Transformers 4: Ära des Untergangs – Age of Extinction (Filmkritik)

Vier Jahre sind seit der Schlacht in Chicago vergangen. Die Regierung macht Jagd auf die verbleibenden Transformers, egal ob es sich nun um Autobots oder Decepticons handelt. Dabei hat man es in erster Linie auf deren Metall abgesehen und versucht daraus eigene Transformers zu bauen. Hilfe bekommt der für die Black Ops zuständige CIA Agent Attinger (Kelsey Grammar,) dabei von einem Transformers-Kopfgeldjäger namens Lockout.

Als der unter chronischer Geldnot leidende Erfinder Cade Yeager (Mark Wahlberg) einen alten Truck kauft um ihn auszuschlachten, kann er seinen Augen kaum trauen. Bei dem vermeintlichen Wrack handelt es sich um niemand geringeren als um den Anführer der Autobots – Optimus Prime. Als kurze Zeit später die Regierung vor der Haustür steht beschließt Yeager, gemeinsam mit seiner Tochter Tessa (Nicola Peltz) und ihrem Freund Shane Dyson (Jack Reynor), den Autobots zu helfen.

Transformers 4 Age of Extinction Optimus Prime rides Grimlock Film

Hier also mein Betrag zum vierten Transformers-Film unter dem Thema: Dialog mit dem Kind in mir!

Nach dem enormen finanziellen Erfolg von „Transformers: Dark of the Moon„, der die schon beinahe unglaubliche Summe von über 1,1 Milliarden Dollar eingespielt hat, war eigentlich klar, dass noch ein vierter Teil folgen sollte. Regie führt wie immer, wenn es um sich transformierende Riesenroboter geht, Michael Bay (Pain & Gain), wobei bösen Gerüchten zufolge eine LKW-Ladung mit Hundert-Dollarscheinen seine Mitarbeit gesichert haben soll.

Geil! Endlich ein neuer Transformers-Film! Weist warum ich diese Filme so mag? Da gibt es immer ein Mädl mit einem geilen Fahrgestell *zwinker* und noch geilere Action – entweder mit Transformers oder dem Militär! Ich steh auf sowas.

Gut, auch wenn Bay etwas beratungsresistent zu sein scheint, und der finanzielle Erfolg gibt ihm ja recht, so scheint er sich zumindest etwas zu Herzen genommen zu haben. Die wenigsten, und noch weniger außerhalb der großartigen USA, wollen ausgedehnte Szenen mit amerikanischer Kriegsmaschinerie sehen, wenn dafür die dem Film ihren Namen spendenden Transformers zu kurz kommen.

Aus diesem Grund spielt das Militär hier keine Rolle mehr und wurde in deutlich reduziertem Ausmaß mit einem CIA-Einsatztrupp ersetzt. Leider müssen wir deswegen auch auf Josh Duhamel (Fire with Fire) und Tyrese Gibson (Furious 6) verzichten und auch sonst ist keiner dabei, der bei den Vorteilen mitgespielt hat oder wird auch nur erwähnt.

Nicht mal Shia Labeouf (The Necessary Death of Charlie Countryman)? Ich finde ja dass der Typ als Sam Witwicky voll genervt hat, aber willst mir jetzt sagen, dass auch Bumblebee nicht mit dabei ist?

Doch, der ist interessanterweise wieder mit von der Partie. Wenn man bedenkt wie eng die beiden bisher befreundet waren, ist das doch irgendwie eigenartig. Aber nicht nur das: Während im ersten Transformers-Film der Allspark maßgeblich an der Entstehung der Transformers beteiligt war, stellt sich jetzt heraus, dass man dazu „nur“ ein seltenes Metall namens „Transformium“ zu deren Herstellung benötigt. Damit verabschiedet sich die „Ära des Untergangs“ zum Teil von Dingen, die in den Vorteilen nicht nur „einfach so“ passiert sind, sondern auch wichtig waren.

Du bist vielleicht gut. Als nächstes machst mir noch weis, dass du die Vorteile wegen der Handlung angeschaut hast?

Natürlich sieht man sich den Film wegen der Transformers an. Dennoch fand ich es schön, wie sie hier von den Schauspielern begleitet wurden. Mark Wahlberg (Lone Survivor) als Cade Yeager wird etwas schräg eingeführt, passt aber toll, um dem Film ein menschliches Gesicht zu verpassen und der regelmäßige Schlagabtausch mit dem Freund (gespielt von Jack Reynor) seiner Tochter Tessa, ist toll.

Nicola Peltz (The Last Airbender) als Tessa bekommt die übliche Behandlung der Marke Bay und sieht in erster Linie heiß aus (wobei man teilweise das Gefühl hat, ihr Stylist würde permanent hinter ihr stehen). Der einzige, der dann nicht nur eine Menge Spaß bei der Arbeit hatte, sondern auch so etwas wie eine Charakterentwicklung, ist Stanley Tucci (Jack the Giant Slayer).

Charakter-was? Hallo? Bei einem Transformers-Film will ich Action sehen, ich will dass Dinge möglichst spektakulär und in Slow-Motion in die Luft fliegen und zwar IMMER!

Dann bist du hier richtig! Während die letzten Teile bereits das Gefühl vermittelt haben, Bay hätte hier möglicherweise nur einen Trailer in Spielfilmlänge produziert, in dem er einfach alles Mögliche möglichst spektakulär in die Luft jagt, geht er hier noch einen Schritt weiter. Der Film hat eine Laufzeit von 165 Minuten und lässt es über zwei Stunden ohne Pause krachen.

Hier gibt es keine Unterbrechung der Action die länger als ein bis zwei Minuten dauert und das ist dann doch etwas anstrengend. Aber der Film beglückt den Zuschauer nicht nur mit scheinbar nicht enden wollender Action, sondern auch mit gleich mehreren Showdowns am Ende. Ich für meinen Teil habe mir schon lange nicht mehr so dringend eine Pause während eines Filmes gewünscht.

Ich kenn mich nicht aus? Willst mir jetzt sagen der Bay kanns hier nicht?

Das nicht. Wenn der Film etwas vermittelt, dann sind das zwei Dinge: Erstens scheint Bay hier noch ein Stück weit mehr sein Ding zu machen und bekommt dafür auch die benötigten kreativen Freiheiten. Zweitens hat er das Prinzip der Transformers-Film-Serie scheinbar bereits derartig verinnerlicht, dass er scheinbar mühelos eine Fortsetzung raushaut, die knappe drei Stunden lang ist.

Nachdem allen Beteiligten scheinbar klar war, das auch die „Ära des Untergangs“ ein finanzieller Erfolg sein würde (momentan hat der Film immerhin 754 Millionen Dollar eingespielt und ist bereits jetzt einer der erfolgreichsten Filme des Jahres), hat man hier auch eine Geschichte angefangen, die sich über mehrere Teile erstrecken wird – immerhin ist derzeit von einer zweiten Trilogie die Rede.

Alles in allem ist „Transformers 4: Ära des Untergangs“ eine würdige Fortsetzung, die in erster Linie auf die Kernqualitäten der Vorteile setzt. Das PG-13 Rating steht gleichzeitig für das Alter der Zielgruppe. Denn wie bei den Vorteilen hat Bay hier einen Film für Kinder (sowohl große als auch kleine) gemacht, die seine Werke in regelmäßigen Abständen zu genießen wissen.

Seh ich auch so! Ich mach mich dann mal vom Acker! Wir sehen uns dann wieder wenn der fünfte läuft – in zwei Jahren oder so – der dann auf dem Planeten Hasbro spielen wird! 😉

Der Film „Transformers 4: Ära des Untergangs“ bekommt 7,5/10 explosiv actiongeladene Empfehlungspunkte.


5 Gedanken zu „Transformers 4: Ära des Untergangs – Age of Extinction (Filmkritik)

  1. Kann die Begeisterung für diese Aneinander-Reihung von Explosionen nicht wirklich nachempfinden, aber immerhin ist Michael Bay nett zu Hunden, hat tolle Haare und ist überdurchschnittlich groß 😉

  2. Kann mich Zindy nur anschließen.
    Sogar mein Inneres Kind hat mich nach 60 Minuten gefagt, ob wir jetzt dann mal was anderes machen können, als uns eine Reihe Explosionen anzuschauen und (langweilige) Autoverfolgungsjagden. Mein Hirn war dann sogar schon so müde, dass ich beim Auftauchen der Dinobots (die ich als Kind liebte!) nur noch dachte: „Ach. Aha.“ Sicher – man erwartet sich von einem Transformers-Film nicht viel, aber eine (für so einen Film doch nette) Handlung, die ganz okay ist mit so vielen Anschlussfehler und inszenatorischen Fehlern kaputt zu machen … Schade.

    Für mich die beste Beschreibung des Films: Viel Lärm um Nichts.

    Von den Fehlern im Film (Schnitt und Regie) will ich jetzt nicht einmal anfangen. Was für ein langweilger Schrott.

    • Ich finde, dass die Action durch die Bank gut gemacht war. Allerdings kann sie halt mit fortschreitender Laufzeit immer weniger wirken, da Bay keine Pausen eingeplant hatte – das von wegen müde verstehe ich, wie gesagt ich hab mir auch so sehr wie eigentlich noch nie eine Unterbrechung (egal in welcher Form) gewünscht.

      Das mit den Fehlern kann ich nicht ganz nachvollziehen, auch wenn man vielleicht ein Stück weit merkt das die Routine eingesetzt hat. Auch bei Bay merkt man wenn er bei der Sache ist (siehe z.B. Pain & Gain: Ob das ein guter Film ist sei dahingestellt 😉 )

  3. Also, es ist so: Habe heute die Bay Aussage, die er vor kurzem in einem Interview gemacht hat – „Ich mache Filme für Teenager Jungs, soll ich mich etwa dafür schämen?“ – getestet und einen 13 jährigen befragt, wie er den Film gefunden hat. Antwort: „Eh voi geil, da war dauernd was los, darum wars nie langweilig!“
    Mein Fazit daher: Wir sind ja durch Pixar und Co gewöhnt, dass auch Filme für Kinder und Teenager ein breites, auch erwachsenes Publikum ansprechen, was man aber von einem Transformers Film sicher nicht erwarten kann.
    Am Besten erkläre ich den Film sehr individuell, da er mich an meine Kindheit erinnert. Beim Lego Spielen oder mit sonstigen Actionfiguren mit meinem damaligen besten Freund, haben wir vor dem Spielen und auch dazwischen neue Regeln aufgestellt: „Sagen wir dieser Tisch ist eine sicher Zone, wo keiner der Bösen hinkommt“ oder „sagen wir wenn unsere Helden diese Worte sprechen, dann sind sie für kurze Zeit unverwundbar“. Alles ging was Spass machte und die Regeln zuvor wurden durch die danach ausgehobelt. Gesprochen wurde wenig, immerhin ist Kampf und Action das einzige was zählte.
    Genau so hat es Bay hier gemacht, nur dass er über 200 Millionen hatte, um sich Spielzeug zu besorgen und es einzusetzen. Ich stell mir das dann so vor bei Bay: „Sagen wir Optimus Prime hat irgendwann im Film plötzlich Heilkräfte der Marke Wolverine entwickelt und Durchschüsse und Pfählungen halten ihn dann minimal bis gar nicht auf oder „sagen wir es kommt ein Raumschiff vor, dass Schiffe, Autos und Gebäudeteile aufsaugt und dann wieder wie bei einem Meteoritenschauer ausspuckt, das wäre sicher cool!“
    Weltweit der erfolgreichste Film des Jahres bis jetzt, ein Armutszeugnis für Hollywood bzw. für den Kinogänger an sich? Eine berechtigte oder übertriebene Sichtweise? Ich auf jeden Fall hab noch noch nie einen der Teile mehr als einmal gesehen, bin aber auch schon lange kein Teenager mehr und reg mich ja auch nicht drüber auf, dass Filme für geschiedene Damen über 50, mir nicht entsprechen.
    Ob ich aber gerne mit Bay als Junge gespielt hätte und wir uns auf „sagen wir“ Regeln einigen hätten können, das ist eine ganz andere Frage. Den nächsten Teil werde ich mir wohl ziemlich sicher wieder ansehen, ob der besser wird in manchen Bereichen wage ich aber angesichts der Bestätigung, die Bay hier durch das Einspiel erhalten hat, zu bezweifeln. Steigern kann er das Ganze jedenfalls nur mehr, wenn er gänzlich auf Dialoge verzichtet und auf drei Stunden seelenlose Daueraction setzt.

  4. Schön gesagt, Spidey.
    Gebe dir zum größten Teil recht – kann aber nur wiederholen, dass mich (wie du sagst), die 3-Stunden-Daueraction nicht mehr interessieren. Sieht sicher super aus (und Optimus ist und bleibt ein cooler Hund), aber mir war es bei Teil 3 gegen Ende schon zu viel und hier war es bei mir völlig vorbei. Bin halt schon ein alter Mann.

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