Resistance 3 (Game Review)

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Das Entwicklerhaus Insomniac kehrt mit „Resistance 3“ zu seinen Kernkompetenzen zurück und liefert einen geschmeidig steuerbaren Shooter ab, der einige kleine Schwächen aufweist. Die Story knüpft deutlich spürbar an die vorhergegangenen Teile der Serie an. Allerdings war die Lage noch nie so zugespitzt wie jetzt. Die Menschheit befindet sich kurz vor dem Aussterben, da die Chimera mit nie dagewesener Wucht auf sie losgehen. Am Himmel hat sich – ein durchaus symbolträchtiges Bild – ein Wurmloch geöffnet, das seinen Teil zur Auslöschung der Menschheit beizutragen versucht.

Allein schon das Aussehen der Aliens macht klar, dass in „Resistance 3“ nicht lange gescherzt wird. Der dritte Teil der Serie erweist sich im Spielverlauf als der brutalste von allen. Obwohl es schon zu Beginn wie in „Terminator 2“ zugeht, nimmt die Heftigkeit während der zweiten Hälfte des Spiels deutlich zu. Der Spieler erlebt den Kampf nicht nur hautnah mit – er findet sich in der ersten Reihe wieder. Das liegt nicht nur an der Optik und am Sound (und damit an der Action) des Spiels. Es ist vor allem der gut erzählte Plot, der den Spieler ins Geschehen hinein zieht. Das Schicksal des Kämpfers Joseph Capelli, der anfangs einfach nur ein Familienvater ist, steht im Mittelpunkt der Handlung und macht das Spiel-Erlebnis zu einer emotionalen Tour de Force. Joseph will nicht kämpfen – er muss es tun, um seine Familie zu beschützen.

Was das nackte Gameplay angeht, ist das Bild bei „Resistance 3“ gespalten. Wer mit dem klassischen PS3-Controller gegen die Chimera antritt, hat ein deutlich leichteres (und befriedigenderes) Leben als mit der Move-Steuerung. Letztere weist eine gewisse Verzögerung auf und kommt nicht so ganz an die Klasse von „Killzone 3“ heran. Mit dem traditionellen Controller ist das Spiel-Gefühl deutlich präziser und schneller, was bei einem Shooter freilich ein Vorteil ist, den Spieler nur zu gerne nutzen.

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Von extrem hoher Qualität ist der grundsätzlich Umgang mit den Waffen (wie gesagt vor allem im klassischen Steuermodus). Das grandiose, „Bullseye“ genannte Maschinengewehr ist zurück, hurra! Wie auch das Abfeuern der Pistole und das Werfen der Granaten ist die Reaktion des Bullseye rasch und verlässlich. Der Wechsel der Waffen ist super-einfach, und das nicht nur zu Spielbeginn. Die Steuerelemente sind in der Basiskonfiguration sehr intelligent angeordnet und erlauben eine fast intuitive Kontrolle. Nur das Klicken der Joysticks – etwa, um zu Sprinten, – ist eine Angelegenheit, die nicht jedem gefallen dürfte.

Das Sounddesign und die Sprecher (wir begutachten wie üblich den Originalton) hätte noch weiter verfeinert werden können. Die Sounds der Waffen und das Stöhnen der getöteten Chimeras klingen ja durchaus gut. Weniger gelungen sind jedoch die Dialoge, vor allem im Spielverlauf selbst. Die Stimmen wirken so, als wären sie nicht ausreichend in die Gesamtheit des Spiels integriert. Manche Sprecher klingen „billig“ und gekünstelt. Dann stimmt wieder der Hall-Effekt auf den Stimmen nicht: Obwohl sich die Figuren in einem normalen Zimmer befinden, klingen sie, als wären sie in einer Kathedrale. Okay, wir übertreiben hier ein bisschen, aber verfeinern ließe sich das Sounddesign definitiv.

Von der ausgezeichneten Intelligenz der Gegner (= wie sich die Gegner gegenüber dem Spieler verhalten, ob sie auf sinnvolle Weise auf ihn reagieren) über die geschmeidig erzählte Story bis hin zum perfekten Umgang mit den Waffen macht „Resistance 3“ vieles richtig. Großes Lob verdient auch die Grafik, die einfach nur gut ist und ohne Lücken und Mängel zu überzeugen weiß. Leider eröffnen sich beim Sound einige kleinere Kritikpunkte, die viele Spieler aber weniger stören sollten als uns Audio-Fetischisten. Wer Shooter generell gern im Online-Modus spielt, muss wissen, dass er den (mitgelieferten) Code eingeben muss, um in die Kampf-Arenen eintreten zu können. Der Kauf eines gebrauchten Spiels ist daher nur eingeschränkt zu empfehlen. Und noch ein kritisierbares Detail: Sowohl die Updates 1.01 und 1.02 wiegen fast 700 MB. Eine schnelle Internetleitung ist hier Pflicht, sonst ist langes Warten vor dem ersten Online-Game angesagt.

Wäre da nicht zu Jahresbeginn „Killzone 3“ erschienen, wäre „Resistance 3“ für alle Shooter-Fans der größte Knaller seit langem. So, wie die Dinge liegen, gibt es noch Aufholbedarf im Camp von Insomniac. In einem Punkt ist „Resistance 3“ jedoch dem Konkurrenten überlegen: Es ist der „Halo“-Serie ein bisschen ähnlicher. Aus unserer persönlichen Sicht ist es auch das sympatischere Spiel, da die Gegner weniger Menschen-ähnlich aussehen als in „Killzone 3“.

Wir geben „Resistance 3“ 8,5 von 10 Punkten, fügen unserer Wertung jedoch einen Sympathie-Bonus hinzu. Das Spiel ist ein, äh, „netter“ Shooter…. 🙂


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