Vi ist auf der Suche nach Jinx, denn nach ihrem Attentat ist nichts wie es vorher war. Es gibt Überlebende, aber auch genug Tote. Ambessa nutzt die Stunde und versucht in Piltover mehr Macht zu erhalten. Caitlyn rekrutiert Vi zu den Enforcern. Währenddessen wird Jinx vermisst. In Zaun – der Stadt unter Piltover – wird sie währenddessen als Heldin verehrt – als Rebellin.
Und natürlich lebt sie noch – sie hat nur den Sinn in ihrem Tun verloren. Das ändert sich als sie Isha trifft. Ein Mädchen, das nicht spricht und das Jinx rettet. Ab da schließt diese sich ihr und ist wie eine kleine Schwester für sie.
Aber das ist nicht alles, denn Jayce rettet Viktor und dieser kommt unerwartet zurück ins Leben. Aber etwas ist passiert mit ihm – es ist mit dem Arcane verbunden. Und er kann Menschen heilen.
Aber das Arcane bereitet Probleme, denn irgendwie reagiert es anders als alle erwartet haben und scheint instabil zu werden. Scheinbar haben die Hexgates damit zu tun.
Caitlyns Mutter starb im Anschlag von Jinx – als macht sie sich in Zaun auf die Jagd nach ihr – und sie kennt keine Gnade.
Anders gesagt: (Fast) alles scheint vor die Hunde zu gehen …

Staffel 2 von „Arcane“ hat eine schwere Last zu tragen, weshalb ich mich sehr lange geweigert habe, sie anzusehen. Die Last ist die Bürde, welche eine quasi perfekte erste Staffel der folgenden Staffel auferlegt. Vor allem, wenn vorab bereits angekündigt wird, dass es die zweite und letzte Staffel wird. Außerdem hatte Staffel ein in meinen Augen ein perfektes Ende. Da anschließen zu wollen – puh. Ich hab’s nicht für möglich gehalten, dass Staffel 2 mit der ersten Staffel mithalten kann.
Und ich hatte recht.
Das bedeutet nicht, dass Staffel 2 schlecht ist, aber von der Genialität der ersten Staffel sind wir weit weg. Das Drehbuch bzw. die Drehbücher können einfach nicht mithalten – es passiert zu viel und das was passiert ist zu groß. Es geht um das Ende der Welt, um den Kampf von Piltover gegen Zaun, gegen das Vakuum, welches durch Jinx‘ Aktionen in der ersten Staffel entstanden ist, um Viktor, der die Zukunft in eine bestimmte Richtung führen will, um Jacye, der das aufhalten will, um Caitlyn, die ihre Mutter rächen und Jinx finden will, um Vi, die nicht nur ihre Schwester finden und stoppen will, sondern sich auch noch in Caitlyn verliebt und zwischenzeitlich mal ihr gebrochenes Herz im Suff ertränken muss, nur um dann auch wieder zu Jinx zu finden, dann noch Heimedinger, der an einem Gerät forscht, welches … das wäre ein Spoiler … und dann haben wir noch Ambessa, welche endgültig die Macht übernehmen will, dazu aber Caitlyn braucht – außerdem noch ihre Tochter Mel, die ein Geheimnis hütet und dieses selbst noch entdecken muss und …
Ihr seht, was ich meine. Die Staffel hat neun Folgen. Neun. Guckt euch mal die Handlungsstränge da oben an. Und das sind nicht mal alle. Ihr ahnt, was das bedeutet: Alles wird relativ rasch abgehandelt – vieles davon ziemlich cool vorbereitet und aufgebaut. Ich war am Anfang wirklich positiv überrascht, wie gut das alles zusammenhängt, von A nach B führt und sich organisch entwickelt. Aber dann tauchen die ersten Risse auf – Entscheidungen oder Szenen, bei denen man unweigerlich denkt „Was?“. Und dann kommt das Finale – und es herrscht Krieg (ich sag nicht wer gegen wen, keine Angst) und dieser Krieg … dauert nicht mal eine Folge und wird im Grunde auf eine Schlacht reduziert. Und danach wird über „den Krieg“ gesprochen als wäre er ein langjähriges Ereignis gewesen anstatt nur ein kleiner Blip am Radar … zumindest fühlt es sich so an.
Wie dem auch sei. Ich sag es mal so: Wenn die Schreiberlinge sich auf die zwischenmenschlichen Elemente konzentrieren, wenn wir der Entwicklung von Jinx und Vi folgen oder von mir aus sogar Caitlyn oder dem psychischen Verfall von Jayce – das funktioniert super. Da ist Gänsehaut. Mehr als nur einmal.
Problem: Durch die wenige Zeit und die viele Handlung wird relativ oft auf das große Ganze hin geschnitten und gewerkt. Das raubt manchen emotionalen Momenten leider genau das: Die Emotion, die ausgelöst werden soll. Vieles funktioniert noch, aber weit nicht mehr alles.
Aber es ist spannend genug und optisch ohnehin wieder eine absolute Augenweide. Also wirklich: Vom Design her und der Farbgebung, den gemischten Zeichenstilen, je nachdem was gezeigt wird – Wow. Alles erste Sahne. Auch die Needle-Drops bzw. genutzten Songs: Wirklich extrem gute Wahl. Das können die Macher:innen einfach. Hut ab!
Und dann kommt die letzte Folge, die leider ziemlich abbaut, wie ich finde. Gerade das Ende der Jinx-Storyline war mehr als enttäuschend, zumal diese ja in Staffel 1 das Herzstück ist. Hier spielt sie die zweite Geige. Und gerade ein Satz wie „You don’t get it, sis. I am wherever you are.“ Ächz. Das hätte funktionieren können – aber da hätten Vi und Jinx viel, viel, viiiiiiel mehr Zeit gemeinsam vor der Kamera (wenn ich das so nennen darf) verbringen müssen. Das mag vielleicht in der Zeitspanne, die abgedeckt wird eine logische und schöne Entwicklung sein – hier war es für mich einfach seltsam (und extrem kitschig, aber das nur am Rande).
Also – ist Staffel 2 sehenswert? Ja. Wenn ihr den Figuren Caitlyn, Jayce, Mel und Ambessa nicht grundsätzlich negativ gegenübersteht, dann solltet ihr auf jeden Fall reinschauen. Allerdings hat das nur Sinn, wenn ihr auch vorher Staffel 1 anseht. Quereinsteiger:innen werden absolut NICHTS von dem verstehen, was da bei wem wie wo abgeht. Unmöglich.
„Arcane – Legaue Of Legends: Finale zweite Staffel“ bekommt von mir 7,5 von 10, immer noch schön anzusehende und streckenweise spannend seienden Punkte.

