Best Of Worst Case: Bigfoot (Filmkritik)

Natürlich ist es nicht fair. Da will der alternde Rocker Harley Anderson (Danny Bonaduce) ein Musikfestival in die verstaubte Stadt bringen, um wieder für ein wenig Leben in dem Dorf zu sorgen, und dann stellt sich ihm ausgerechnet sein ehemaliger Bandkumpel und mittlerweile überzeugter Umweltaktivist Simon Quint (Bruce Davison, witzigerweise Mr. Henderson aus „Bigfoot und die Hendersons“, bzw. Seantor Kelly aus den X-Men-Filmen) in den Weg.

Aber das ist noch nicht mal das Hauptproblem, denn Harley zieht sein Ding durch – was darin mündet, dass die laute Rockmusik (Hallo, Alice Cooper!) den Bigfoot erweckt, der dann stampfend und mordend durch die Gegend zieht und nur durch den Einsatz des Militärs bezwungen werden kann.

Oder hat Simon Quint Recht und der Bigfoot ist mehr als nur ein Tier, sondern ein intelligentes Wesen mit Herz und Verstand?

bigfoot

Und wieder ein Werk aus der Trash-Schmiede von „The Asylum“. Dieses Mal haben die Herren sich auf einer Meta-Ebene selbst übertroffen, denn was kann witziger sein, als Mr. Henderson aus „Bigfoot und die Hendersons“ bei einem Film über den Bigfoot mit dem Titel „Bigfoot“ die Hauptrolle spielen und Regie führen zu lassen? Richtig gelesen – Regie! Das ist doch ein Hammer, oder? Allein für solche Ideen muss man „The Asylum“ bereits lieben (auch wenn man ihre Filme nicht mag).

So schlecht laut meinem Kollegen Spideragent der Film „Hold Your Breath“ ist und war, so witzig ist in diesem Falle „Bigfoot“, wobei sich einige Parallelen mit „Mega Python vs. Gateroid“ auftun. Zum einen zwei „alternde“ Stars, zum anderen die Umweltproblematik und zum dritten die Tatsache, dass es bei dem Film primär darum geht ein CGI-Monster durch die Stadt toben und von der Army jagen zu lassen (oder war das „Mega Shark vs Crocosaurus„?). Die Eckpfeiler der „Handlung“ sind also ziemlich berechenbar und man hat sich offenbar auch dafür entschieden, dem vorgegebenen Weg klar zu folgen.

Im Ernst. Ich komme langsam nicht umhin, mich zu fragen, ob „The Aslyum“ nicht irgendwo einen Drehbuchgenerator haben, der einfach immer nur Teile austauscht. Zum Beispiel die Eckdaten von „Mega Phython„: Großstadt. Zwei Frauen. Riesenschlange. Army. Verfolgungsjagd. Tragisches Ende. Und zum Vergleich die Eckdaten von „Bigfoot“: Kleinstadt. Zwei Männer. Riesenaffe (ja, er sieht ein bisschen wie King Kong aus). Army. Verfolgungsjagd. Tragisches Ende. Verblüffend, oder?

Andererseits finde ich es cool, dass die „Trashschmiede“ sich immer wieder alter und bekannter Stars annimmt, die man schon lange wieder Mal auf Film sehen wollte, einfach nur, um mal zu beurteilen, was aus denen geworden ist. So gibtsich hier sogar Sherilyn Fenn (Audrey Horn aus der Kultserie „Twin Peaks“) die Ehre, zeigt aber eigentlich die meiste Zeit über nur, dass sie anwesend ist, ohne große Begeisterung zu verbreiten. Schade um die Frau.

Der Bigfoot selbst ist, wie von „The Asylum“ gewohnt eine CGI-Kreatur, die eben meistens die gleichen Bewegungsmuster hat (keine Ahnung, wie oft man sieht, dass er jemanden den Kopf abbeißt) und wenn er durch die Stadt turnt, dann sieht das zum Beispiel so aus:
Ein Haus, davor ein Auto. Bigfoot springt ins Bild (man sieht ihn nur bis zur Mitte des Oberkörpers). Er fuchtelt mit den Händen herum. Schnitt auf sein Gesicht. Ein Brüllen. Schnitt retour. Er springt aus dem Bild.
Das liest sich übrigens actionreicher als es aussieht, da die Kamera statisch ist und sich nicht bewegt. Im Hintergrund hat sich übrigens auch nichts(!) geändert. Nichts kaputt, nichts zerstört. Das ist sein Zerstörungspfad durch die Stadt. Witzig, oder? Wenn man eine Szene dreht und als Produzent/Regisseur immer im Kopf hat: „Passt schon, die Leute wissen schon, was ich meine, das brauche ich ihnen nicht zeigen“.

Dabei gibt es durchaus die eine oder anderen gelungene Szene und das Tier an sich ist sogar ganz gut gelungen. Super ist auch, dass er hin und wieder Leute verfolgt – immer Riesenschritte(!) machend – aber je nach dramaturgischer Begebenheit pro Schritt mal 10 Meter oder nur 10cm zurücklegt. Das hat was trashiges, so soll das sein.

Alice Cooper ist auch dabei, allerdings ist es ein sehr kurzer Auftritt und ich weiß ehrlich gesagt nicht, was er in dem Film verloren hat – vielleicht ist er in Wahrheit kein Schockrocker sondern Fan von „Bigfoot und die Henderson“. Was weiß ich.

Auf jeden Fall ist Bigfoot ein gefundenes Fressen für Fans der oben erwähnten Monstermovies, auch wenn sich bei mir schon leichte Ermüdungserscheinungen bei Asylum-Filmen auftun, da das Muster (siehe „Drehbuchgenerator“) nun doch schon übertrieben oft genutzt wurde.

Nichtsdestotrotz bekommt „Bigfoot“ eine klare Trashfanempfehlung und glatte 4 von 10 durch die Stadt stampfende, schreiende und Köpfe abbeissende Punkte

Best Of Worst Case-Urteil (Trashfaktor: The Aslyum. Noch Fragen?)
Der Film hat Alice Cooper in einer Mini-Nebenrolle und Mr. Bigfoot-Henderson in einer Hauptrolle und bei der Regie? Worauf wartet ihr? Ansehen.

Fazit: Ansehen. Trotz „The Asylum“. Punktum. Alice Cooper rules!

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