The Last Ship – Staffel 1 (Serienkritik)

Nachdem die USS Nathan James, ein Zerstörer der US Navy, auf einer geheimen Mission unterwegs war, muss deren Besatzung feststellen, dass die Welt wie man sie bisher gekannt hat, aufgehört hat zu existieren. Eine Virus-Pandemie hat über 80% der Weltbevölkerung dahingerafft und es herrschen Anarchie und Chaos. Es ist an der Besatzung der USS Nathan James, unter dem Kommando von Commander Tom Chandler (Eric Dane), und der sich ebenfalls an Bord befindenden Mikrobiologin Dr. Scott (Rhona Mitra), ein Heilmittel herzustellen.

The Last Ship TV Show Michael Bay

Die Idee zu „The Last Ship“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von William Brinkley aus dem Jahre 1988. Die Serie selbst wurde vorab groß mit Michael Bay als Produzent beworben und auch wenn das nicht immer etwas heißen mag, scheint der hier doch etwas mehr involviert gewesen zu sein. „The Last Ship“ wird von Bays Produktionsfirma Platinum Dunes hergestellt und scheint auch sonst die Prinzipien der Marke Bay perfekt verinnerlicht zu haben.

Diese lauten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit oder spezielle Reihenfolge):

  • das amerikanische Militär ist das Beste
  • alle anderen sind entweder böse, oder nicht besonders hell, oder treffen in einem Gefecht nicht (oder eine Kombination mehrerer Punkte)
  • Hochglanzaufnahmen von militärischen Gerät oder militärischen Einheiten bei der Arbeit
  • erst wenn alle anderen Punkte abgearbeitet sind, wird (vielleicht) etwas Charakterentwicklung eingestreut.

Regie beim Serienpiloten führte übrigens Jonathan Mostow (Surrogates). An dieser Stelle merkt man übrigens auch, dass das Konzept der Marke Bay nur dann wirklich gut funktioniert, wenn Michael Bay selbst hinter der Kamera steht. Wenn in der ersten Folge russische Spezialeinheiten aus geschätzten drei Meter Entfernung konsequent danebenschießen, war für mich beinahe der Punkt erreicht, wo ich laut „echt jetzt“ rufend, mich wieder anderen Dingen widmen wollte.

Gerade zu Beginn der ersten Staffel wird auch bemerkbar, dass das Bay-Konzept als Serie schwer umzusetzen ist. Einerseits ist das Budget einer Serie, gerade im direkten Vergleich zu einem Film wie „Transformers 4„, massiv eingeschränkt, was sich in weiterer Folge direkt in den in der obigen Aufzählung erwähnten Hochglanzaufnahmen bemerkbar macht.

Andererseits sollte Charakterentwicklung in einer Serie einen besonders hohen Stellenwert haben, denn wenn mir die Charaktere egal sind, funktioniert das Konzept nicht. Beides war „The Last Ship“ in der ersten Hälfte der Staffel mehr oder weniger egal und ließ die Besatzung der USS Nathan James gut gelaunt gegen Al-Qaeda Gefangene, ein russisches Schiff bzw. deren Besatzung und einen ehemaligen Drogenbaron kämpfen.

Doch dann kommt die zweite Hälfte der Staffel und macht einiges besser. Die stumpfe Action wird ein Stück weit zurück gedreht, die Crew der Nathan James muss tatsächlich mit der neuen, schwierigen Situation kämpfen und einige Crewmitglieder bekommen eine Charakterzeichnung. Das Ende der ersten Staffel führt die Besatzung dann auch tatsächlich nach Hause.

Dort, so viel lässt sich bereits jetzt sagen, ist nichts mehr so wie es war. Meiner Meinung nach endet die erste Staffel zum genau richtigen Zeitpunkt und zum Glück wurde „The Last Ship“ bereits um eine zweite Staffel verlängert. Von Seiten der Schauspieler gibt es einige bekannte Gesichter, die alle mehr oder weniger ihr Ding machen.

Eric Dane (X-Men 3) als Kapitän Tom Chandler wirkt gerade zu Beginn eher steif, kämpft mit der Situation und versucht gleichzeitig das richtige zu tun. Rhona Mitra (Strike Back: Staffel 2) als Dr. Scott (ich mag ihren englischen Akzent) versucht verbissen ein Heilmittel zu finden, während Adam Baldwin (Serenity) relativ entspannt den XO gibt.

Alles in allem ist jeder, der eine Serie mit einer komplexen Handlung und vielschichtigen Charakteren sucht, hier falsch. „The Last Ship“ hat ein sehr einfaches Konzept und ist sich dessen scheinbar auch bewusst. Dadurch, und durch die Tatsache, dass man das Bay-Prinzip später ein wenig zurück fährt, funktioniert die Geschichte rund um die Besatzung der USS Nathan James überraschend gut – Staffel 2 kann kommen.

Die Serie „The Last Ship“ bekommt 7/10 das Virus in der ersten Staffel überlebende Empfehlungspunkte.


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