The Mechanic (Filmkritik)

Arthur Bishop (Jason Statham) ist ein Mechaniker – ein Profikiller, der darauf spezialisiert ist Morde wie Unfälle aussehen zu lassen. In seinem Job ist er der beste Mann weit und breit, darum wird ihm auch der Auftrag erteilt, seinen Mentor Harry McKenna (Donald Sutherland) zu beseitigen, da dieser sich angeblich gegen die eigene Organisation gewendet hat. Nach einigem Nachdenken und gründlicher Recherche entschließt sich Arthur schließlich, die belastende Aufgabe zu übernehmen.

Bei Harrys Beerdigung trifft er kurz darauf auf dessen Sohn Steve (Ben Foster), der ohne Perspektiven durch sein Leben schlendert und bald einen festen Entschluss fast: er will selbst ein Mechaniker werden und von Arthur alles Wissen erlernen, was dieser über die Jahre so angesammelt hat. Dieser willigt auch auf Grund seines schlechten Gewissens ein, außerdem erkennt er durchaus Potential in Steve. Als sich der angebliche Verrat von Harry als eine Lüge entpuppt, holen die beiden zum Gegenschlag gegen den Leiter der Killertruppe aus. Anfänglich läuft alles glatt doch was wird passieren, wenn Steve den Mörder seines Vaters endlich entlarvt hat?

The Mechanic Film Victory Loves Preparation

1972 entstand ein Actionthriller mit dem Namen „The Mechanic“, bei uns wohl besser bekannt unter seinem deutschen Namen „Kalter Hauch“, mit Charles Bronson als Elitekiller und Jan-Michael Vincent als seinen Schüler in den Hauptrollen. 2010 folgte nun unter der erfahrenen Regie von Simon West (Con Air, Wehrlos-die Tochter des Generals, Tomb Raider) das Remake, in dem Jason Statham und Ben Foster in die Haut der Figuren von damals schlüpfen durften.

Bei diesem Film ist mir schon beim Trailer die ziemlich interessante Wahl der beiden Hauptdarsteller aufgefallen. Auf der einen Seite hätten wir da Jason Statham, bei dem es eigentlich in all seinen Rollen vor allem um sein Auftreten, seine Präsenz und sein Verhalten an der Oberfläche geht. Trotz oder gerade wegen dieser Art des Auftretens, passiert bei ihm (fast) immer alles nach Plan, ohne Fehler und mit tödlicher Effizienz. Als Gegenpart gibt es dann Ben Foster, der wie so oft eine unberechenbare, gescheiterte Existenz spielt. Er ist die tickende Zeitbombe voller zwiespältiger Emotionen, seine Gefühle bestimmen sein Wesen und führen mehr als einmal zu unkontrollierbaren Situationen.

Nach Betrachten des Filmes kann ich dazu jetzt nur mehr bestätigen, dass der Charaktermix hier wirklich spannend und sehr passend ist, man sieht einfach gerne zu wenn die beiden harten Jungs interagieren. Dazu kommt noch der routinierte Regisseur, der hier einen erstaunlich ruhigen Actionthriller abliefert, der aber keineswegs auf genüsslich zelebrierte Actionsequenzen verzichtet. Im Vergleich zu einigen anderen modernen Genrebeiträgen schafft es West aber hier immer die Übersicht zu bewahren, was besonders auch der erfreulicherweise nicht blitzschnellen Schnittfolge zu verdanken ist.

Auch gut gefallen hat mir die Art zu Töten von Arthur, der Leute ertränkt, erwürgt und erschiesst doch es immer so hindreht, dass es wie ein Unfall, ein natürlicher Tod oder ein zufälliges Verbrechen aussieht. Richtig brutal wirkt er dabei weniger, ganz im Kontrast zu seinem neuen Schüler, dessen erster Soloeinsatz zu den blutigsten Szenen im gesamten Film zählt. Für Spannung ist also in vielseitiger Weise gesorgt, das alles dann auch noch straff inszeniert, mit wuchtigen Explosionen und coolen Schiessereien garniert. Irgenwie schafft es der Film dabei, optisch modern und inhaltlich nostalgisch altmodisch zu wirken. Hier ist eine schöne Symbiose aus modernem Anspruch und Homage an die guten alten Zeiten (des Originalfilms) gelungen.

Unser aller Lieblingsengländer Jason Statham ist ja einer der souveränsten und coolsten Filmactionhelden, den amerikanische Filme seit einiger Zeit zu bieten haben. Hier spielt er wieder mal sich selbst, dabei ist er erwartungsgemäß völlig überzeugend und 100 prozentig glaubwürdig. Ben Foster glänzt wieder in einer ambivalenten Rolle, die seiner Art ähnlich gut entsprechen zu scheint, wie die Stathams Part seiner Persönlichkeit. Donald Sutherland und Tony Goldwyn veredeln zusätzlich noch die ganze Geschichte mit ihren Kurzauftritten und runden so das sowieso schon runde Gesamtergebnis noch einmal zusätzlich ab.

Insgesamt ist dies also ein echt unterhaltsamer Film geworden, mit toll gewählten und spielenden Darstellern, einer taffen und realistischen Grundstimmung, guten Effekten und einer durchgehend spannenden Erzählweise. Dass die Persönlickkeiten der Figuren nicht völlig untergehen bzw. absolut austauschbar wirken, ist ja schon fast eine Seltenheit und ist mir hier besonders angenehm aufgefallen. Natürlich ist dies trotzdem in keiner Weise eine Charakterstudie geworden, aber die handelnden Leute sind dir nicht völlig egal und man möchte einfach wissen, wie die ganze Geschichte am Ende ausgehen wird.

The Mechanic bekommt von mir 8/10 Probleme entgültig lösende Empfehlungspunkte.


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