Battleship (Filmkritik)

Ausgerechnet während eines internationalen Flottenmanövers landen Außerirdische in der Nähe der Hawaii-Inseln. Drei der Schiffe werden in einem von den Aliens errichteten Energiefeld gefangen und sind auf sich alleine gestellt. Eines der Schiffe wird kommandiert von dem jungen Offizier Alex Hopper (Taylor Kitsch) – der hatte bis vor kurzem noch ganz andere Probleme, wollte er doch seinen Vorgesetzten Admiral Shane (Liam Neeson) um die Hand seiner Tochter (Brooklyn Decker) bitten. Der wiederum will Hopper wegen seiner mangelnden Disziplin und seines ungebührlichen Verhaltens aus der Navy werfen.

Battleship

Ich für meinen Teil war ja lange Zeit skeptisch. Als die Meldung man habe sich entschlossen das Spiel Battleship (oder wie es bei uns heißt „Schiffe versenken“) zu verfilmen, durch alle Medien ging, dachte ich an eine verspätete Form eines Aprilscherzes. Aber die Jungs von Hasbro haben es ernst gemeint und setzten dabei auf die inneren Werte, die auch schon die Transformers groß gemacht haben.

Beim Sehen des ersten Trailers erschlich schon so Manchen das Gefühl, Michael Bay habe den vierten Teil seiner Transformers-Filmreihe vorgezogen. Die Kombination aus einer großen Effektschlacht, einer großen Prise Patriotismus und der Filmmusik von Steve Jablonsky (der auch bei den Transformers dafür zuständig war), sorgen auch klar für einen gewissen Wiedererkennungswert.

Dennoch hat es Regisseur Peter Berg irgendwie geschafft, trotz einiger Übereinstimmungen, etwas Eigenständiges zu erschaffen – und zwar die vermutlich spannendste Partie „Schiffe versenken“ seit langem. Sein Protagonist ist zu Beginn ein intelligenter, aber vor allem überheblicher Egomane, der sich erst im Zuge der Bedrohung zu einem Teamplayer entwickeln muss.

Der Feind sind ein paar Aliens mit ihren hochentwickelten Raumschiffen – und wie wurde es im Film so schön erläutert: Wenn wir Besuch aus dem All bekommen wird das wie bei der Entdeckung Amerikas – nur sind wir dieses Mal die Indianer. Nur gut dass „wir“ mit allen Wassern gewaschen sind und noch nie etwas vom so genannten „aufgeben“ gehört haben, was intelligent inszeniert wurde und zu der einen oder anderen doch überraschenden Wendung führt.

Der Film selbst verleiht seinen Figuren eine Tiefe die zum Thema passt. In diesem Zusammenhang will das heißen nicht zu tief, aber auch nicht zu seicht, was dafür sorgt, dass die Momente die beim Zusehen Schmerzen bereiten, eher gering ausfallen. Überraschend ist dabei auch die Inszenierung der Aliens. Deren Absichten sind, bis auf ein paar vage Andeutungen, eher unklar (auch wenn es vermutlich nichts Gutes sein dürfte).

Dass die Aliens in erster Linie dann angreifen wenn sie selbst angegriffen werden und Zivilisten selbst dann verschonen, wenn sie beim Spionieren überrascht werden, ist ungewohnt. Die Tatsache, dass im Zuge der Geschichte mehrere tausend Menschen ihr Leben lassen müssen wird damit auch ganz nebenbei erstklassig kaschiert. Da irgendwer die Aliens aus dem Wasser holen muss, spielt das Militär eine relativ große Rolle.

Um auf einen zu starken amerikanischen Patriotismus verzichten zu können setzt der Film im Wesentlichen auf zwei Dinge. Erstens arbeiten hier mehrere Nationen dank des internationalen Flottenmanövers zusammen und zweitens geht es um das Schicksal der gesamten Menschheit – also egal wer es tut, nur es muss gemacht werden und sei es mit Unterstützung von Veteranen und einem Kriegsinvaliden.

Taylor Kitsch (John Carter) zeigt sich als Alex Hopper wieder einmal von seiner charmanten Seite. Abgesehen von seinem großen Ego, hat er nur Unsinn im Sinn. Seine Verwandlung zum Anführer und Teamplayer ist insofern gelungen, weil sie zwar irgendwie klassisch ist, aber doch nicht dem Klischee entspricht, dass man schon hunderte Male irgendwo gesehen hat. Mit seinen flotten Sprüchen und aberwitzigen Aktionen ist Hopper dem Zuschauer außerdem auf Anhieb sympathisch.

Liam Neeson (Zorn der Titanen) gibt sich als Admiral Shane zurückhaltend, besticht aber wie immer durch seine unglaubliche Präsenz. Brooklyn Decker (Meine erfundene Frau) als Shanes Tochter Samantha wirkt zwar stellenweise etwas blass, passt aber doch irgendwie in ihre Rolle. Popsternchen Rihanna als Petty Officer Raikes feiert hier ihr Debüt, verzichtet aber darauf sich irgendwie in den Vordergrund drängen zu wollen. Auch alle Nebendarsteller machen ihre Arbeit toll, wobei ich klarerweise nicht alle erwähnen kann.

Optisch ist der Film gelinde ausgedrückt „der Wahnsinn“. Berg hatte ein Budget von 200 Millionen Dollar zur Verfügung und allem Anschein den festen Vorsatz Michael Bays letzte Effektorgie noch zu überbieten. Von den Schiffen bis zu den Aliens selbst – hier sieht man wohin das Geld geflossen ist. Hat man es als Zuschauer zur Kinokasse geschafft wird man möglicherweise überrascht sein, denn anders als bei den meisten Blockbuster der letzten Monate gibt es von „Battleship“ keine 3D-Version. Macht nichts – dann bleibt halt noch mehr Geld für stylische Vernichtungsorgien.

Mit zur passenden Stimmung trägt der Soundtrack von Steve Jablonsky bei, der einem vielleicht ein wenig bekannt vorkommt (warum nur) aber dennoch rockt was das Zeug hält. Aber nicht nur der Soundtrack erzeugt diesen „das kommt mir irgendwie bekannt vor“ Effekt (da wären z.B. die Rüstungen der Aliens, der Armageddon-Shot oder der Kirk-Moment), was aber nichts zur Sache tut, da diese Elemente zu einem runden Ganzen zusammengefügt wurden.

Schafft man es mit den richtigen Erwartungen ins Kino zu gehen, ist „Battleship“ eine klare Empfehlung. Vor allem wenn man die Transformers-Reihe mochte, kann man hier eigentlich gar nichts falsch machen.

Der Film „Battleship“ bekommt 8/10 Empfehlungspunkte.


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