Oldies but Goldies: Titanic (Filmkritik)

Schatzsucher Brock Lovett (Bill Paxton) sucht das Wrack des ehemals größten Schiffs der Welt nach dem Diamant-Collier „Herz des Ozeans“ ab und dabei nimmt das Forscherteam Kontakt zur ehemaligen Besitzerin dieser wertvollen Kette auf. Sie heißt Rose Dawson-Colvert (alt: Gloria Stuart, jung: Kate Winslet) und war 1912 an Bord des luxuriösen Schiffes, als das Unglück geschah. Rose erzählt den Männern ihre Geschichte, in der sie sich auf der Jungfernfahrt in den armen Künstler Jack Dawson (Leonardo DiCaprio) verliebte….

titanic

Als „Titanic“ 1997 in unsere Kinos kam, schlug der Film ein wie eine Bombe. Der damals mit einem Budget von 200 Millionen Dollar teuerste Film der Welt zog die Massen ins Kino und sorgte so für ein Einspielergebnis von bis heute insgesamt 2,18 Milliarden, nur geschlagen von „Avatar“ (2,78 Milliarden), der ebenfalls von James Cameron gedreht wurde. Für seine Mühen wurde Cameron mit 14 Oscar-Nominierungen belohnt und ging dann letzten Endes mit 11 Oscars nach Hause, unter anderem für die beste Regie und den besten Film.

Und doch ist es nicht wirklich „cool“ Titanic gut zu finden und obwohl ich den Film damals sogar zweimal im Kino gesehen habe, hatte ich nie das Gefühl, ihn mir nochmal ansehen zu müssen. Trotzdem kam mir vor kurzem der Gedanke, dass es dieser Film eventuell doch wert sein könnte, ihn mal wieder anzusehen, denn wer hat schon einen Film den er/sie zum letzten Mal vor ca 15 Jahren das letzte Mal gesehen hat, noch korrekt im Gedächtnis?

Natürlich ist der Film damals wie heute kitschig, aber auch von atemberaubender Imposanz. Wenn man zum ersten Mal die Titanic in voller Pracht zu sehen bekommt, ist das großes Kino. Wenn Jack am Bug der Titanic steht und jubelt er sei der König der Welt, kann man gar nicht anders, als sich für den mittellosen Künstler zu freuen. Obwohl natürlich die Liebesgeschichte ein zentraler Bestandteil des Plots ist, läuft dann im Hintergrund mit der Kollision und dem Untergang des Luxusschiffes ein waschechtes Action-Drama ab.

Zum 100. Jahrestag des Untergangs der Titanic wurde der Film dann unter den strengen Augen des Regisseurs in 3D konvertiert und erneut erfolgreich in die Kinos gebracht. Rein optisch ist der Film ein wahrer Augenschmaus und das hat auch seinen Grund. Cameron ließ die Titanic leicht verkleinert detailgetreu nachbauen und das hat sich auch gelohnt. Für die Bilder vom Wrack der Titanic startete Cameron im Jahr 1995 eine Reihe von Tauchgängen und tatsächlich sorgen diese Bilder für eine ganz besondere Stimmung.

Diese besonders eindrucksvollen Aufnahmen, die Teil der Handlung der Gegenwart sind, geben dem Film eine zusätzliche thematische und emotionale Dimension. Wenn die Tauchroboter in das Innere des Schiffs vordringen, dann kann man die Überreste der Einrichtung sehen, die wie Zeugen einer buchstäblich versunkenen, längst vergessenen Vergangenheit fungieren, die Cameron mit einigen kunstvollen Überblendungen auferstehen lässt.

Dass der Film von der „alten“ Rose erzählt wird ist ein gelungener Schachzug und am Ende laufen dann alle Handlungsstränge zusammen und erst durch die Erzählung der gealterten, aber noch immer sichtlich bewegten Rose, wird aus der Liebesschmonzette ein wahres Epos, dass um James Cameron zu zitieren, wahrlich „Romeo und Julia“ an Bord eines Schiffes ist.

Kate Winslett (Divergent) hatte durch diese Rolle ihren Durchbruch und musste dafür aber auch ordentlich schuften, denn stundenlang im kalten Wasser zu stehen fand sie nicht so lustig und meinte danach, nie wieder mit dem cholerischen James Cameron arbeiten zu wollen, es sei denn sie bekäme richtig viel Zaster dafür. Winslett gibt Rose viele verschiedene Seiten und eine jede ist glaubwürdig: sei es die Schüchterne, die Verzweifelte, die Offene und Lebenslustige, oder die verwöhnte Göre.

Leonardo DiCaprio (The Wolf of Wall Street) wollte diese legendäre Rolle anfangs gar nicht, weil ihm die Rolle des Tunichtguts Jack – ein Mann ohne viel Ecken und Kanten – nicht anspruchsvoll genug war. Doch hier ließ der erst 22-jährige seinem Charme freien Lauf und man kann verstehen, warum sich Rose in den charismatischen Künstler verliebte.

Der Soundtrack ist wunderschön, wenngleich ich Celine Dions „My heart will go on“ absolut nicht mehr hören kann, wenngleich man sich hier bei den Bewerbern von diversen Casting-Shows bedanken kann, die meinen, dieses Song verschandeln zu müssen.

Fazit: Ein toller Film, der eine gelungene Mischung aus Romance und Thrill und Action ist und neben der nicht wahren Geschichte von Jack und Rose die wahre Geschichte der Titanic erzählt.

Dieser Film bekommt von mir 8,5/10 unsinkbare Empfehlungspunkte.


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