Above and Below (2026 Filmkritik)

Tatiana (Laura Marano) macht ihr Bruder wieder mal Sorgen. Gerade hat er gegen Burns (Antonio Banderas) Geld verloren, doch dieser hat Mitleid mit ihm und deshalb schenkt er ihm einen Ausflug auf einem Boot, auf dem man im Käfig Hai-Tauchen kann.

Der Traumurlaub der insgesamt fünf Freunde in Mexiko scheint daher trotz des Geldverlustes, gerettet zu sein. Als sie jedoch zufällig entdecken, dass das Boot gleichzeitig zum Schmuggeln von Drogen benutzt wird, haben sie plötzlich ein ganz andere Probleme…

Von seinem für mich besten Film Accident Man bis hin zu seinem mittelmäßigen Chief of Station, Regisseur Jesse V. Johnson hat sich bei seinen Filmen der Action verschrieben. Darum wundert es auch nicht, dass die imdb hier nicht Horror als Genre angegeben hat, obwohl die Story wie eine Variation von 47 Meters Down klingt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: der Film ist in Summe nicht wirklich gut, aber er hat Dinge, die funktionieren. Wie der Titel bereits vermuten lässt, lauert hier die Gefahr nämlich nicht nur im Wasser, sondern auch darüber. Die zwei Ebenen Drogenschmuggel und Hai-Survival-Drama zu verbinden, ist an sich eine spannende Idee.

Die Szenen unter Wasser sind dann zwar Genre typisch, dafür aber atmosphärisch gelungen. Was man nicht von der menschlichen Gefahr an Bord behaupten kann. Die Stimmung hat mehr von einem Kasperl-Theater, als von einem Kammerspiel. Antonio Banderas (Gun Shy) als Burns holt sich hier einfach seinen Gehaltsscheck ab, ohne sich auch nur ansatzweise anzustrengen.

Den jungen männlichen Darstellern kennt man ihre Unerfahrenheit bzw. wenig vorhandenes Können an, dafür machen die Ladys (nicht nur optisch, obwohl die Kamera unter Wasser von hinten gerne ein gewisses Körperteil in den Fokus rückt) einiges wieder gut. Vor allem Sängerin und Schauspielerin Laura Marano (The Royal Treatment) als Hauptfigur Tatiana überzeugt durch Natürlichkeit und Kampfgeist.

Die Ambivalenz von gewissen Figuren, ist ebenso erfreulich. So nach dem Motto: das Gesetz brechen ja, aber es gibt auch Regeln, so wie etwa zu seinem Wort zu stehen. Dennoch lauert hier die wahre Gefahr bzw. liegt hier der Schwerpunkt, denn die Haie an sich töten nur einen einzigen Menschen.

Grundsätzlich ist es ja nicht schlecht, dem Hai-Genre abseits der Trash-Ebene neue Impulse zu verpassen. 2026 ist aber scheinbar kein gutes Jahr dafür. The Devil’s Mouth und vor allem Chum, haben das zuletzt für mich bewiesen. Hier ist es wohl vor allem das uninspirierte Drehbuch und die größtenteils gelangweilten/überforderten Darsteller, die die Sache hinunter ziehen.

Maranos Performance macht Spaß und die CGI-Haie sehen richtig gut aus, vor allem in Kombination mit den praktischen Effekten (echtes Kunstblut usw). Viel mehr Positives kann ich über diesen Film, der streckenweise langweilig und in den schlimmsten Momenten auch lächerlich ist, nicht wirklich sagen. Der Hai-Boom 2026 geht auf jeden Fall weiter, denn ich habe bereits den nächsten (besseren) Genre-Beitrag gesehen.

„Above and Below“ bekommt von mir 4,5/10 geschenkte Ausflüge auf einem Boot für Drogenschmuggel, in Zukunft lieber nicht annehmende Empfehlungspunkte.


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