Rachel (Eiza González) ist eine dieser gnadenlosen Anwälte, die sich auf das Eintreiben von Schulden von mächtigen superreichen Klienten spezialisiert hat. Aktuell steht sie vor einer ihrer bisher schwierigsten Aufgaben.
Deshalb organisiert sie sich wie so oft die Hilfe ihrer Mitarbeiter Sid (Henry Cavill) und Bronco (Jake Gyllenhaal), zwei Extraktionsspezialisten, die auf Sabotage, Bestechung und Täuschung spezialisiert sind und nebenbei auch noch jeden Schusswechsel, für sich entscheiden können…

Die letzten Guy Ritchie Filme, die mir richtig gut gefallen haben, sind mit The Gentlemen und Cash Truck sieben bzw. fünf Jahre her. Letztes Jahr kam mit Fountain of Youth dann doch leider ein sehr zahmes Abenteuer. Mit In the Grey meldet er sich nun als Drehbuchautor und Regisseur zurück und hat ein paar alte Bekannte mitgebracht.
Ich fange hier gleich mit dem eigentlichen Problem an. Dies ist ein Film, in dem unheimlich viel geredet und erklärt wird. Die Exposition, also die Erklärungen, die Planung und Ausführungen wie Rachel und ihr Team ihr Ziel erreichen, dauert mit circa 50 Minuten, mehr als die Hälfte des gesamten Filmes.
Ja, vor allem Henry Cavill (The Ministry of Ungentlemanly Warfare) aber auch Jake Gyllenhaal (The Guilty) gehen als Sid und Bronco fast über vor Charisma und Coolness und ihre kleinen, gegenseitigen Sticheleien bringen dich zum Schmunzeln. Ja, Eiza González (Ash) als Rachel ist clever, tough, sexy und bleibt dennoch menschlich greifbar.
Das Problem sind weder die Figuren noch die dazu gehörigen Darsteller. Die Schwierigkeiten, die durch die ständigen Voiceover entstehen, zeigen sich als ein permanentes Gefühl, dass die Handlung nie über die imaginierte Ebene hinaus kommt. Es fühlt sich an als würde man Sid und Bronco in einen Lamborghini setzen, nur um sie dann mit 30 kmh für einen Hochglanz-Werbefilm durch ein Dorf tuckern zu lassen.
In den besten Momenten kommt für Ritchie typische Coolness vor, aber weder die Action sprüht involvierende Direktheit aus, noch sind die Gespräche besonders geistreich. Das ist zwar schon jammern auf höherem Niveau, eben auf der Ebene, auf der seine besseren Filme funktionieren, aber dennoch.
Dies ist einfach ein wenig wie die KI-Version eines Ritchie Abenteuers. Oberflächlich ist alles top und was er vorhat mit seinen Spielfiguren, ist durchaus interessant. Nur muss er dann auch wirklich spielen mit seinen Charakteren und sie nicht einfach nur in der Vitrine bewundern.
Das ist jetzt freilich etwas überspitzt und vor allem zum Finale hin, tut sich dann doch mehr und weniger wird gesprochen. Einen echten Höhepunkt gibt es dabei aber ebenso nicht. Ein Film der förmlich dazu einlädt, zwischendurch auf sein Handy zu schauen, was angesichts der Beteiligten Menschen, doch schade ist.
„In the Grey“ bekommt von mir 5,5/10 sich trotz Dauerbeschallung, in der Grauzone verlaufende Empfehlungspunkte.



