London Has Fallen (Filmkritik)

Der pakistanische Waffenhändler und Terrorist Aamir Barkawi (Alon Moni Aboutboul) wird von den westlichen Geheimdiensten in seinem Anwesen gesichtet. Das Anwesen wird mit einer Drohne beschossen und Barkawi mitsamt seiner Familie angeblich getötet.

Zwei Jahre später stirbt der britische Premierminister. Alle wichtigen Staatsoberhäupter reisen an, um am Begräbnis teilzunehmen. Der Anlass entpuppt sich als Falle und alle Oberhäupter, mit Ausnahme des amerikanischen Präsidenten Benjamin Asher (Aaron Eckhart), kommen ums Leben. Doch Asher befindet sich auf der Flucht, hat aber zum Glück seinen besten Mann Mike Banning (Gerard Butler) dabei, der ihm bereits in der Vergangenheit mehrmals das Leben gerettet hat.

London Has Fallen

Als 2013 der Film „Olympus has fallen“ ins Kino kam, kam er „White House Down“ nur einige Monate zuvor. Obwohl beide Film quasi dasselbe Thema behandelt haben, wurde Antoine Fuquas „Olympus has Fallen“ ein Erfolg, während die Konkurrenz von Roland Emmerich floppte. Nun wird die Geschichte von Secret Service Agent Mike Banning fortgesetzt, wenn auch unter einem anderen Regisseur.

Antoine Fuqua hatte wegen „The Equalizer“ keine Zeit für die Fortsetzung und übergab die Regie an den eher unbekannten Iraner Babak Najafi. Dessen Arbeit wurde bei Erscheinen des Films an vielen Stellen gescholten. Die Kritik an Najafis Arbeit scheint aber deutlich übertrieben zu sein. Der hat sein Ziel, einen seichten aber unterhaltsamen Actionfilm zu inszenieren, mit Sicherheit erreicht.

Der Film beginnt mit einem Drohnenangriff auf Aamir Barkawi und dessen Familie. Zwar ist es schön und wichtig dem Bösewicht eine passende Motivation mitzugeben, dennoch scheint das Thema momentan Schnee von gestern zu sein. Man springt zwei Jahre in die Zukunft in den Alltag von Präsident Benjamin Asher und Secret Service Agent Mike Banning.

Gleich vorweg sei festgehalten, dass es zwar nett ist, wenn man den Vorteil gesehen hat. Der Film an sich setzt allerdings zu keinem Zeitpunkt irgendein Vorwissen voraus. Asher will zur Beerdigung des britischen Premierministers und Banning ändert im letzten Moment die Route des Konvois. Dieser Umstand rettet Asher dann auch das Leben, während alle anderen Staatsoberhäupter bei einer Serie von Anschlägen sterben.

Was dann kommt fühlt sich beinahe wie ein Videospiel an. So wird beispielsweise der französische Präsident mit einem Schiff voller Sprengstoff getötet, wo es ein gut ausgebildeter Scharfschütze auch getan hätte. Asher und Banning kämpfen sich dann quasi von einem Level zum nächsten und müssen sich dabei durch eine scheinbar nie enden wollende Menge an Gegnern kämpfen.

Das klingt erst einmal sehr stupfsinnig, hat jedoch, durch die Inszenierung, einen gehörigen Unterhaltungswert. Gerard Butler (300) als Banning ist hier so cool wie nie und legt sich mehr oder weniger alleine als Ein-Mann-Expendables-Armee mit dem Feind an. Dabei hat er, wie es sich gehört, immer einen flotten Spruch auf den Lippen und genießt es scheinbar, dass er auf Grund der Alterseinstufung so viel fluchen kann wie er will.

Aaron Eckhart (The Dark Knight) als Präsident Asher wirkt hier deutlich cooler als noch im Vorteil und legt, wenn es die Situation erfordert, auch selbst Hand an. Dennoch wäre er ohne Banning verloren und beide Männer wissen das. Schön ist auch, dass zwischen den beiden ein vergleichsweise freundschaftliches Verhältnis herrscht.

Alles in allem ist „London Has Fallen“ ein seichter aber unterhaltsamer Actionfilm, in dem Gerard Butler im Alleingang einen scheinbar nie enden wollenden Strom an Terroristen aufmischt.

Der Film bekommt daher 7,5/10 den Präsidenten erneut rettende Empfehlungspunkte.

London Has Fallen [Blu-ray]


von Babak Najafi [Universum Film GmbH]
Preis: EUR 9,97

London Has Fallen


von Stephanie Collie [Universum Film GmbH]
Preis: EUR 13,99


Ein Gedanke zu „London Has Fallen (Filmkritik)

  1. Der war ja noch schlimmer als Teil 1. Die Action-Szene ohne Schnitt war cool (wenn auch nicht unbedingt atemberaubend) und Butler ist cool (und brutal) wie lange nicht. Auch hier finde ich das Wort „sympathisch“ jetzt nicht unbedingt treffend.

    Die Selbstironie blitzt an manchen Stellen auf, aber leider geht sie dann gleich wieder verloren. Vor allem gegen Ende dann das „Wenn jemand meint, wir hätten dies durch unsere Taten selbst verursacht … der liegt völlig falsch. Amerika ist nun einmal der Retter der Welt und wir sind die Besten. Da kann man leider halt nix machen“.

    Ui – das ist schlimmer als Michael-Bay-Filme und hat mich noch viel mehr an Call Of Duty erinnert als Teil 1. Von den vielen, vielen, vielen, ganz vielen peinlichen Momenten und Fehlern im Film will ich jetzt erst gar nicht anfangen … hui war das schlimm.

    Ebenfalls in meinen Augen (aus den gleichen Gründen wie beim Vorteil) 4 Punkte von mir. Zu mehr würde es nicht reichen. Und die vier schon nur an einem verdammt guten Tag.

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