Echelon Conspiracy (Filmkritik)

Max Peterson (Shane West) will gerade einen Auftrag abschließen, als ihm ein mysteriöses Handy per Paketdienst zugestellt wird. Nach anfänglicher Ratlosigkeit schaltet er dieses Handy ein und bekommt prompt eine SMS: Besteig nicht deinen geplanten Flug, sondern nutze die Angebote des Hotels noch eine Nacht länger! Dies macht er auch und an der Bar sitzend, hört er die Nachricht, dass sein regulärer Flug abgestürzt ist. Eine der nächsten Nachrichten führt ihn nach Moskau, wo er dank der Nachrichten im Casino voll abräumt. Dies erregt die Aufmerksamkeit des Sicherheitschefs des Casinos, John Reed (Edward Burns) – seines Zeichens ehemaliger NSA-Agent. Doch woher kommen die mysteriösen Nachrichten, die schon 3 Menschen in den Tod geführt haben? Und was hat es mit dem mysteriösen Echelon Programm auf sich?

Echelon-Conspiracy

Einen Spionagefilm, der von der totalen Überwachung und Kontrolle im Zusammenhang mit den Möglichkeiten moderner Computertechnik handelt, hat es schon öfter gegeben und mit jedem neuen Film, werden weitere Möglichkeiten vorgestellt, mit denen man einen Normalbürger in Null Komma Nichts als Kriminellen abstempelt hat, ihn als weltweit gesucht gelten lässt, oder ob ganz einfach jede Art von Datenübertragung abgefangen und mitgehört wird. Da wird gehackt was das Zeug hält und die Grenzen scheinen nicht absehbar. Ungünstigerweise fiel „Echelon Conspiracy“ in dieselbe Kategorie wie Eagle Eye.

Es erinnert mich an die Zeit in der mit „The Illusionist“ und „Prestige“ zwei sehr ähnliche Filme auf den Markt kamen, was dafür sorgte, dass „The Illusionist“ unverdienterweise im Abseits landete. Einige böse Stimmen bemängeln, dass Echelon Conspiracy nur eine billige Kopie von Eagle Eye ist, ich aber kann dies nicht wirklich bestätigen. Ja die Geschichte ist ähnlich, das Budget deutlich kleiner, aber dennoch gibt es einige Unterschiede, die ich aber nicht alle vorweg nehmen möchte.

Aber einen groben Unterschied gibt’s – auf den will ich eingehen – die SMS Anweisungen, die Max erhält, haben hier nichts mit Zwang, wie bei „Eagle Eye“ zu tun. Anfänglich, führen sie Max von einer Geldquelle zur nächsten und geben haufenweise gute Tipps. So gewinnt der ominöse Sender der Nachrichten Max Vertrauen soweit, dass er bereitwillig um die Welt fliegt. Wer dahinter steckt, bleibt sehr lange im Unklaren und als es heraus kommt, versuchen die Amis natürlich die Sache zu vertuschen (eh klar dass die dahinter sind *g*) und Max auszuschalten. Soweit nichts Neues von der amerikanischen Filmschreiberfront. Es scheint offensichtlich nicht viel zu geben, dass wir noch nicht gesehen haben, insofern überraschte die Story nicht wirklich – und der Filmtitel gibt schon viel zu früh Aufschluss darüber, in welche Richtung der Film wohl gehen wird.

Nichts desto trotz, der Film ist gut gemacht und über weite Strecken spannend und hat eine guten Erzählfluss. Die Verfolgungsjagden sind kürzer, es gibt keine allzu ausgefallenen Crashs oder Explosionen und die Handlung spielt in (kostengünstig zu filmenden) osteuropäischen Metropolen. Regisseur Greg Marks stellte mit „Echelon Conspiracy“ seinen erst dritten Film, wobei der Vorgänger „11:14“ beim Publikum sehr gut ankam.

Die Schauspieler machten das Beste aus ihren begrenzten Möglichkeiten, denn vor allem bei Shane West’s Charakter ist alles ein bisschen blass. Obwohl er angeblich ein Computer-Ass ist, kann er in den Szenen, in denen man ihn am PC sieht, einfach keine gute Figur machen. Das einzig innovative von seiner Seite war der Trick mit dem Gürtel, der natürlich auch gleich zweifach zum Einsatz kommt. Von einem wahren Technik-Crack hätte man ein bisschen mehr erwartet. Anscheinend hat der gute auch kein wirkliches Privatleben, denn keiner schert sich darum, wenn er mal für ein paar Stunden verschwindet.

Edward Burns gibt ziemlich glaubwürdig John Reed, man kennt ihn aus der Serie „Entourage“ wo er sich selber spielt, aber auch bei Filmen wie „27 Dresses“ und „The Holiday“ war er zu sehen. Auch Ving Rhames war als bulliger Agent dabei und als schöner, schlagkräftiger, weiblicher Aufputz war die unbekannte Tamara Feldman (vorher eher eine Seriendarstellerin mit vielen Gastrollen) mit von der Partie, die sich allerdings nach etwa zwei Dritteln des Films einfach mal mir nichts, dir nichts verabschiedet.

Was leider völlig fehlt, ist der kluge Menschenverstand. Welcher Mensch, bei vollem Verstand, würde einfach so, ohne die Geschichte zu hinterfragen, SMS über den ganzen Globus folgen? Und ich wusste schon nach der Hälfte des Films, in welche Richtung das gehen würde, ohne dass ich gespoilert hätte. Über weite Strecken hat mich noch das WARUM begleitet, das zwar gegen Ende ein bisschen beantwortet wurde, mich aber nicht sonderlich befriedigt hat.

Alles in Allem ein 08/15 Spionage-Film, der vielleicht nicht einzigartig ist, aber ehrlich: für zwei Stunden mit guten Popcorn reichts wirklich allemal!!

Der Film bekommt von mir 6,5/10 total überwachte Empfehlungspunkte.


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