Lone Survivor (Filmkritik)

Während des Afghanistan-Krieges im Jahre 2005 führten die amerikanischen Streitkräfte die „Operation Red Wings“ durch, dessen Ziel die Tötung oder Gefangennahme des Taliban-Führers Ahmad Sha war. Während des Einsatzes werden die vier SEALs Marcus Luttrell (Mark Wahlberg), Michael Murphy (Taylor Kitsch), Danny Dietz (Emile Hirsch) und Matt Axelson (Ben Foster) von Ziegenhirten entdeckt. Die vier entschließen sich die Ziegenhirten laufen zu lassen und sich zurück zu ziehen. Die Hirten benachrichtigen aber umgehend die lokalen Taliban-Kämpfer und die machen wiederum den SEALs die Hölle heiß.

Lone Survivor

Der Film „Lone Survivor“ basiert auf einer wahren Geschichte. In diesem Fall ist damit gemeint auf Geschehnissen, die Marcus Luttrell in Buchform verarbeitet hat. An dieser Stelle sollte nicht nur klar sein, wie viele der vier SEALs die Geschehnisse überleben, sondern auch wer. Wer mir an dieser Stelle nicht folgen kann sei auf den Filmtitel und die Poster des Films hingewiesen. Spätestens jetzt dürfe klar sein, dass ein überraschendes Ende keines der Dinge ist, die man hier erwarten sollte.

In filmischer Form verarbeitet wurde das bereits erwähnte Buch von Peter Berg. Berg ist hier nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern hat auch das Drehbuch geschrieben. Nachdem sein letzter großer Film (mit Namen „Battleship„) finanziell nicht wirklich erfolgreich war, versucht Berg offenbar seinem Patriotismus auf andere Weise Ausdruck zu verleihen. „Lone Survivor“ ist bodenständig und (wegen seines Bezugs auf wahre Begebenheiten) hoch realistisch.

Der Film selbst beginnt mit scheinbar nicht zur Handlung gehörenden Szenen, die Marines bei ihrer Ausbildung zeigen, nimmt sich dann etwas Zeit die Charaktere vorzustellen (wobei man an dieser Stelle nicht zu viel erwarten sollte) und dann in den Plan einzuweihen. Bis die vier SEALs schließlich auf die Hirten treffen, sind immerhin fünfundvierzig Minuten vergangen. Anschließend nimmt man sich ein paar Minuten Zeit um die Spannung aufzubauen und lässt es dann beinahe durchgehend bis zum Ende Blei regnen.

Auch wenn in der ersten Hälfte des Films nicht wirklich viel passiert, ist es nie langweilig. Ein paar Sprüche hier, ein paar schräge Situationen da und das ganze gepaart mit genau so viel Hintergrundinformationen zu den wichtigsten Charakteren, dass man weiß mit wem man es hier zu tun hat. Vermutlich reicht das nicht um eine emotionale Bindung zu jemand aufzubauen, aber wenn es rund geht fiebert man zweifelsohne mit.

Habe ich bereits erwähnt, dass man hier auf Realismus setzt? Das wird dem Zuschauer spätestens dann bewusst wenn ein SEAL, der am Oberkörper getroffen wurde, langsam und offensichtlich qualvoll erstickt. Unter anderem aus diesem Grund ist der Film auch Rated-R. Die Jungs dürfen im Zuge der Geschichte eine Menge Taliban ins Jenseits schicken und beweisen hier eindrucksvoll, dass sie eine der besten militärischen Einheiten der Welt sind (einige Heldenmomente inklusive).

Was die Schauspieler betrifft hat man es sehr gut getroffen. Mark Wahlberg (2 Guns), Taylor Kitsch (Savages), Emile Hirsch (The Darkest Hour) und Ben Foster (The Mechanic) bringen etwas Eigenständiges mit und passen dennoch hervorragend in die jeweiligen Rollen. Was die Inszenierung der Geschichte betrifft muss man Peter Berg zugesehen, dass er Händchen dafür hat, auch wenn er bezüglich seines Stils hier und da Anleihen von Michael Bay (Transformers) zu nehmen scheint.

Dabei verzichtet Berg im Vergleich zu Bay auf den übermäßigen (und hier nicht passenden) Einsatz von Hochglanz und setzt dafür in Actionszenen auf eine gekonnte, verwackelte Optik. Dank in wichtigen Szenen eingestreuten Aufnahmen, die dem Zuschauer eine gewisse Übersicht verleihen, weiß man immer was im Moment passiert und ist quasi mit dabei. Der  Soundtrack passt und unterstützt meist dezent die Stimmung des Films.

Das eine oder andere kleine Problem hat „Lone Survivor“ meiner Meinung nach dennoch. So ist der Film eindeutig auf dem amerikanischen Markt ausgerichtet (oder für Fans des amerikanischen Militärs) und der Kampf gegen die Taliban wurde in Film und Fernsehen bereits etwas überstrapaziert. Kann man mit diesen Punkten gut leben und mit dem Thema etwas anfangen, ist der Film eine eindeutige Empfehlung.

Der Film „Lone Survivor“ bekommt von mir 7/10 weltweit gegen das Böse kämpfende Empfehlungspunkte.


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