White House Down (Filmkritik)

Nachdem John Cale (Channing Tatum) in Afghanistan gedient hat, ist er für die Sicherheit des Sprechers des Repräsentantenhauses verantwortlich. Doch Cale will mehr und macht sich mit seiner Tochter Emily (Joey King) auf zu einem Bewerbungsgespräch ins Weiße Haus, in der Hoffnung in den Secret Service aufgenommen zu werden.

Doch mit dem erhofften Job wird es vorerst nichts und als kleines Trostpflaster machen beide, wenn sie schon einmal da sind, eine Besichtigungstour. Doch das Weiße Haus wird von einer schwerbewaffneten Gruppe angegriffen und es ist, wie es der Zufall will, an Cale für die Sicherheit des Präsidenten (Jamie Fox) zu sorgen.

White House Down

Einer der erfolgreichsten deutschen Regisseure in Hollywood ist ohne Frage Roland Emmerich. Emmerich ist bereits einige Jahrzehnte im Geschäft und ist für einige Klassiker verantwortlich (wie z.B. Stargate), die man einfach kennen muss. Etwas das sich wie ein roter Faden durch seine Schaffenswerke zieht, sind Filme, in denen die Welt beinahe (z.B. Independence Day) oder ganz (z.B. „2012 – Das Ende der Welt„) untergeht.

Sein aktueller Film hat sich auch, wenn auch nur teilweise, dieser Prämisse verschrieben. Auch wenn die Idee an und für sich nicht schlecht ist, kann man „White House Down“ dennoch als gewagt bezeichnen. Als Grund dafür sei ein gewisser Film namens „Olympus Has Fallen“ erwähnt, der uns bereits vor einem guten halben Jahr mit einer im Prinzip gleichen Geschichte in die Kinos lockte. Hat es Emmerich hier geschafft in irgendeiner Weise mehr zu liefern als die Konkurrenz?

Etwas das dem vorab informierten Zuschauer möglicherweise ins Auge sticht, ist die Tatsache, dass der Film ab 12 Jahren freigegeben ist. Zugegeben hätte ein etwas rauerer Umgangston dem Film keinesfalls geschadet, aber man arbeitet im Rahmen seiner Möglichkeiten und macht verhältnismäßig viel daraus. Die Action ist extrem dicht und lässt dem Zuschauer kaum Zeit zum Atmen, da wirklich ruhige Momente hier die Ausnahme sind.

Hier kann Emmerich auf gewohnte Weise glänzen und dass er sein Handwerk versteht, brauche ich vermutlich gar nicht zu erwähnen. Etwas das mich persönlich etwas überrascht hat, und zwar sowohl positiv als auch negativ, war die Optik. Einerseits hat man hier viel Mühe investiert um die Innenbereiche des Weißen Hauses nachzubauen (nur um später das meiste davon wieder möglichst effektvoll zu zerstören), was wesentlich zur Stimmung des Films beiträgt.

Auf der anderen Seite sind, vor allem wenn schweres militärisches Gerät zu sehen ist, wiederholt computergenerierte Effekte deutlich als solche zu erkennen. Bedenkt man an dieser Stelle noch das Budget von immerhin 150 Million Dollar, stellt sich die Frage, wohin denn das viele Geld hin verschwunden ist und es gibt zahlreiche Filme die dasselbe, wenn nicht sogar mehr, mit weniger erreichen.

Eine der Stärken des Films ist definitiv die Geschichte selbst und Drehbuchautor James Vanderbilt hat hier einen tollen Job geleistet. Abgesehen davon, dass der Film dank der flotten Inszenierung nie langweilig wird, hat der Film einige Momente die hängen bleiben, sei es jetzt wegen der gelungenen Dialoge, des schrägen Humors oder weil sie einfach nur cool sind (etwa als der Präsident aus seiner Limousine mit einem Raketenwerfer zielt und das von einem Regierungsmitarbeiter trocken mit „das ist etwas das man nicht jeden Tag sieht“ kommentiert wird).

Gut umgesetzt ist auch, dass der Mr. Präsident, obwohl er etwas gegen Gewalt zu haben scheint, hier selbst Hand anlegen muss, während er in „Olympus Has Fallen“ einfach nur deswegen da ist, um gerettet zu werden. Dennoch habe ich ein Problem mit der Geschichte und das ist das Ende. Was als große ominöse Verschwörung anfängt endet letzten Endes derart belanglos, dass sich mir die Frage stellt, warum man sich hier nichts Besseres einfallen hat lassen.

Auf der Habenseite, und zwar als großen Pluspunkt, seien hier die Schauspieler erwähnt. Jamie Foxx (Django Unchained) wirkt als Präsident Sawyer als etwas überzeichnete Version von Präsident Barack Obama immer charmant und bleibt auch in aussichtslosen Situationen Herr der Lage. Ist ja auch kein Wunder, hat er mit Channing Tatum (G.I. Joe) als Cale jemanden an seiner Seite, der nicht nur mit einer Waffe umgehen kann, sondern auch in besagten aussichtslosen Situationen nicht klein zu kriegen ist.

Die Chemie zwischen den beiden ist überraschend gut, und die beiden hatten scheinbar auch ihren Spaß bei der Arbeit. Joey King (Die fantastische Welt von Oz) als White-House-Nerd und Tochter Emily ist zu meiner Überraschung zu keinem Zeitpunkt nervend und darf bei so mancher Gelegenheit unter Beweis stellen, wie taff sie ist. James Woods (Casino) ist zwar ein würdiger Gegenspieler mit einer unglaublichen Präsenz, verliert aber am Ende gewaltig (naja durch das Ende eben).

Alles in allem hat Emmerich hier einen gelungenen Film geliefert den (leider) keiner braucht. Auch wenn man es in manchen Bereichen besser macht als die bereits erwähnte Konkurrenz in Form von „Olympus Has Fallen“, gibt es unter dem Strich keinen Grund die Geschichte nach so kurzer Zeit noch einmal zu erzählen.

Der Film „White House Down“ bekommt von mir 7,5/10 die Welt erneut rettende Empfehlungspunkte.


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