Alex Cross (Filmkritik)

Doktor Alex Cross (Tyler Perry) ist durch den versierten Einsatz seiner Fähigkeiten als forensischer Psychologe, einer der besten Polizisten der Mordkommission. Als er und sein Team jedoch einen eiskalten Mord innerhalb der örtlichen Society untersuchen, stösst Cross durch seine Jagd auf den Profikiller Picasso (Matthew Fox), schnell an seine Grenzen. Picasso sieht es nämlich gar nicht gerne, wenn er bei seiner Arbeit gestört wird und schreckt als Racheakt auch vor persönlichen Vergeltungsschlägen nicht zurück.

Nachdem Cross seine Frau durch den Killer verloren hat und zusätzlich noch sein Team dezimiert wurde, bleibt ihm und seinem Partner Thomas Kane (Edward Burns) keine Wahl mehr. Sie kennen das Gesicht des Killers und werden nie wieder wirklich in Sicherheit sein, wenn er nicht gestoppt wird. Das Gesetz dehnen bzw. brechen um einen Mörder zu fassen? Sowas macht Alex Cross nicht, doch wenn es um seine Familie geht ist auch er durchaus bereit, sich die Hände schmutzig zu machen.

Alex Cross - Matthew Fox

Der Charakter des Alex Cross wurde im Jahre 1993 mit dem Roman „Along Came a Spider“ von Autor James Patterson ins Leben gerufen und seitdem gibt es mittlwerweils schon 18 weitere Bände. Auch im Kino konnte man Mister Cross, gespielt von Morgan Freeman, schon zweimal bewundern und zwar 1997 in „Denn zum Küssen sind sie da“ und 2001 in „Im Netz der Spinne“. 2012 nun, wagt man sich nun an ein anscheinend allerorts beliebtes Reboot, erzählt sozusagen die Anfänge des Helden und besetzt die Figur klarerweise mit einem jüngeren Darsteller neu.

War zuvor noch Idris Elba (Prometheus) dafür im Gespräch, wanderte die Hauptrolle schließlich an den eigentlich auf Komödien abonnierten Tyler Perry. Regie führte hier Rob Cohen (The Fast and the Furious, Triple X, Stealth oder auch Die Mumie 3: Das Grabmal des Drachenkaisers) war durchaus für Spaß machende aber nicht wirklich innovative Filme bekannt ist. Die alleinige Schuld an den durch die Bank negativen Reviews, die an dem Film nur die Performances von Perry und Fox loben, hat er aber in meinen Augen nicht, das zu einfach gestrickte Drehbuch war dabei eindeutig auch eine große „Hilfe“.

Es gibt ja ein paar Filme, bei denen man einem (oder mehreren) der Darsteller wünscht, sie hätten ihr großartiges Schauspiel in einem ebenbürtigen Film abgeliefert. „Alex Cross“ ist genau so ein Film. Matthew Fox ist wahrscheinlich den meisten Serienfans aus „Lost“ ein Begriff, doch wer ihn hier gesehen hat, wird ein ganz neues Bild seiner Schauspielkunst bekommen. In all seinen Szenen beherrscht er den Bildschirm, wenn er es nicht gerade mit seinem irren Blick, dem Zucken seines Kopfes oder der Betonung seiner Worte macht, dann ist seine physische Präsenz alleine schon einschüchternd genug.

Tyler Perry hab ich zuvor noch nie gesehen, seine Komödien sind einfach nicht so mein Ding, seine Leistung hier ist aber keinesfalls schlecht, ich finde nur er passt irgendwie nicht so recht in die Rolle hinein. Edward Burns (Echelon Conspiracy) ist sympathisch wie immer, Rachel Nichols (Continuum) als dritte im Team von Cross schön und tough zugleich, Jean Reno (Leon, der Profi) ist als stinkreiches Ziel des Killers mit dabei und für „Scrubs“-Fans ist Doktor Cox John C. McGinley als Polizeikapitän genau so angenehm arrogant, wie wir ihn gerne haben.

An den Schauspielern liegt es also wirklich nicht, dass die Sache hier nicht so richtig in die Gänge kommt. Irgendwie hat man diese Thematik schon zu oft gesehen: Cop jagd Killer, Killer macht was Persönliches draus, Cop bricht das Gesetz um ihn zu töten (nicht zu fangen) und wandelt temporär auf den dunkleren Pfaden seiner Persönlichkeit. Es gibt keine neuen Impulse, die Inszenierung ist genau so fehlerlos (bis auf den zu verwackelten Schlusskampf) wie ideenlos und ein teilweise zahnlos wirkendes, auf Massentauglichkeit hingetrimmtes PG13 Rating, helfen auch nicht gerade dabei den Eindruck zu erschaffen, hier einen starken Genrebeitrag gesehen zu haben.

Da der Film in Amerika nicht mal seine Kosten wieder einspielen konnte, kommt er bei uns im Februar 2013 nur auf DVD heraus. Erstaunlich ist daher, dass angeblich bereits Verhandlungen mit Perry und Autor Patterson geführt werden, um den als besten Alex Cross Roman geltenden „Double Cross“, auch noch verfilmen zu können. Ändert sich was bei den Drehbuchautoren und am Besten auch noch bei der Regie, dann könnte aber durchaus was daraus werden. Cross als Figur hat Potential und irre Killer (und stark agierende Menschen, die sie auch spielen können) finden sich sicherlich genug da draußen.

„Alex Cross“ bekommt von mir 6/10 durch Selbstsabotage gedämpfte und nur durch Matthew Fox Schauspiel wirklich spannende Empfehlungspunkte.


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