Dr. Cabbie (Filmkritik)

Nachdem Dr. Deepak Veer Chopra (Vinay Virmani) sein Medizinstudium in Indien abgeschlossen hat, beschließt er nach Kanada zu ziehen. Da man ihm dort verweigert seiner Profession nachzugehen, nimmt er mit der Hilfe seines neuen Freundes Tony (Kunal Nayyar) einen Job als Taxifahrer an. Doch der gute Doktor kann es nicht lassen und beginnt Patienten in seinem Taxi zu behandeln.

Dr Cabbi Film

Regie führt bei diesem Film der Kanadier Jean-François Pouliot, der obwohl er (ähnlich wie sein Hauptcharakter) kaum Erfahrung vorweisen kann, solide Arbeit leistet. Ähnliches kann man dann auch über Hauptdarsteller Vinay Virmani sagen, der zudem am Drehbuch beteiligt war und sich die scheinbar perfekte Rolle selbst auf den Leib geschrieben hat.

Wenn man seinem Dr. Chopra dann etwas vorwerfen kann, dann dass er zu liebenswürdig ist – ein Umstand, der sich so ähnlich dann auf den gesamten Film übertragen lässt. Der Typ ist einfach so nett, dass ihm einfach nichts Böses passieren kann, weil es schlichtweg nicht zum Ton des Films passen würde. Das macht „Dr. Cabbie“ dann nicht nur über alle Maßen harmlos, sondern auch ein Stück weit belanglos.

Nachdem Dr. Chopra also seinen Abschluss in Medizin gemacht hat, reist er mit seiner Mutter nach Kanada, um dort zu praktizieren. Dort angekommen muss er aber feststellen, dass sein neues zu Hause zwar unter einem ausgeprägten Ärztemangel leidet, aber dennoch niemand bereit ist, ihn einzustellen. Nachdem die Arbeit im Restaurant seines Onkels nichts für ihn ist (was eher an der Arbeit und weniger an der Bereitschaft zu arbeiten liegt), sucht er sich etwas anderes.

Im Zuge der weiteren Geschichte lernt er dann Tony (Kunal Nayyar) kennen, der ihm den Job als Taxifahrer vermittelt. Kunal Nayyar kennt man aus „The Big Bang Theory“, in der er den Astrophysiker Raj Koothrappali zum Besten gibt. Als ich das Poster von Dr. Cabbie zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich mir sinngemäß „Wie originell, der Typ der normalerweise einen Doktor in einer Serie spielt, spielt hier einen anderen Doktor in einem Film?“.

Doch weit gefehlt. Als Tony legt Kunal Nayyar seine Rolle so anders als möglich an, im Vergleich zu der, an die man sonst von ihm gewohnt ist. Tony ist ein Lebemensch mit Dreitagesbart und irgendwie hatte ich das Gefühl Nayyar hätte es genossen, für diese Rolle nicht immer perfekt gepflegt/gestylt sein zu müssen (ganz im Gegenteil wirkt Tony als wäre die letzte Dusche schon eine Weile her).

Als Dr. Chopra später das Kind von Natalie (Adrianne Palicki) in seinem Taxi zur Welt bringt, wird er nicht nur berühmt, sondern schließt auch direkt mit ihr Freundschaft. Palicki (Agents of S.H.I.E.L.D.) war neben der Tatsache, dass ich wieder einmal Lust auf eine Komödie hatte, der Grund mir diesen Film anzusehen.

Neben den offensichtlichen optischen Qualitäten besticht die gute Frau vor allem durch eine unglaubliche Ausstrahlung. Auch wenn sie im Film als alleinerziehende Mutter eine relativ ernste Rolle über hat, besticht sie in dieser durch einen relativ trockenen Humor und eine Liebenswürdigkeit die, anders als die ihres Filmpartners Virmani, nicht völlig übertrieben ist.

Das Leben wäre einfach und schön, wenn Natalies Ex-Freund Colin (Chris Diamantopoulos – The Art of Steal) nicht ein arrogantes A-Loch mit politischen Ambitionen wäre. Der will als Familienmensch in den Medien wahrgenommen werden und dementsprechend ist ihm Dr. Chopra ein Dorn im Auge. Als der gute Doktor eine junge Frau vor dem Selbstmord bewahrt (sie will sich von der Brücke stürzen, weil sie vom falschen Mann schwanger ist) und ihr zudem ein Medikament mit nach Hause gibt, wird es dann kurz spannend.

Die junge Frau nimmt die ganze Dose mit den Tabletten. An dieser Stelle ahnt man bereits böses, doch das Medikament stellt sich als relativ harmloses Antidepressivum heraus. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Dr. Chopra auf seiner eigenen Geburtstagsfeier festgenommen wird. Colin engagiert einen fähigen Ankläger, der dafür sorgen soll, dass der Doktor des Landes verwiesen wird.

Natalie vertritt Dr. Chopra vor Gericht und rettet durch eine gefinkelte Aktion, die (Achtung Sarkasmus) kaum an Originalität zu überbieten ist, im letzten Moment die Lage. Und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Alles in Allem ist „Dr. Cabbie“ die Sorte Film, der durchaus unterhaltsam ist. Das ist dann aber leider auch schon wieder alles, denn mehr kann/will der Film auch nicht sein. Das Wort „harmlos“ kommt mir da schon wieder in den Sinn. Dass an dieser Stelle indische Klischees verwurstet werden, kann man dem Film daher nicht übel nehmen und sorgt sogar für einen Teil des Unterhaltungswertes.

Der Film „Dr. Cabbie“ bekommt 6/10 auch Hausbesuche machende Empfehlungspunkte.


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