Aliens (Filmkritik)

Endlich wird sie gefunden. Ellen Ripley (Sigourney Weaver) wird aus der Rettungskapsel befreit, in welcher sie sich nach dem Ende von Teil 1 in den Tiefschlaf legte. Aber es ist viel mehr Zeit vergangen als sie dachte. So viel Zeit, dass mittlerweile der Planet, auf sie damals dem Signal auf dem Grund gingen und das Alien auf ihr Schiff eingeschleppt haben, besiedelt wurde.

Nachdem ihr niemand die Geschichte des Alien glaubt, wird sie ihrer Fluglizenz beraubt und verdient sich als Lagerarbeiterin ihre Sporen. Als dann jedoch plötzlich der Kontakt zur Kolonie abbricht, wird sie gebeten als Beraterin und „nur zur Sicherheit“ mit einer Truppe Marines nach dem Rechten zu sehen.

Es kommt wie es kommen muss – nur noch viel schlimmer. Die Marines, welche glauben, sie wären die härtestens Jungs und Mädels im bekannten Universum, müssen sich rasch damit abfinden, dass es da draußen etwas gibt, womit sie nicht gerechnet haben … und es ist leise, tödlich, intelligent und absolut nicht mehr alleine …

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Hinter dem allgemein als „bester Teil“ geltenden Alien-Film steckt das gleiche Film-Genie wie hinter den Meilensteinen „Terminator“, „Terminator 2“, „Titanic“ und zuletzt „Avatar„. Richtig – James Cameron, der „König der Welt“ hat hier das Drehbuch verfasst und auch gleich die Regie übernommen.

Was kann man zum zweiten Teil großartig sagen, außer, dass das „s“ am Ende von „Aliens“ nicht von ungefähr kommt. Die Menge an Biestern, welche hier auf die Marines losgelassen wird, scheint fast unendlich. Dazu kommt noch, dass die Biester halbwegs rasch lernen und sich auch von ein paar Geschütztürmen nicht lange aufhalten lassen. Sicher, durch die große Menge an Xenomorphs ist das einzelne Untier nicht mehr ganz so furchteinflössend, aber gegen Ende bekommen wir die Mutter aller Monster zu sehen und die mittlerweile oft referenzierte und kultige Zeile: „Get away from her, you bitch!“.

Ripley wird gekonnt großartig von Sigourney Weaver verkörpert, welche die Figur nahezu mühlos (oder zumindest wirkt es) spielt und dabei immerzu Herrin der Lage ist. Sogar in Ausnahemsituationen – und derer gibt es viele, denn die Marines und Ripley finden eine Überlebende auf dem Planeten. Newt, verkörpert von Carrie Henn, die sofort Mutterinstinkte in auslöst. Dass die Kleine noch dazu zuckersüß und absolut selbständig ist, macht die Sache noch besser. Die beiden sind ein Dreamteam und als Ripley gegen Ende nochmals zur heldenhaften Rettung von Newt durch das alienverseuchte Gelände stapft, glaubt man ihr einerseits sofort und zum anderen würde man für Newt wohl dasselbe tun.

Leider sind nicht alle Charaktere so gut geworden wie die beiden. Positiv ist auf jeden Fall noch Michael Biehn zu erwähnen, der Corporal Hicks spielt – einen der wenigen Soldaten, der nicht ein völlig überzogenes Klischee darstellt und Lance Henriksen als Android Bishop, der viel zu wenig Screentime hat, aber dennoch bleibenden Eindruck hinterlässt. Vor allem auch deshalb, da das Verhältnis zu Androiden in der Alien-Reihe ja doch ein wenig … distanziert und ambivalent ist. Paul Reiser als Mitarbeiter der Weylan-Yutani-Firma ist gewohnt schmierig und geldgeil. Ebenfalls wie es sich für einen Alien-Film gehört. Der Rest der Marines ist Kanonenfutter und obwohl ein paar der Jungs und Mädels durchaus ihre starken Momente haben, bleiben ihre Namen nicht wirklich hängen.

Der Film dauert über zwei Stunden und obwohl es der mit Abstand actionreichste Alien-Film bist dato ist (die Crossover-Filme „Aliens vs Predator“ lasse ich außen vor), wird in der ersten Stunde kein Schuss abgefeuert. Danach geht dafür umso mehr die Post ab. Außerdem tut der langsame, aber umso detailliertere Aufbau des Films der Spannung keinen Abbruch, sondern absolut im Gegenteil. Die Geschichte ist tatsächlich wirklich flott erzählt, lässt sich aber genug Zeit, um Ellen Ripley als Charakter weiterzuentwickeln und ihrer Story einen absolut glaubwürdigen Rahmen zu geben. Cameron ist einfach ein Meister seines Fachs.

Wirklich schwer beeindruckt war ich davon, dass es keine Anschlussfehler an den ersten Teil gibt. Keinen. Einzigen. Die haben sogar die gleiche Katze wieder eingebaut und ähnliche Dinge. Ich meine, der Film ist sieben Jahre nach dem ersten entstanden, aber das merkt man ihm – im positiven – nicht an. Eine unglaubliche Leistung, die für meinen Geschmack zu selten gewürdigt wurde.

Alles in allem kann man wohl getrost sagen, dass „Aliens“ die wohl beste Fortsetzung (von „Das Imperium schlägt zurück“ und „Terminator 2“ vielleicht mal abgesehen – und nein, ich finden „Der Pate II“ nicht besser als den ersten Teil) ist, die bis dato in der Filmwelt zu finden ist.

„Aliens – Die Rückkehr“ bekommt von mir 8,5 von 10 möglichen, Newt vor dem Monster unter dem Bett beschützen wollende, Punkte.

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