Best Of Worst Case: Aliens Vs Avatars (Filmkritik)

Es ist grauenhaft – da stürzt doch glatt ein Raumschiff auf die Erde ab und das erste, was das darin sitzende Monster tut, ist zwei Damen mitten im Wald umzubringen. Weil es sich unsichtbar machen und die Gestalt von Menschen vortäuschen kann, wird es von einem anderen Alien (blaue Farbe) verfolgt und dieses schickte einen Avatar (nicht blau) zur Erde, um die Menschen zu warnen und zu retten.

Diese Menschen sind (Überraschung!) eine Gruppe Teenies (bzw. Erwachsene, die Teenies spielen), mit einer Mischung aus dummer Testosteron-Sack, Brillen-Nerd, Billig-Tussi und allerlei anderen, völlig neuen Charaktertypen. Aber es ist zu spät – das Monster schlägt bereits zu!

Aliens-Vs-Avatars-movie

Es ist ein Wahnsinn! Wieder eine Trashgranate bei der man sich fragen muss, wie dieser Film jemals auf DVD oder im Handel generell erschienen ist! Die Story ist oben kurz umrissen und verdient diesen Namen nicht einmal. Die Effekte wurden (siehe Bild) so dermaßen daneben in Szene gesetzt, dass sich sogar ein kleines Kind zusammenreimen kann, wie die gemacht wurden (und noch dazu so schlecht gemacht wurden). Die Schauspieler sind alles, aber keine Schauspieler. Die Dialoge – ich schwöre, dass mein IQ nach dem Sehen dieses Films um ein paar Punkte gesunken ist. Ehrlich!

Kurz gefasst: Der Film ist großartig! Wer einen richtig schlechten Trashfilm sehen will und „Jurassic Shark“ schon hinter sich gebracht hat, der oder die muss unbedingt bei diesem Film hier zugreifen. Selten etwas derart Schräges gesehen – dabei nimmt sich der Film zu jeder Sekunde selbst ernst. Ein Wahnsinn, ich kann es nur wiederholen!

Bereits zu Beginn des Films erleben wir, wie es filmtechnisch weitergehen wird, wenn zwei Damen durch den Wald spazieren und ein Ufo landen sehen (sie halten es für eine NASA-Maschine) und eine der beiden sich über den langen Fußweg beschwert („I can’t wait to party!“). Diese Party sieht dann so aus, dass sie sich mit einem Handtuch mitten im Wald (neben einer Hütte) oben ohne auf ein Handtuch legt, Kopfhörer in die Ohren steckt und ein Glas Rotwein trinkt. Genau, was man halt so macht, wenn man a) im Wald ist und b) auf Party macht. Die Dame zwei macht das gleiche, allerdings einige Meter und nicht in Sichtlinie der ersten, entfernt. Warum sie sich ausziehen? Keine Ahnung. Wahrscheinlich weil es so im Drehbuch stand.

Dann kommt der Hauptcast zum Zuge – und ab hier wird es richtig super. Da geht die Post ab. Alles, was an Klischees aufzufahren möglich ist, wird hier aufgefahren – sei es bei den … äh … jetzt hätte ich fast „Charakteren“ geschrieben, ich meinte: Bei den Personen, die im Film immerhin Namen bekommen haben, oder auch bei den klassischen „Wer stirbt“-Themen. Das bewährte Schema: „Hast du Sex, dann stirbst du“ kommt auch hier voll zum Einsatz. Gut, dass unser Held ja ein Nerd ist – die haben ohnehin (scheinbar) nie Sex.

Als dann noch der Alien-Avatar dazu kommt geht die Sache völlig ins Absurde über. Die Dialoge verlieren sogar das Niveau von achtjährigen und sind einfach nur mehr peinlich. Aber zumindest unterhaltsam peinlich. Von unlogischen Entscheidungen während des gesamten Films fange ich jetzt nicht einmal an. Die Requisiten des Films hat sicher jemand von örtlichen Kindergarten geklaut – ich sage nur: Der Kampfroboter wäre sogar in der alten Power Rangers-Serie negativ aufgefallen.

Witzig, dass zumindest die Szenen, in denen CGI vorkommt teilweise wirklich gut geworden sind. Zumindest, wenn es zweidimensionale Bilder waren. Ein paar der Damen, die mitspielen sind hübsch anzusehen, was nichts daran ändert, dass man keinerlei Emotion zu ihnen aufbaut, außer Gleichgültigkeit – und dafür sind dann doch die langen Dialogpassagen zu lang. Zumindest wären sie das, wenn sie nicht zu witzig (weil peinlich) wären.

Regisseur Lewis Schoenbrunn hat sich mit diesem Film keinen Gefallen getan – der Mann hat bei vielen Filmen als Editor gearbeitet und sogar ein paar Mal aus Assistent Director – ich wage zu behaupten, dass er sich nach diesem Film schwertun wird, neue Jobangebote zu bekommen. Da sind ja „The Aslyum“ („Sharknado„, „Mega Python vs Gateroid„) oscarverdächtig im Vergleich.

Einen Preis bekommt der Film auf jeden Fall für den schlimmsten Zweikampf der Filmgeschichte (nicht der Endkampf, sondern davor – die Szene gibt es auch auf YouTube) – sowas glaubt man nicht, wenn man es nicht sieht. Oh – und die Szene ist auf der 16er DVD (zumindest die deutsche Version) geschnitten).

Um den getreuen Trashfreunden eine ziemlich gute Vorstelllung zu vermitteln, wage ich es, hier einen YouTube-User zu zitieren, der die Sache für mich zu 100% trifft: Diese Schauspieler schaffen es Pornostars talentiert wirken zu lassen. Hammer. Echt.

„Aliens Vs Avatars“ bekommt von mir klare 2 Punkte, weil es einfach nicht mehr trashiger geht, ohne unansehbar zu werden.

Best of Worst Case-Urteil (Trahsfaktor: 8,5):
Technisch zwischen gut (2D-Grafiken) und lächerlich (Roboter, 3D-Animationen) pendelnd, „glänzt“ der Film für Trashfreunde mit absurd-peinlichen Dialogen, Klischees und einem der peinlichsten Zweikämpfe der Filmgeschichte. Ein Fest für die Lachmuskeln!

Fazit. Echter Trash, ohne wenn und aber.

Aliens vs Avatars - Gerate nicht zwischen die Fronten [Blu-ray]


von Lewis Schoenbrun [Best Entertainment AG]
Preis: EUR 3,20

Aliens vs Avatars - Gerate nicht zwischen die Fronten


von Lewis Schönbrun [Crest Movies]
Preis: EUR 3,23


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