Oldies but Goldies: Pulp Fiction (Filmkritik)

Auftragskiller Jules (Samuel L. Jackson) und Vincent (John Travolta) töten im Auftrag ihres Bosses Marsellus Wallace (Ving Rhames) einige Männer, die es wagten ihn zu betrügen. Nebenbei soll sich Vincent in Abwesenheit von Marsellus um dessen Frau Mia (Uma Thurman) kümmern, damit sie sich nicht langweilen muss…

Pulp Fiction

Kaum zu glauben, dass ich so lange brauchte, bis ich mir diesen Kult-Film angeschaut habe und ich habe es nicht bereut. Nachdem mir die letzten Werke von Quentin Tarantino nicht wirklich zusagten, war ich ein wenig skeptisch, ob mir „Pulp Fiction“ wirklich gefallen würde. Doch ich muss sagen, dass ich meinen Spaß beim Schauen hatte, denn der Film hat Tarantinos typischen, schrägen Humor.

„Pulp Fiction“ erzählt 4 verschiedene Geschichten, die sich nach und nach miteinander verbinden. Zentral in der Handlung ist ein unscheinbarer, schwarzer Koffer, wegen dem Jules und Vincent 4 junge Männer erschießen. Als Zuseher bekommt man nie zu sehen was in diesem Koffer ist, was im Endeffekt allerdings ohne Belang ist, da er nur Mittel zum Zweck ist.

John Travoltas (American Crime Story) Karriere war vor dieser Rolle ins Stocken gekommen und so feierte er als Vincent Vega ein veritables Comeback. Kaum einer könnte so cool sein wie Travolta als Vega, ein Antiheld mit Waschbärbauch. Er ist ein Auftragskiller und sollte eigentlich nicht sympathisch sein, aber man kann als Zuseher gar nicht anders, als den eher einfach gestrickten Kerl ins Herz zu schließen. Er ist dem Kokain nicht abgeneigt und seine Reaktion, als er Mia nach dem Tanz zu Hause mit einer Überdosis findet ist extrem lustig. Der Tanz selber wirkt wie eine Parodie seiner bekannten Rolle in „Saturday Night Fever“.

Samuel L. Jackson hat inzwischen schon in 5 Filmen von Tarantino mitgearbeitet (Inglourious Basterds, The Hateful Eight, Django Unchained, Kill Bill: Vol 2, Pulp Fiction) und ist in seiner Rolle als Auftragskiller Jules Winnfield, der eine Vorliebe für Bibelzitate hat, insbesonders Hesekiel 25:17, einfach genial. Jules flucht für sein Leben gern und seine Reaktion, als Vincent aus Versehen jemanden im Auto erschießt ist echt sehenswert.

Irgendwie war ich der Meinung, dass Uma Thurman (Movie 43) eine größere Rolle hätte. Ihre Figur der Mia Wallace, Frau des Unterweltbosses Marsellus Wallace, hat einige der ikonischsten Szenen des Films, die man meistens sieht, wenn man Filmausschnitte zu sehen bekommt. So ist unter anderem die Szene in der sie und Vincent miteinander tanzen nicht nur dank des genialen Soundtracks ikonisch.

Als Bruce Willis (Vice) zu sehen war, war ich überrascht, denn ich hatte keine Ahnung, dass er hier mitspielt. Als Boxer Butch Collidge, der Marsellus (Ving Rhames – Mission Impossible: Rogue Nation) betrügt und deswegen auf der Flucht ist, hat wohl die absurdeste Story im Film. Als er sich in einem Geschäft vor Marcellus versteckt, werden er und sein Feind entführt, mit der Absicht sie als Sexsklaven zu halten. Als Rhames Charakter vor seinen Augen würdelos zu einer Lachnummer reduziert wird, stand mir ob mangelnder political correctness mal der Mund offen. Seine Uhr, die insgesamt 6 Jahre lang zuerst im Arsch seines Vater, dann seines Freundes vor den Japanern versteckt wurde, ist ein schräges Detail am Rande.

Tim Roth (The Hateful Eight) und Amanda Plummer (The Hunger Games: Catching Fire) als Gangsterpärchen Pumpkin und Honey Bunny, waren herrlich schräg. In einer kleinen Rolle war Regisseur Tarantino selbst zu sehen und machte seine Sache sehr gut. Harvey Keitel (The Ridiculous 6) ist als Fixer Wolf kurz zu sehen.

Fazit: Gangster sind auch nur Menschen, nur dass sie halt nicht beim Einkaufen auf die Milch vergessen, sondern mal aus Versehen jemanden erschießen.

Dieser Film bekommt von mir 9/10 herrlich schrägen Punkten


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