Mutants (Filmkritik)

Es ist eine kalte und harte Welt, in der das Paar Marco und Sonia auf der Flucht sind. Die Welt wurde durch einen Virus vernichtet, der Menschen in blutrünstige, zombieartige Wesen verwandelt, die – natürlich – Jagd auf die Lebenden machen.

Als Marcus bei der Flucht in eine Hilfe versprechende Militärbasis von einem Infizierten gebissen wird, bricht für Sonia – die noch dazu schwanger ist – eine Welt zusammen. Wird sie ihren Mann töten müssen, oder besteht noch Hoffnung auf Heilung?

Mutants Film

Gleich vorweg: „Mutants“ ist ein französischer Horrorfilm, also weiß man schon von Anfang an, worauf man sich einstellen kann. Immerhin sind die letzten tabubrechenden Filme aus dem Genre von Franzosen gemacht worden. Ding! Falsch. Denn „Mutants“ ist mehr psychologischer Thriller als Horrorfilm. Sicher, die Hintergrundgeschichte um das Virus und die blutrünstigen Monster kommt einem bekannt vor (28 Days later, anyone?), genauso wie die Flucht zu einer (scheinbar sicheren) Militärbasis. Bis auf ein paar kurze Momente ist das dann aber auch alles, was diesen Film mit dem Horrorgenre verbindet.

Denn letztlich bleibt es sich gleich vor welchem Hintergrund sich das Drama abspielt – Marco könnte genauso gut irgendeine andere tödliche Krankheit haben. Der „Horror“ geht in der ersten Hälfte mehr davon aus, dass Sonia ihrem geliebten Mann zusehen muss, wie er immer mehr verfällt und sich immer mehr in ein Monster verwandelt, das auch zusehends aggressiver wird.

Die zweite Hälfte des Films spielt – wie so oft in Filmen – mit der scheinbaren Hilfe durch Mitmenschen, die aufgrund äußerer Umstände nur allzu oft ihren Egoismus und ihren Überlebensinstinkt auf 100% stellen und ihr Mitgefühl auf 0%. Also wieder einer der Filme, der uns im Grund sagen will, dass der Mensch – wenn es zum Äußersten kommt (hier also der Virus und die Mutanten) – im Grund auch nur ein wildes Tier ist.

Schade, denn „Mutants“ hat mich über kurze Strecken immer wieder gut unterhalten, nur um dann wieder in Szenen abzufallen, die ich schon zu oft wo gesehen habe und die langweilig waren – ab der Hälfte hat der Film dann die Kurve für mich gar nicht mehr gekriegt und ich war nur noch gelangweilt. Dabei sind die Schauspieler eigentlich alle sehr gut. Von der Hauptdarstellerin Hélène de Fougerolles über ihren Film-Mann Francis Renaud gibt es nichts zu meckern – auch der Rest des Cast spielt super.

Regisseur David Morlet hat es meiner Meinung nach in den Sand gesetzt dem Genre etwas Neues abzugewinnen und einen Film gemacht, der zwar nicht per se schlecht ist, sich aber einfach zu wenig auf seine eigentlich spannende Ausgangslage verlässt (Frau muss entscheiden ob sie ihren Liebsten umbringt oder nicht), bzw. ist vielleicht während des Drehbuchschreibens drauf gekommen, dass ein Film mit diesem Thema auf 90 Minuten vermutlich niemanden interessiert. Die restlichen 45 Minuten dann aber mit den gleichen alten Handlungs“wendungen“ zu füllen wie alle anderen Zombiefilme … das ist dann doch irgendwie billig und langweilig. Was schade ist, da die Bilder doch sehr gut gelungen sind.

„Mutants – du musst SIE töten!“ bekommt von mir 5/10, um das Überleben der menschlichen Rasse in Summe und um das von Sonias Mann im speziellen bangende Punkte.

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