Cowboys & Aliens (Filmkritik)

Jake Lonergan (Daniel Craig) wacht mitten in der Wüste auf und kann sich weder erinnern wer er ist oder wie er dahin gekommen ist, noch warum er ein hochentwickeltes Armband trägt. Schon bald stellt sich heraus, dass nicht nur der Sheriff nach ihm fahndet, sondern auch der Viehbesitzer Colonel Woodrow Dolarhyde (Harrison Ford) ein Hühnchen mit ihm zu rupfen hat. Als jedoch Aliens die Stadt angreifen und Menschen entführen, hilft man schließlich zusammen um die Gefangenen zu retten und die Aliens zu vertreiben.

Cowboys-Aliens

Dem Film Cowboys & Aliens liegt eine Thematik zu Grunde, wie man sie normalerweise nur von einem B-Movie erwarten würde. Nur handelt es sich bei dem Film um einen Blockbuster mit einem 160 Millionen Dollar Budget, der auf einem Comic basiert – aber wieso eigentlich sollten die Aliens auch immer in der Gegenwart angreifen? Inszeniert wurde die Geschichte dann von Schauspieler Jon Favreau, der mit den Iron-Man-Filmen seinen Durchbruch als Regisseur feiern konnte und der auch hier wieder hinter der Kamera steht.

Genauso wie bisher liefert er mit seinem aktuellen Schaffenswerk einen geradlinigen Film ohne größere Überraschungen ab – und das trotz der Tatsache, dass einer seiner Protagonisten an Amnesie leidet. Besondere Beachtung hat Favreau seinen Schauspielern geschenkt, die er erstklassig inszeniert. Hier konnte er allem Anschein nach auf seine Erfahrungen vor der Kamera zurückgreifen. Abgesehen davon besticht der Film durch einen angenehm langsamen Schnitt in Kombination mit einem passenden Wild-West-Soundtrack, von dem man glauben könnte, ihn schon irgendwo einmal gehört zu haben.

Eine etwas weniger erfolgreiche aber durchaus brauchbare Arbeit, haben die immerhin fünf Drehbuchautoren abgeliefert. Die haben zwanghaft versucht, so viel wie möglich in den Film einzubauen, was nicht jedem gefallen dürfte. Von daher müssen die Protagonisten auch noch, bevor sie dann auf die namensspendenden Aliens treffen, zuerst einer Diebesbande und Indianern in die Arme laufen – wobei die dann gegen Ende des Filmes noch einmal eine wichtige Rolle spielen. Dann wären da noch Lonergans Flackbacks – aber auch die sind notwendig um dem Film als Zuschauer ordentlich folgen zu können. Nichts desto trotz stört hier etwas den runden Gesamteindruck.

Wenn die Aliens gewusst hätten, dass sie auf der Erde auf James Bond und Indiana Jones treffen, wären sie vermutlich nie gekommen. Daniel Craig besticht als wortkarger Revolverheld mit Gedächtnisproblemen und flotten Sprüchen während Harrison Ford eher mürrisch und schlecht gelaunt durch den Film läuft. Auch wenn Ford schön langsam älter wird und man das auch merkt, passt diese Rolle gut zu ihm.

Olivia Wilde (Tron: Legacy) mausert sich schön langsam von einer Dr. House-Aushilfe zur Hollywood-Kinoschauspielerin und ist der weibliche Star des Filmes. Ihre Rolle der Ella Swenson hat eine besondere Hintergrundgeschichte und ist für den finalen Kampf gegen die außerirdischen Aggressoren von wichtiger Bedeutung. Wer an dieser Stelle an den üblich schnulzigen Liebesschmus denkt, sei entwarnt, denn darauf wurde zum Glück verzichtet. Sam Rockwell (Moon) gibt einen Barbesitzer zum Besten, der zu seinem Pech erst einmal das Schießen lernen muss, um seine Frau zu retten.

Optisch besticht der Film vor allem durch seine hervorragenden Effekte, seine (machmal etwas zu) coolen Dialoge und die hervorragend inszenierte Action. Das macht den Film zwar nicht zu einem Film, den man gesehen haben muss, aber zu einem Leckerbissen für zwischendurch auf jeden Fall. Auf einen wie sonst üblichen 3D-Effekt wurde zum Glück verzichtet, und es schadet dem Film keinen Moment. Empfehlenswert, nicht zuletzt wegen den beiden Hauptdarstellern, ist wie immer die englische Orginalfassung.

Alles in Allem bekommt Cowboys & Aliens von mir 8/10 Empfehlungspunkte.


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