Fifty Shades of Grey (Filmkritik)

Als Literatur-Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) den Unternehmer Christian Grey (Jamie Dornan) für ihre Universitätszeitung interviewt, hat dieser eine arrogante und anzügliche Art, mit der sie nicht recht umgehen kan. Doch den attraktiven Milliardär umhüllt eine anziehende Aura, der sich die junge Frau schon bald nicht mehr entziehen kann. Doch auch Grey kann seine Augen nicht von Anastasia lassen und so beginnen die beiden eine Affäre, wobei Christian stets die Oberhand behält. Im Laufe ihrer Liaison begegnet Anastasia den dunklen Geheimnissen des vermögenden Mannes und entdeckt ungeahnte Seiten der Lust…

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Alles hat mit „Twilight“ angefangen, denn „50 Shades of Grey“ war in seiner Urform Fan-Fiction über die Vampir-Schmonzette, bis E.L. James nahe gelegt wurde, nicht den guten Namen von Bella und Edward mit relativ grafischen Sex-Szenen zu „entehren“. Da stellte sie ihre Geschichten zuerst mal auf einer eigenen Website online, nur um dann ein Buch daraus zu formen, dass seine Wurzeln aber keinesfalls verleugnen kann. Denn die Hauptfiguren der beiden Bücher haben doch einige sehr ähnliche, nicht immer charmante Charakterzüge.

Schon im Vorfeld wurde klar, dass „50 Shades of Grey“ ein Phänomen werden würde, denn für die ersten Vorstellungen gingen die Karten weg wie warme Semmeln und er hatte die zweiterfolgreichste Mitternachts-Premiere in Österreich, nur geschlagen von „Hangover 2“. Ich persönlich rechnete ja schon mit dem absolut Schlimmsten, freute mich jedoch, dass meine sehr niedrigen Erwartungen dann doch übertroffen wurden.

Allerhand negatives erfuhr man schon im Vorfeld, unter anderem, dass die Hauptdarsteller von der Chemie her nicht kompatibel seien, und dass unter anderem deswegen einige Szenen nachgedreht werden mussten. Ich muss allerdings sagen, dass Dakota Johnson und Jamie Dornan gut miteinander harmonieren.

Jemand der nichts Besseres zu tun hatte, hat getimt, dass die diversen Sex-Szenen insgesamt 15 Minuten dauern und ich muss sagen, ich war überrascht, wieviel nackte Haut tatsächlich zu sehen war und wie geschmackvoll Regisseurin Sam Taylor-Johnson („Nowhere Boy“) sie in Szene gesetzt hat. Nachdem viel über die zensierten Sex-Szenen gemeckert wurde, hab ich mal ein wenig ins Buch hinein geschmöckert und muss sagen, dass für den Film tatsächlich einige der expliziteren SM Praktiken gestrichen wurden. Aber ich persönlich will und muss eh nicht unbedingt alles sehen.

Besonders Dakota Johnson (Need for Speed) zeigt hier ihr Talent, denn gerade die Szenen, in denen sie ihr „Comedic Timing“ durchblitzen lässt, sind die komischsten des ganzen Filmes und durch ihren Wortwitz macht sie es um einiges erträglicher, wie naiv Anastasia Steele eigentlich ist. Und sie ist 100 mal besser als Kristen Stewart.

Jamie Dornan (Once Upon a Time) als Christian Grey wirkt oft sehr steif, aber man nimmt dem jungen Schauspieler durchaus ab, ein erfolgreicher, notgeiler und machtbesessener Geschäftsmann zu sein. Ich persönlich kann mich mit der Figur von Christian Grey nicht wirklich anfreunden, denn ich als moderne Frau würde mich auf keinen Fall von einem Mann derart bevormunden lassen und es nicht erotisch finden, wenn er etwas à la „I don’t make love, I fuck hard“ sagen würde, da würde ich ihm eher erst eine klatschen und dann Reißaus nehmen. Aber jedem das seine.

Wirklichen Plot sucht man eigentlich vergeblich, dennoch ist die Liebesgeschichte (falls man es so nennen möchte) bis zu einem gewissen Maße sehr unterhaltsam und gerade die Verhandlungen bezüglich des SM Vertrages erweisen sich als höchst amüsant und bildend, denn dankenswerterweise wissen wir jetzt, was ein Butt-Plug und einige andere „Hilfsmittel“ bedeuten.

Das Ende des Films weicht vom Buch ab und kommt relativ plötzlich und lässt die Zuseher über die gemeinsame Zukunft von Christian und Anastasia im Ungewissen und schafft es, Anastasia ein wenig Rückgrat zu verleihen.

Fazit: Wer das Buch mochte, könnte auch mit dem Film Freude haben, denn die Schauspieler sind hübsch anzusehen und auch talentiert.

Dieser Film bekommt von mir 4,5/10 fesselnden Punkten.


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