hauptdarsteller James Carolus und Titus Himmelberger, dann kann man nur noch den Kopf schütteln. Das ist ein Mangel an Talent, den findet man nur selten. Bei Carolus ist es sogar so, dass der Typ aussieht, als hätte er mal ein Foto von jemand gesehen, der in den 90iger Jahren 16 Jahre alt war und versucht diesen Look zu kopieren. Dazu noch Dialoge, die jenseits von peinlich und diesseits von fremdschämen sind. Da hat jemand jugendlichen Slang kopiert, der/die vermutlich noch nie Jugendliche reden gehört hat. Mann, das ist schlimm.

Ken Van Sant ist der einzige Schauspieler vor der Kamera, der bereits Erfahrung mit Filmen hat. Auch wenn es sich dabei um lauter (wirklich schlechte) Trashfilme handelt. Allerdings würde man das nicht merken, denn er ist nicht besser als die anderen. Auf der IMDB steht, dass er nach dem Film eine Rückenoperation hatte, weil er der einzige Schauspieler im Film ist, der spielen kann und deshalb die ganze Last des Films auf seinen Schultern trug. So in etwa ist auch der Humor des Films. Nicht lustig.

Regisseur Mark Polonia hat bereits über fünfzig Filme gedreht(!). Alle davon jedoch gleich schlecht. Wie kann sowas passieren? Ich gestehe, ob der Veröffentlichung solcher Filme ein wenig neidisch zu sein, weil die es geschafft haben, den Film tatsächlich im regulären Handel unterzubringen. Wie das funktionieren kann ist mir schleierhaft. Vermutlich ist der Markt im englischsprachigen Sektor einfach viel größer als bei uns.

Nichtsdestotrotz: Der Film macht auf eine Trash-Variante-Art doch tatsächlich Spaß. Man muss sich halt wirklich auf richtig, richtig schlechte Effekte, wirklich, wirklich schlechtes Schauspiel und ein Monster, welches so grandios witzig aussieht, dass man nur schmunzeln kann, einstellen.

Die Effekte sind grottenschlecht und der Hai sieht aus wie aus den Power Rangers kopiert. Nur schlechter. Und dadurch witziger.

Über das Drehbuch verliere ich kein Wort, denn jedes davon wäre zu viel. Wenn man die beiden Hauptdarsteller Carolus und Himmelberger besser besetzt hätte, dann hätte der Film vielleicht auch absichtlich witzig sein können. So muss man halt schon einen kranken Humor haben oder einfach in Schadenfreude baden können.

„Sharkenstein“ ist billigstes Filmemachen mit untalentierten Personen vor und hinter der Kamera. Trashig und deshalb halt für Fans dieses Genres trotzdem (oder deswegen) zumindest phasenweise unterhaltsam.

„Sharkenstein“ bekommt für Normalsterbliche 1 Punkt und für Trashfans mindestens 4 von 10 möglichen, hai-trashigen Punkten.

Best Of Worst Case Urteil (Trashfaktor: Alles):

Ich würde ja jetzt behaupten, es handelt sich hier um ein Herzensprojekt, aber tatsächlich beweist dieser Film, dass es auch im Trash-Genre Filme gibt, die am Fließband produziert werden. So wenig Herz ist hier reingeflossen, dass meines dabei zu bluten anfängt.

Unterhaltsam: Eine Zeitlang. Wenn man Schadenfreude als Unterhaltung sehen kann.

Fazit: Leider nicht wirklich sehenswert. Schade.


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