Stone (Filmkritik)

Kurz vor seiner Pensionierung möchte der Bewährungsbeamte Jack Marby (Robert De Niro) noch seine offenen Fälle abschließen. Dazu gehört die Fertigstellung der Akte des Häftlings Stone (Edward Norton), der wegen Todschlag und Brandstiftung seine Gefängnisstrafe absitzen muss und der auf seine vorzeitige Entlassung hofft. Dabei setzt er nicht zuletzt auf die Reize seiner Frau (Milla Jovovich), die versucht Marby um den Finger zu wickeln.

Stone Film Robert De Niro Edward Norton

Eigentlich kann man mit diesem Cast ja nicht sehr viel falsch machen. Auch wenn die Kombination von De Niro, Norton und Milla eher ungewöhnlich ist, haben alle drei schon in diversen Filmen für erstklassige Unterhaltung gesorgt. Dass Stone nicht so recht gefallen will, ist auch nicht deren Schuld. Vielmehr will sich das Drehbuch nicht entscheiden was es denn nun wirklich eigentlich will und lässt so den Film schnell langweilig wirken.

Dabei hätte der Film durch seine subtile Machart, die ihn schon fast ein wenig wie einen Horrorfilm ala „Saw“ wirken lässt durchaus Potential, würden nicht alle subtilen und irre wirkenden Anspielungen im Sand verlaufen und der Film nicht irgendwann einfach enden. Damit verpufft die zuvor aufgebaute Spannung und hinterlässt den Zuschauer unbefriedigt und mit vielen Fragen.

Robert De Niro hat zwar die unspektakulärste Rolle, dennoch wartet man als Zuschauer quasi immer auf ein Coming Out. Gerade nachdem man zu Anfangs in einer Rückblende gesehen hat, wie er seine Frau, die ihn verlassen wollte, zum Bleiben überreden konnte, hat man eigentlich das Gefühl er könnte von allen verrückten Typen der irrste sein. Da dem jedoch nicht so ist (so viel sei verraten – es gibt keine Überraschungen in der Charakterentwicklung) ist seine Figur langweilig, was jedoch nicht am Schauspieler sondern wiederum am Drehbuch liegt.

Edward Norton ist für mich ja der Charakterdarsteller, auch wenn es seit dem Hulk-Debakel ruhig um ihn geworden ist. Seine Performance ist (im Rahmen seiner Möglichkeiten) erstklassig, wenn er auch den Film nicht zu retten vermag. Zu Anfangs ist er der coole Typ, der mit Rasterlocken und Ghetto-Slang seinen Bewährungshelfer von seiner Läuterung zu überzeugen versucht. Später ist er zwar tatsächlich dabei die Erlösung zu finden, verliert dabei jedoch seinen Verstand – was schon beinahe lustig mit anzusehen ist.

Ich habe Milla Jovovich auch als Schauspielerin wirklich gerne, ich habe sie aber schon lange nicht mehr so unsexy in Szene gesetzt gesehen. Hier wurde nicht nur nicht mit dem Computer nachgeholfen, sondern auch in vermeintlich erotischen Szenen eine unvorteilhafte Kameraführung gewählt, die sie absolut nicht von ihrer Schokoladenseite zeigen und die die kaum vorhandene Erotik verschwinden lassen. Ihr Charakter hat etwas kindlich, berechnend psychopatisches, verliert aber gegen Ende von Bedeutung und geht daher zu Unrecht unter.

Stone ist für mich ein klarer Fall von „wie man es nicht macht“. Weder die guten Schauspieler und die einigermaßen brauchbaren Dialoge können das Drehbuch retten, das irgendwo zwischen wirr und grottig schlecht angesiedelt ist.

Von mir bekommt Stone 4/10 Empfehlungspunkte.


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