Blitz (Filmkritik)

Detective Sergeant Tom Brant (Jason Statham) ist einer der besten und härtesten Cops auf den englischen Straßen. Seine einziges Problem ist seine schlechte Laune und sein damit verbundenes Temperament. Nicht selten landet ein Krimineller nach einer Auseinandersetzung mit Brant im Krankenhaus, was ihn auch zum liebsten Opfer von Sensationsreporter Harold Dunphy (David Morrissey) macht.

Als ein Copkiller, der sich selbst den Namen „Blitz“ (Aidan Gillen) gegeben hat, seinem blutigen Hobby nachgeht und ihn anscheinend niemand stoppen kann, wird Brant auf den Fall angesetzt, um den Täter so schnell wie möglich dingfest zu machen. Können er und sein neuer Vorgesetzter Porter Nash (Paddy Considine) den Killer finden, bevor noch mehr Polizisten sterben und wenn ja, wird ihn Brant am Leben lassen oder einfach umbringen?

Blitz

„Blitz“ ist die Verfilmung eines Buches des irischen Autors Ken Bruen, der für seine hartgesottenen Beiträge zur Kriminalliteratur bekannt ist. Die Figur des Tom Brant ist mittlerweile Star von sieben Büchern, mit seinem vierten Abenteuer „Blitz“ liefert Regisseur Elliott Lester hiermit den ersten filmischen Ausflug dieses Antihelden ab, perfekt besetzt mit Actionstar Jason Statham. Etwas fiel mir hier wieder mal sofort auf, dass die europäische Härte in Filmen völlig anders daherkommt als die amerikanische, nämlich unmittelbarer und um einiges unangenehmer. Außerdem kommt man hier bei der Originalfassung wieder mal in den Genuss des auditiven Highlights, einige dieser unglaublich cool klingenden, englischen Akzente zu hören.

Um den Film so passend wie möglich beschreiben zu können, muss ich eigentlich einfach nur etwas über den Hauptdarsteller und seine bisherige Rollenauswahl erzählen. Der Londoner Exprofischwimmer Jason Statham (The Mechanic, Death Race, Transporter 3) wurde im Jahre 1998 von Guy Ritchie (Snatch, Rock´N Rolla, Sherlock Holmes) entdeckt und hat sich seitdem zu einem der größten Actionstars nicht nur in England, sondern auch Amerika hinaufgeprügelt. Im Prinzip spielt er zwar immer die gleiche Rolle, doch diese beherrscht er schon seit einiger Zeit perfekt. Bei ihm geht es immer nur um seine Ausstrahlung und sein Verhalten, wie er wirkt auf andere Menschen und so seine Ziele erreicht, Subtilität ist daher nicht gerade seine Stärke aber wozu sollte ein Kerl wie er diese auch brauchen können?

Genau wie er ist auch dieser Film. Gleich zu Beginn geht es richtig los mit der ersten Auseinandersetzung, bei der Statham drei Gangster zusammenschlägt, gleich darauf fällt auch schon der erste coole Spruch: „Wenn du dir schon den falschen Kampf aussuchst, dann nimm wenigstens die richtige Waffe mit!“ Der Vorspann setzt ein, pusht durch schnelle Schnitte und bringt durch Einblendungen von Zeitungsausschnitten sogar die Handlung weiter. Genau so geht es dann auch dank der nie zur Ruhe kommen wollenden Musik weiter. Der Film gönnt sich zwar auch seine Pausen, doch bleibt der Gesamteindruck erhalten hier ein straffes Spektakel ohne jeden Leerlauf erlebt zu haben.

Neben dem wie immer souveränen Jason Statham – der sogar auf seine sehr individuelle und komische Art zeigen darf, dass er doch auch ein Mensch mit Schwächen ist und nicht wie vermutet eine Maschine – zeigt vor allem Aidan Gillen (12 Rounds), dass er als pychotischer Killer toll besetzt ist. Seine schleimige Überheblichkeit und seine eiskalten und wütenden Morde machen den Zuschauer beim Betrachten echt wütend auf ihn, der Kerl schafft es mit dem Töten von Cops doch wirklich – wenn ihn niemand stoppen sollte – ein Medienstar zu werden. Paddy Considine als Softie liefert einen schönen Gegenpart zu Statham, bleibt aber unterfordert, genau wie David Morrisey (Centurion) als karrieregeiler Reporter. In einer feinen Nebenrolle ist Luke Evans zu sehen, den man wohl bald als Star bezeichnen darf nach seinen Rollen in den kommenden Blockbustern „Die drei Musketiere„, „Immortals“ und den „Hobbit„- Filmen von Peter Jackson.

Um in diese Welt der unmenschlich agierenden Mörder und unnahbar wütenden Polizisten auch etwas Gefühl und Menschlichkeit hineinzubringen, wird nebenbei auch die Story einer Undercoveragentin im Drogenmilieu erzählt, die mit ihrem „Exjunkiedasein“ hadert und einen ihr wichtigen Jungen aus einer Gang befreien will. Ihr Schicksal verbindet sich tragischerweise mit der des Killers und so bekommt Stathams Filmfigur dann auch den letzten Kick, um das zu tun was zu tun ist. Ohne den Schluss nun völlig vorwegnehmen zu wollen, aber die Moralfrage in diesem Spektakel zu stellen ist nicht wirklich sinnvoll, da Oldschool-Bullen die Sache schon immer selbst in die Hand genommen haben, wenn sie das Gesetz im Stich lässt.

Ein sehr modern wirkender Film also, mit einem fast schon klassischem Antihelden, klasse gespielt, zügig inszeniert und herrlich englisch in der Ausführung. Außer der vielleicht ein wenig fehlenden Substanz kann ich hier nun wirklich nichts aussetzen. Mister Statham hat es eben drauf und echte Konkurrenz ist weit und breit nicht in Sicht.

Blitz bekommt von mir 8/10 eiskalte Gewalt mit roher Gewalt bekämpfende Empfehlungspunkte.


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