Southpaw (Filmkritik)

Billy Hope (Jake Gyllenhaal) ist der amtierende Halbschwergewichts-Champion und genießt mit seiner Familie, bestehend aus Frau Mareen (Rachel McAdams) und Tochter Leila (Oona Laurence), den Wohlstand, den sein beruflicher Erfolg mit sich bringt.

Als seine Frau tragischer Weise erschossen wird, verliert Hope den Boden unter den Füßen. Er verfällt Alkohol und Drogen, verliert seine Box-Lizenz, sein Vermögen und schließlich sogar das Sorgerecht für seine Tochter. Hope wendet sich daraufhin an Tick Willis (Forest Whitaker), der ihn für ein Comeback trainieren soll, während er versucht seine Tochter zurückzubekommen.

Southpaw

Regie bei diesem Film führt Antoine Fuqua, den man für Filme wie „Olympus Has Fallen“ oder „The Equalizer“ kennt. An dieser Stelle arbeitet Fuqua mit Jake Gyllenhaal (Prisoners) zusammen der Eminem, der ursprünglich für die Hauptrolle vorgesehen war, ersetzt hat. Wie immer lebte sich Gyllenhaal ganzheitlich in seine Rolle hinein.

Kaum zu glauben, dass es sich hier um dieselbe Person handelt, die auch in „Nightcrawler“ die Hauptrolle über hatte. Um in der Rolle des Boxchampions auch optisch überzeugen zu können, ließ Gyllenhaal ein intensives Training über sich ergehen, dass unter anderem jeden Tag! 2000 Liegestütz und einen 8 km Lauf beinhaltete.

Doch ebenso beachtlich wie die optische Verwandlung ist die Art und Weise wie Gyllenhaal in seine Rolle schlüpft. Als Billy Hope ist er prinzipiell einfach gestrickt. Er ist der Hulk unter den Boxern. Das bedeutet er blockt gegnerische Angriffe in erster Linie mit seinem Gesicht und wird stärker wenn er wütend wird (wie im Kampf am Anfang anschaulich gezeigt wird).

Hope kommt, wie seine Frau Mareen auch, aus schwierigen Verhältnissen. Als Marren erschossen wird, fällt Hope in ein tiefes emotionales Loch und verliert alles, was ihm wichtig ist. Als ihm das Jugendamt eines Tages seine Tochter wegnimmt, beginnt Hope wieder zu kämpfen. Er versucht sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und wendet sich dabei an den Trainer Tick Willis.

Es braucht nicht viel Fantasie um sich auszumalen, wie der Film dann endet. Hope gewinnt den abschließenden Kampf und besiegt dabei auch den Boxer, der den Tod seiner Frau mitverschuldet hat. Aus diesem Grund, und weil die Inszenierung an dieser Stelle im Vergleich scheinbar etwas nachgelassen hat, ist das dann auch nicht wirklich spannend.

Hier ist, wieder einmal, der Weg das Ziel. Hope dabei zuzusehen, wie er sein Leben wieder in den Griff bekommt und um die Liebe seiner Tochter kämpft ist zwar nicht spannend, aber mit viel Emotion inszeniert. Das funktioniert in erster Linie dank Gyllenhaals erstklassiger Performance, wobei er dennoch Hilfe hat.

Forest Whitaker (Taken 3) als Tick Willis ist die perfekte Ergänzung und sorgt dank einer etwas zynischen Weltanschauung für einen gewissen Unterhaltungswert. Aber auch sonst machen die Schauspieler durch die Bank einen guten Job. Ein weiterer Pluspunkt ist die hier geschaffene Welt, die durchaus ihre Ecken und Kanten hat.

Dies macht sich unter anderem dann bemerkbar, wenn es bei einer Gerichtsverhandlung, bei der es um Hopes Sorgerecht für seine Tochter geht, irgendwie alle anfangen zu schreien. Mit Momenten wie diesen verleiht Fuqua seiner Welt einerseits einen eigenen Stil und andererseits einen gewissen Realismus, der aber zu gefallen weiß.

Alles in Allem ist „Southpaw“ ein gelungener Motivationsfilm mit einem Hauptdarsteller der, wie man es von ihm gewohnt ist, erneut alles gibt. Das einzige was hier negativ auffällig ist, ist das verhältnismäßig schwache Ende und die Tatsache, dass die dem Film ihren Namen gebende „Südpfote“, äußerst selten zum Einsatz kommt.

Der Film „Southpaw“ bekommt 7/10 sich zurück an die Spitze kämpfende Empfehlungspunkte.


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