Unknown Identity (Filmkritik)

Dr. Martin Harris (Liam Neeson) ist samt Frau (January Jones) in Berlin zu einer Konferenz eingeladen. Nachdem er jedoch einen Autounfall hat und einige Zeit im Krankenhaus im Koma gelegen hat, ist alles anders. Nicht nur dass er keinerlei Möglichkeit hat sich auszuweisen, hat auch noch jemand seine Identität geklaut. Sein größtes Problem ist aber, dass sich seine Frau nicht mehr an ihn zu erinnern scheint.

Unknown Identity Film Liam Neeson

Auch wenn es bei dem Namen Jaume Collet-Serra nicht klingelt, hat man vielleicht möglicherweise bereits Filme wie „House of Wax“ oder „Orphan – das Waisenkind“ gesehen, bei denen der Spanier für die Regie verantwortlich war.

In seinem neuen Streifen geht es um die Frage, ob man seinem Verstand nach einem Schlag auf den Kopf noch trauen kann. Zwar ahnt man als Zuschauer bald, dass hier etwas nicht stimmt und fühlt sich bald bestätigt, aufgelöst wird die Geschichte aber erst gegen Ende hin. Das ist zwar äußerst kreativ gewählt, wirkt aber stark konstruiert und erhält dadurch einen etwas faden Beigeschmack.

Dabei nimmt sich der Film die nötige Ruhe um seine Geschichte erzählen zu können. Dies macht sich einerseits durch den bewusst langsamen Schnitt bemerkbar. Andererseits verwendet man gerade am Anfang viel Zeit damit einen unheimlichen Spannungsbogen aufzubauen, was im konkreten Fall nicht unbedingt ein Nachteil ist. Verfolgungsjagden und Explosionen sind kein zentrales Element des Films, werden aber dort wo sie eingesetzt werden gut umgesetzt.

Liam Neeson ist zwar schon lange im Geschäft, obwohl er erst mit Star Wars so richtig bekannt wurde. Als Jemand der vor den Kopf gestoßen alles zu verlieren scheint, lässt er nichts unversucht um seine Identität zu bestätigen und verliert dabei zu keinem Zeitpunkt auch nur eine Spur seiner Ausstrahlung – zumal er ganz klar aus der Reihe der deutschen Schauspieler heraussticht.

Und die sind sehr stark vertreten – aber gut der Film spielt auch bei unseren Lieblingsnachbarn. Das Highlight des Films ist ganz klar Bruno Ganz, der als ehemaliger Stasi-Agent Licht ins Dunkel bringt, und das auf seine spezielle, ganz typische Art. Aber auch die Kollegen wie Rainer Boch oder Sebastian Koch brauchen sich hinter dem großen Iren nicht verstecken und verleihen dem Film das landestypische Etwas (bzw. nicht amerikanisch wirkende).

Etwas zum Schmunzeln gebracht hat mich die Performance von Diane Krüger, die nicht nur eine der größeren Nebenrollen hat, sondern auch als Deutsche in Deutschland eine illegal eingewanderte Bosnierin mit passendem Akzent spielt.

Der Film bekommt von mir 7,5/10 Empfehlungspunkte.


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