Zoolander (Filmkritik)

Derek Zoolander (Ben Stiller) hat, die besten Tage hinter sich. Nicht nur dass er sich bei den letzten Fashion Awards blamiert hat und den Preis des Dressman des Jahres an seinen Konkurrenten Hansel (Owen Wilson) verloren hat, scheint es als habe er den Höhepunkt seiner Karriere hinter sich. Zu seinem Leidwesen wird er dann auch noch von einem Modesyndikat einer Gehirnwäsche unterzogen, um den Präsidenten von Malaysia zu ermorden.

Zoolander Film Ben Stiller

Vor „Tropic Thunder“ war da „Zoolander“. Wie auch in seiner Satire über die Welt des Filmemachens stand das Multitalent Ben Stiller hier vor bzw. hinter der Kamera und war auch am Drehbuch beteiligt. Dass er sich damit zu einem nicht unwesentlichen Teil selbst inszeniert, klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas narzistisch, auf den zweiten merkt man aber wie immer, dass Stiller auch einmal gerne über sich selbst lacht.

Weibliche Models haben ja den Ruf, eitel, dumm und unglaublich ich-bezogen zu sein – und was ist mit den männlichen Models? Ja, auch die scheinen (wenn man dem Film Glauben schenken sollte) sämtliche Klischees perfekt zu erfüllen. „Zoolander“ zieht die gesamte Modebranche durch den Kakao und zeigt sogar das, was bei „Americas Next Topmodel“ vermutlich herausgeschnitten werden würde. Dabei nimmt der Film die bekannten Vorurteile und verwendet sie in einer so übertriebenen Form, dass es schon wieder komisch ist.

Die Geschichte von „Zoolander“ wirkt leider, vielleicht auf Grund der Tatsache, dass der Film nicht einmal die zeitliche 90 Minuten-Marke schafft, ein wenig so, als wären Stiller die Ideen ausgegangen. Der Film selbst scheint seine Geschichte in Episoden zu erzählen, die dazu dienen, den Protagonisten durch die Ereignisse zu führen – aber im Wesentlichen funktioniert dieses Konzept. Dass Stiller hier auf seine Art ein Mittelding aus Satire und Komödie vollbracht hat, macht diesen Film zwar speziell, aber meistens lustig.

Ben Stiller als titelspendender Protagonist ist das perfekte Beispiel, wie man eine eigentlich schräge Hauptrolle gut spielen kann. Dabei macht er mehr als deutlich, dass sein Charakter nicht der hellste ist und auch keine Ahnung vom echten Leben hat. Stiller beweist damit auch seine Wandlungsfähigkeit, auch wenn er sonst in Komödien oft dieselbe Rolle zu spielen scheint. Owen Wilson (Drillbit Taylor) als Zoolanders Nemesis Hansel auf der anderen Seite erweckt oft einen so chilligen Eindruck, dass man glauben könnte er wäre wirklich auf exotischen und vor allem Bewusstseins-erweiternden Kräutern.

Das Böse hat noch nie so schräg ausgesehen. Will Ferrell (Die fast vergessene Welt) mit gelber Hörnerfrisur und Bärtchen gibt einen gerade zu metrosexuellen und diabolischen Bösewicht. Milla Jovovich (Stone) versteckt sich hinter einer Menge Schminke und einem Outfit, das mehr glänzt als die meisten entsprechenden Magazine in Verbindung mit einem Oststaaten-Dialekt und ist daher kaum wieder zu erkennen.

Bemerkenswert ist immer wieder, dass Stiller es schafft für seine Projekte extrem viele Stars zu gewinnen. Neben einer Nebenrolle für seinen Vater Jerry Stiller (King of Queens) und David Duchovny (Californication) gibt es auch viele Stars, die sich begeistern haben lassen kurz vorbei zu schauen. Da wären zum Beispiel Christian Slater (Breaking In), Cuba Gooding Jr. (The Hit List), Natalie Portman (Black Swan), aber auch Celebrities wie David Bowie, Lenny Kravitz, Gwen Stefani oder Heidi Klum.

Alles in Allem ist „Zoolander“ ein Film der als Gesamtwerk leicht angreifbar ist bzw. den man ohne weiteres schlecht finden kann. Hat man aber prinzipiell kein Problem, geschminkten Männern bei der Arbeit zuzusehen, kann ich den Film als solchen aber empfehlen. Allem Anschein nach könnte dies auch nicht Zoolanders letztes Abenteuer gewesen sein, da im Moment eine Fortsetzung für 2014 geplant ist.

„Zoolander“ bekommt von mir 7,5/10 Empfehlungspunkte.


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