The Equalizer (Filmkritik)

Robert McCall (Denzel Washington) ist ein ganz normaler, durchschnittlicher Typ, der in einem Baumarkt arbeitet und sich mit seinen Arbeitskollegen angefreundet hat – zumindest scheint es so. In Wirklichkeit war McCall früher ein Undercover-Agent, der für seinen Ruhestand sogar seinen Tod vortäuschen musste. Als die junge Prosituierte Teri (Chloë Grace Moretz) von ihrem Zuhälter Slavi (David Meunier) misshandelt wird, schaltet McCall Slavi und dessen Männer mit seinen eigenen Waffen aus. Womit McCall jedoch nicht rechnet, ist dass diese Aktion die russische Mafia auf den Plan ruft!

The Equalizer

Der Film „The Equalizer“ basiert auf der gleichnamigen Serie, die Mitte der 80er startete und es auf immerhin vier Staffeln und 88 Episoden brachte. Wie bei allem was früher als Film oder Serie gut war, hat man das Konzept genommen und neu aufgelegt. Regisseur an dieser Stelle ist Antoine Fuqua, der zuletzt mit „Olympus Has Fallen“ bewiesen hat, dass er es gut und gerne krachen lässt.

Zu Beginn der Geschichte lernt man Robert McCall als einsamen Wolf kennen. Zwar ist er eher ein Einzelgänger, aber dennoch versucht er sich in seine Umgebung zu integrieren und mit seinen Mitmenschen zu interagieren. Das beginnt mit kleinen Dingen und so trainiert er schon einmal mit einem Arbeitskollegen namens Ralphie, damit der seine Prüfung zum Wächter schafft.

Später holt er abseits der Kamera, den bei einem Raubüberfall gestohlenen Ring einer anderen Arbeitskollegin zurück. Noch ein wenig später räumt er nur mit dem was die Umgebung hergibt, mit ein paar russischen Gangstern auf, nur um dann anschließend feststellen zu müssen, dass er sich indirekt mit der russischen Mafia angelegt hat.

Bis hier ist alles gut und die Art wie McCall auf seine Weise mit den Russen fertig wird, ist spannend und unterhaltsam zugleich. Unterstützt wird dieser Umstand durch die Tatsache, dass McCall mit Teddy (Marton Csokas) (jemandem der für die Russen schwierige Situationen löst), einen scheinbar mehr als ebenbürtigen Gegner hat.

Zu guter Letzt verliert der Film in einem in Slow Motion überzeichneten und zu langem Showdown an McCalls offiziellen Arbeitsplatz einiges. Zwar ist es schön, dass Ralphie hier wieder eine Rolle spielt, aber abgesehen davon hat man am Ende das Gefühl, man hätte hier McGyver und Bourne in einer Figur zusammengefasst und den niemals enden wollenden Slow-Motion-Effekt der letzten Resident Evil Filme ausgegraben.

Aber genug gemeckert. Die Schauspieler sind durch die Bank erstklassig gecastet. Auch wenn sich mir nicht erschließt wie man auf die Idee kommt, Denzel Washington (Flight) für eine Rolle zu verpflichten, die ursprünglich von einem weißen Engländer ausgefüllt war, macht er seine Sache (eigentlich wie immer) großartig. Auch wenn seine Rolle als McCall eher actionlastig angelegt ist, funktioniert Washington wie immer auch überzeugend in Charakterrollen, was meiner Meinung nach eine Kunst für sich ist.

Chloë Grace Moretz (Kick Ass) als Teri passt ebenfalls großartig in ihre Rolle und die Tatsache, dass Fuqua die Rolle eigens an ihr Alter angepasst ist, zeigt bereits welches Vertrauen der Regisseur in ihr Talent hat – und zwar zu Recht. Was jedoch in diesem Zusammenhang schade ist, ist der Umstand, dass Moretz nicht so oft im Film zu sehen ist, wie es Trailer und Co vermuten lassen würden.

Eine Person gibt es noch, die unbedingt erwähnt werden sollte und zwar Marton Csokas (Dream House). In der Rolle eines Mannes, der gerufen wird wenn es eine schwierige Situation zu lösen gibt, verbreitet er selbst im Zuschauerbereich eine eisige Kälte. Er ist ein hochintelligenter Psychopath und einer der wenigen Personen, die McCall ernsthaft gefährlich werden können.

Alles in allem ist „The Equalizer“ ein sehr unterhaltsamer Film, mit einigen ausgeprägten Schwächen gegen Ende der Geschichte und am Schluß hat man das Gefühl, einen durchaus gelungenen Serienpiloten gesehen zu haben. Nur gut, dass anscheinend bereits an einer Fortsetzung gearbeitet wird.

Der Film „The Equalizer“ bekommt 7/10 das Recht auf recht unsanfte Art und Weise wiederherstellende Empfehlungspunkte.


Ein Gedanke zu „The Equalizer (Filmkritik)

  1. Also mir war der Film fast ein wenig zu brutal. Außerdem fand ich Denzel Washington in seiner Rolle nur bedingt glaubwürdig. Den tödlichen Ex-CIA-Agenten kaufte ich ihm nicht ab.

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