S.W.A.T.: Firefight (Filmkritik)

Paul Cutler (Gabriel Macht) gehört zu den angesehensten Mitarbeitern der S.W.A.T.-Einheiten im Großraum Los Angeles. Darum wird er auch auf ausdrücklichen Wunsch des Bürgermeisters als Trainer in die Stadt Detroit eingeladen. Nach anfänglichem Unmut über die neue Situation, findet sich Cutler schnell zu recht in der neuen Umgebung, in der Psychologin Kim Byers (Carly Pope) erwartet ihn sogar eine Möglichkeit, sein nicht gerade lebendiges Liebesleben aufzupeppen.

Als er und sein neues Team jedoch zu einer Geiselnahme gerufen werden, wo ein Mann namens Walter Hatch (Robert Patrick) seine Exfreundin Rose (Kristanna Loken) mit einer Waffe bedroht, geht alles schief. Rose stirbt und somit verliert Cutler nach über 10 Jahren bei der Polizei seine aller erste Geisel überhaupt. Bald werden er und seine Leute aber ganz andere Probleme haben, denn der Psychopath Hatch schwört blutige Rache für den Tod seiner großen Liebe. Dass dies durchaus bedrohlich werden könnte, dafür garantieren seine Erfahrungen aus einem Leben voller Geheimaufträge und Spezialausbildungen.

S.W.A.T.-Firefight

Im Jahre 2003 kam ein Actionthriller namens S.W.A.T. (Special Weapons And Tactics) mit Colin Farrell, Michelle Rodriguez und Samuel L. Jackson in den Hauptrollen in die Kinos, der mehr oder weniger lose auf der gleichnamigen Serie aus dem Jahre 1975 basierte. 2011 entstand nun die DVD – Fortsetzung S.W.A.T.: Firefight unter der Regie des früheren Musikvideoregisseurs Benny Boom, natürlich wie immer bei solchen zweiten Teilen mit weniger Stars und einem deutlich kleinerem Budget.

Hier haben wir wieder mal den gar nicht so seltenen Fall eines gute gemachten schlechten Filmes, im Gegensatz zu z.b Robert Rodriguez Grindhouse-Filmausflügen ist sich der S.W.A.T.-Regisseur jedoch nicht bewusst, mit welchem Material er hier eigentlich arbeitet. Keine Frage, hier bekommt man spannende, spaßige und actionreiche Unterhaltung präsentiert und das auch noch technisch einwandfrei produziert, aber leider ist die Story doch zu schwach, das Ende kommt zu ruckartig und die ach so speziell ausgebildeten Polizisten handeln teilweise dümmer, als es die Poilzei eigentlich erlauben dürfte.

Vor allem die mit Rockmusik unterlegten, „Pseudo Michael Bay“ Einstellungen waren nervig. Wenn zum Beispiel das gesamte Team nach einer Schiesserei in Zeitlupe sekundenlang durch das Bild stolziert, dann ist dies einerseits lächerlich und andererseits auch ziemlich unrealistisch. Juhu, wir haben gerade drei Männern das Hirn herausgeschossen, die Einrichtung zerlegt und die Geiseln gerettet, wir sind die Größten! Vielleicht aber läuft es wirklich genau so bei den amerikanischen S.W.A.T.- Teams ab, immerhin haben hier drei Exmitglieder dieser Einheiten am Drehbuch mitgeschrieben.

Die Actionszenen an sich kommen dafür ziemlich dynamisch und wuchtig daher, eine willkommene Abwechslung fand ich dabei die zahlreichen Schnitte auf kreative Kameraperspektiven. Durch den Blick aus den auf diversen Waffen oder am Boden mitten im Geschehen befestigten Kameras, wirken einige Szenarios noch lebendiger, da man sich mit dem Bild auch selbst sozusagen durchgeschüttelt fühlt.

Schauspielerisch finde ich erstens mal den kurzen aber guten Gag nett, dass hier (wenn auch nur kurz) Terminator auf Terminator trifft. Robert Patrick (aus dem zweiten Teil) und Kristanna Loken (aus dem dritten Part) als Expärchen, ja so eine Beziehung konnte ja gar nicht lange gut gehen. Während Loken in ihrem aufwühlenden Cameoauftritt nur etwa fünf Minuten vorbei schaut, füllt Patrick mit seiner psychotischen Präsenz so ziemlich die meisten Plotlöcher im restlichen Filmverlauf. Vor allem wie er seine Stimme dabei einsetzt hat etwas unterschwellig Bedrohliches. Eine perfekt emotionslose Maschine eben, die mit den unerwartet entstandenen Gefühlen eben gar nicht richtig umgehen kann.

Gabriel Macht kenn ich ja vor allem durch Frank Millers „The Spirit“. Er ist zwar nicht richtig schlecht, doch vollkommen überzeugen von seiner Schauspielkunst konnte er mich noch nicht und wird das wohl auch nie schaffen. Carly Pope als dauernd arbeitende Liebe des Helden ist da schon überzeugender, obwohl sie nicht genug zu tun bekommt. Die Mitglieder des Teams bleiben auch blass, sie sind ja im Grunde nur Reißbrettfiguren, die man auf Grund der Story eben in dieser Form benötigt.

Will man hier seinen Spaß haben (den hatte ich übrigens durchaus), dann sollte man auf jeden Fall sein Hirn ausschalten und ja Nichts hinterfragen. Wer diese Regeln befolgt, bekommt einen durchgestylten Thriller mit gut choreographierten Shootouts serviert, hübsche Damen und teilweise zu coole Typen inklusive. Einmal Anschauen und genießen, danach sofort vergessen lautet die Devise.

S.W.A.T.: Firefight bekommt von mir 6/10 lieber scharf schiessende als vorher nachdenkende Empfehlungspunkte.


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