Continuum (Serienkritik)

Im Jahre 2077 hat die Regierung ihre Kontrolle an die großen Konzerne abgegeben. Folglich sind zahlreiche persönliche Freiheiten abgeschafft worden. Eine Gruppe von Freiheitskämpfern/Terroristen die sich selbst „Liber8“ nennt, hat dem System den Kampf angesagt und tötet bei einem Bombenanschlag nicht nur die Führungsspitze der besagten Konzerne, sondern auch zahlreiche Zivilisten. Um ein Exempel zu statuieren sollen die am Anschlag beteiligten Mitglieder von Liber8 öffentlich hingerichtet werden.

Die haben jedoch einen anderen Plan und flüchten in die Vergangenheit – genauer gesagt ins Jahr 2012. Ordnungswächterin Kiera Cameron (Rachel Nichols) schafft es der Gruppe durch das Zeitportal zu folgen. In weiterer Folge versucht sie nicht nur die Bande dingfest zu machen und damit eine Veränderung der Zeitlinie zu verhindern, sondern auch zurück zu ihrer Familie ins Jahr 2077 zu gelangen. Unerwartete Hilfe erhält sie dabei vom jungen Technik-Genie Alac (Erik Knudson).

Continuum

Gute Science-Fiction Serien sucht man im Moment ja schon beinahe vergeblich. Nach dem Ende der Star Trek Serie „Enterprise“ im Jahre 2005 und dem Ende von „Stargate Universe“ voriges Jahr ist es eine wahre Wohltat einen Vertreter des Genres zu sehen, der einsam die Fahne seines Genres hochhält.

Als die ersten offiziellen Informationen über die Serie im Internet kursierten fielen mir im Wesentlichen zwei Worte ein: „Time Trax“. Das ist die Serie in der Dale Midkiff als Captain Darien Lambert auf der Jagd nach Verbrechern ist, die mittels Zeitreise in die Vergangenheit gelangt sind. Nach beinahe 20 Jahren wird das hier bereits bekannte Konzept nach einer Generalüberholung mit dazugehörendem Facelifting aufgegriffen und wieder ins Fernsehen gebracht.

Einer der wesentlichsten Unterschiede ist die Ausgangslage der Geschichte. Die Mitglieder von Liber8 kämpfen im im Grunde um die Freiheit jedes Einzelnen (wenn auch mit allen Mitteln) und sind damit nicht nur böse. Auf der anderen Seite will Cameron nichts lieber als wieder zurück in ihre Zeit und zu ihrer Familie. Dass hier natürlich Interessen aufeinander prallen, dürfte klar sein.

Der Grund warum die Geschichte ausgezeichnet funktioniert liegt aber nicht nur an der vielschichtigen und erstklassig erzählten Geschicht,e sondern auch an der gelungenen Charakterzeichnung verbunden mit ausgezeichneten schauspielerischen Leistungen aller Beteiligten.

In der Hauptrolle findet sich Rachel Nichols als Kiera Cameron wieder. Ihre Rolle ist ein wenig an die angelehnt, die sie auch in „G.I. Joe“ hatte. Sie ist die smarte und taffe Heldin für die (auch aus der Situation heraus) Aufgeben kein Thema ist. Die Hintergrundgeschichte mit ihrer Familie sorgt für einen bemerkenswert menschlichen Touch und die Tatsache, dass sie sich beim Umgang mit „antiker Technologie“ mehr als unbeholfen anstellt, lockern die sonst recht ernste Thematik ein wenig auf.

Etwas das im Zusammenhang mit ihrer Rolle nicht fehlen darf sind ein paar coole Gadgets. Aus diesem Grund behält Cameron z.B. dank neurologischer Implantate immer den Überblick und dank ihres Hightech-Anzuges (dessen Schicksal im Moment ungewiss ist) die Oberhand. Die Serie macht sich die Mühe seine Heldin dem Zuschauer durch Rückblenden näher zu bringen, was nicht nur gut funktioniert sondern (für eine Serie) auch gut aussieht.

Erik Knudsen (Scott Pilgrim vs. the World) gibt als technikbegeisterter Alac Camerons Sidekick. Der ist nicht nur Feuer und Flamme ihr zu helfen, sondern realisiert auch schnell, dass er auch in der Zukunft eine wichtige Rolle spielt. Victor Webster war die letzten Jahre sehr fleißig, ist hier aber nach „Mutant X“ endlich wieder einmal in einer „eigenen“ Serie zu sehen. Als Carlos Fonnegra ist er Camerons Partner beim lokalen Polizeidepartment. Zwar hat er keine Ahnung über ihre wahre Identität, dennoch arbeiten beide zusammen um die Vorfälle im Zusammenhang mit Liber8 aufzuklären.

Doch auch auf Seiten der vermeintlich Bösen ist die Besetzung mehr als stimmig. Da hätten wir unter anderem Tony Amendola (Stargate Fans auch bekannt als Master Bra’tac), Lexa Doig (Andromeda) und viele andere bekannte Gesichter (von denen ich keine Ahnung habe, wo genau ich sie schon mal gesehen habe).

Alles in allem ist Continuum eine Serie mit unglaublichem Potential die im Moment alles richtig zu machen scheint. Aktuell sind für die erste Staffel immerhin 10 Folgen geplant – dann werden wir sehen was die Zukunft bringt.

Die Serie „Continuum“ bekommt im Moment von mir 8,5/10 Empfehlungspunkte.


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