Dark Matter – Staffel 2 (Serienkritik)

Nachdem sie von Six (Roger Cross) überrascht wurden, sitzen Two (Melissa O´Neil), Three (Anthony Lemke) und Four (Alex Malawi Jr.) in einem intergalaktischen Gefängnis fest. Ein Verfahren gab es nicht und wie sie schon bald herausfinden müssen, hat es offensichtlich Jemand auf ihr Leben abgesehen. In Nyx (Melanie Liburd) finden sie jedoch schon bald eine Verbündete und schmieden einen Plan, wie sie flüchten könnten.

In der Zwischenzeit soll One (Marc Bendavid) das von ihm vernachlässigte Firmenimperium wieder übernehmen und Five (Jodelle Ferland) wird bei Befragungen dazu gedrängt, ihre Crew zu verraten, wenn sie wieder heil aus der Sache heraus kommen möchte. Durch seine Nachforschungen bekommt Six bald schon Zweifel daran, dass er richtig gehandelt hat und bereut seine Tat. Kann diese Truppe ein weiteres Mal entkommen und wenn ja, schaffen sie dies auch wirklich als Team?

Nach einer sehr gelungenen ersten Staffel ist Dark Matter nun zurück und auch eine dritte Staffel, wurde bereits genehmigt. Was die Stärken der Show anbelangt, sind die Verantwortlichen gleich in zwei Richtungen weiter gegangen: einerseits sind einige Abenteuer hier sehr intim und beleuchten Einzelschicksale der Crew-Mitglieder und bringen mehr Tiefe, andererseits wird erstmals über große Ereignisse gesprochen, bei denen aktuelle Machtverhältnisse der mächtigsten Gruppierungen zerbrechen könnten und die Crew eine entscheidende Rolle dabei spielen könnte.

Das Vertrauen innerhalb der Gruppe ist nun stärker als noch zuvor, Verrat hat bereits stattgefunden, den haben sie sozusagen bereits hinter sich, wobei, ganz sicher kann man sich bei so einer Sache natürlich nicht sein. Noch immer geht die größte Spannung dieser Serie davon aus, was gewisse Ereignisse aus der Crew machen bzw. welches Verhalten sie bewirken. Vereinfacht gesagt: Sie verdienen sich zwar aus Mangel an Optionen ihr Geld illegal, jedoch haben sie sich dafür entschieden, „gut“ zu sein.

Was wäre nun, wenn einer von ihnen zwar die neuen Erinnerungen behält, jedoch das Wissen und alle Erlebnisse ihrer Vergangenheit, wieder zurückkehren würden? Wären diese Person dann wieder „böse“, bliebe sie „gut“ oder gibt es auch eine dritte Variante? Angst vor sich selbst zu haben, bekommt da eine ganz neue Bedeutung. Zumindest temporär gibt es auch drei neue Gesichter an Bord, die eine frische Dynamik ins Spiel bringen, jedoch (zumindest mir) nicht so ans Herz wachsen konnten, wie die Original-Crew.

Mein Ersteindruck, dass es in dieser Serie viel weniger um das Spektakel an sich geht sondern viel mehr um die die Geschichte der Charaktere, hat sich somit weiter bestätigt. Neben den teilweise weniger gelungenen CGI-Effekten ist somit mein einziger Wermutstropfen der obligatorische Cliffhanger, den ich in dieser Form nicht gebraucht hätte. Unerwartet werden übrigens auch ein paar doch ziemlich brutale Momente eingestreut, während einige zwischenmenschlich lustige, humorvolle Dialoge das an sich nicht gerade hoffnungsvolle Geschehen auflockern.

Von den Schauspielern dürfen nicht zuletzt auf Grund einer in einer Parallel-Welt spielenden Folge alle ihre Wandlungsfähigkeit zeigen, jedoch macht Zoie Palmer (Devil) als Androiden, die größte Entwicklung durch. Wo anders wäre diese Aussage wohl traurig, hier ist sie jedoch einfach schön. Crew-Mitglied oder doch nur austauschbare Maschine, das ist hier die Frage. Melissa O´Neil (Lost Generation) als Two hat ebenfalls zahlreiche starke Momente, sowohl zwischenmenschlich als auch auf physischer Ebene, ist sie auch weiterhin eine tolle Führerin der Crew.

Während die toughe Two auch Momente der Schwäche durchleben darf, ist Jodelle Ferland (The Cabin in the Woods) als Five zu einem wertvollen Mitglied der Truppe aufgestiegen, da ihr technisch keiner was vormacht und sie darf eine BFG (Big Fucking Gun) abfeuern, was will man mehr? Von den Herren hat mir Anthony Lemke (White House Down) als Three am Besten gefallen, diesen harte Schale weicher Kern Charme plus seinen Humor, das hat er einfach drauf. Vor allem die Buddy-Dynamik mit Roger Cross (12 Rounds: Lockdown) als Six ist wirklich unterhaltsam.

Was wohl in Zukunft kommen wird? Ich habe keine Ahnung und genau das ist das Schöne hier. Ich habe erstmals bei einer Show nicht Angst dass mein Lieblingscharakter stirbt, sondern dass er Dinge tut, die ihn plötzlich unsympathisch machen bzw. meine Liebe zu ihr/ihm, auf eine harte Probe stellen. Interessante Figuren, toll gecastete Schauspieler und ein gewisses Grad an Unberechenbarkeit, fertig ist eine zweite Staffel, die sich hinter der ersten in keiner Weise verstecken muss, ja vielleicht sogar noch eine Spur besser ist.

„Dark Matter Staffel 2“ bekommt von mir 8/10 das Raumschiff und die Menschen auf ihm, langsam aber sicher als neue Heimat/Familie akzeptierende Empfehlungspunkte.


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