Der Illusionist – The Illusionist (Filmkritik)

Als sich Eduard und Sophie ineinander verlieben, ist ihnen der unterschiedliche Rang völlig egal. Aber Sophie ist die Herzogin von Teschen und zu Größerem berufen, als den Sohn eines Schreiners zu heiraten. So wird das Paar getrennt. 15 Jahre verstreichen, als Eduard (Edward Norton) – nun Eisenheim, der Magier genannt – Sophie (Jessica Biel) in einer seiner Zaubershows wieder sieht. Es vergeht eine Weile bis auch Sophie Eduard erkennt, und die Gefühle der beiden entflammen aufs Neue. Doch Sophie ist mit dem Kronprinzen Leopold von Österreich verlobt, und dieser setzt alles daran, die beiden zu trennen und Eisenheim aus Rache zu vernichten.

Der-Illusionist

Ein Film der mich sehr positiv überrascht hat. Leider kam er zur gleichen Zeit wie „The Prestige“ heraus und ging in dem Trubel um den ebenfalls sehr gelungenen, aber ungleich erfolgreicheren „Zaubererfilm“ völlig zu Unrecht unter. So schaffte er es bei uns nicht einmal auf die große Leinwand, sondern kam gleich als DVD heraus.

Das Skript basiert auf einer Kurzgeschichte von Steven Millhauser namens „Eisenheim the Illusionist. „Der Illusionist“ kostete nur 16,5 Mio Dollar – also schon fast ein Independent Film. Inzwischen hat er schon an die 90 Millionen eingespielt, wohl auch dank sehr guter DVD Verkäufe. Ansehen tut man dem Film sein begrenztes Budget keineswegs, er glänzt mit wunderschönen Farben und erzeugt so einen Look, aus einer Welt vor unserer Zeit. Zu Recht gab es hier eine Oscar-Nominierung für den Kameramann Dick Pope.

Der Film spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien (als echte Österreicherin freut mich das!!!!!), gedreht wurde wohl aus Kostengründen in Prag. Die Kostüme, Frisuren und Accessoires wirken sehr authentisch und sind schön anzusehen. Im Laufe des Filmes wird aus der Liebesgeschichte von Eisenheim und Sophie ein Kriminalfall, der zwar spannend ist, aber nicht so ganz hineinpassen will. So erinnert die Geschichte mich ein bisschen an Romeo und Julia, die nicht zueinander finden können. Manche Sachen störten mich teilweise schon ein bisschen – wenn zum Beispiel Sophie im Herrensattel reitet (zur damaligen Zeit undenkbar und sehr unschicklich), so will das einfach nicht authentisch wirken.

Anfangs kreist die Geschichte um Eisenheim und seine fantastischen Tricks. Kann er wirklich zaubern? Und wenn nicht, wie funktionieren seine unglaublichen Tricks? Vor allem seine späteren Geisterbeschwörungen werfen die Frage nach dem WIE auf. Antworten darauf bekommt man als Zuschauer keine, nur Inspektor Uhl bekommt an Ende des Filmes zu sehen, wie Eisenheims Orangenbaum-Trick funktioniert. Mich persönlich stört dies nicht, im Gegenteil, so bleibt dem Film etwas Magisches. Ab der Mitte wird aber ein Krimi daraus und da fängt es dann an, ein bisschen an der Konstanz im Erzählfluss zu hapern. So plätschert die eigentlich spannende Geschichte an manchen Stellen recht lustlos vor sich hin. Die Schauspieler und die beeindruckend schönen Bilder lenken aber gekonnt von diesen Schwachstellen ab.

Bei den Schauspielern gibt es einige bekannte Gesichter. Edward Norton (Stone) spielt Eisenheim sehr sicher und überzeugend, man könnte meinen, der kann sowieso nichts falsch machen (außer Hulk zu spielen – also wirklich!). Sogar Jessica Biel (Das A-Team) spielt ganz gut, was mich persönlich doch (vollkommen vorurteilsfrei *g*) überrascht hat, da sie nicht immer durch ihr Talent von sich reden macht. Rufus Sewell (der Böse aus „Ein Ritter aus Leidenschaft“) spielt als Kronprinz Leopold wieder einmal einen Schurken, macht das aber souverän wie immer.

Die Überraschung für mich war sicherlich Paul Giamatti (Cold Souls), der eine wirlich gute Leistung als Inspector Uhl bietet. Seine Darstellung des Polizisten, der zwischen seinem Wunsch Karriere zu machen, der Sympathie für Eisenheim und der Treue gegenüber dem Kronprinzen hin und her gerissen ist, ist echt sehenswert. Und besonders wenn er mit Norton gemeinsam zu sehen ist, meint man, seine Gefühle wirklich zu spüren.

Noch ein Zitat, das viel Wahres an sich hat:
From the moment we enter this life we are in the flow of it. We measure it and we mock it, but we cannot defy it. We cannot even speed it up or slow it down. Or can we? Have we not each experienced the sensation that a beautiful moment seemed to pass too quickly, and wished that we could make it linger? Or felt time slow on a dull day, and wished that we could speed things up a bit?

Der Film bekommt von mir 7,5/10 magischen Punkten.


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