Ich und mein Ding – Bad Johnson (Filmkritik)

Eigentlich ist Rich Johnson (Cam Gigandet) ein netter Kerl, er hat aber ein Problem: seinen Penis. Trotz bester Absichten hat er gerade wieder einmal seine aktuelle Freundin Jamie (Jamie Chung) betrogen, die ihn auch sofort vor die Tür setzt. Als sich Rich wünscht sein Penis solle ihn in Ruhe lassen, trennt sich dieser auf mysteriöse Art und Weise vom restlichem Körper und nimmt menschliche Form (Nick Thune) an.

Bad Johnson

Regie bei diesem Film führt der eher unbekannte Huck Botko und verfilmt dabei das Drehbuch, des ebenfalls eher unbekannten Jeff Tetreault. So weit hergeholt die Geschichte von „Bad Johnson“ auch zu sein scheint, so scheint sie auch einen realen Hintergrund zu haben. Denn welcher Mann kennt das Gefühl nicht, dass es schwierig ist zu denken, weil das Blut anscheinend ein Stück weiter unten gebraucht wird.

Man lernt also zu Beginn Rich kennen, der gerade wieder seine aktuelle Beziehung torpediert, indem er mit der Schwester seiner aktuellen Freundin schläft. Kurze Zeit später begegnet er in einer Bar einer anderen Ex, die sein bestes Stück für sechs Wochen (vom Doktor angeordnet) außer Gefecht setzt. In dieser Zeit lernt Rich dann Jamie kennen.

Doch kaum ist die „Schonzeit“ vorbei bietet sich schon die nächste Gelegenheit und Jamie verabschiedet Rich mit einem Fleischerbeil. Als dieser dann auch noch eine Webseite findet, auf der seine ehemaligen Liebschaften unnette Dinge über ihn sagen, wünscht er sich eigentlich ganz nebenbei, sein bestes Stück würde ihn in Ruhe lassen.

Als er beim nächsten morgendlichen Toilettengang ins Leere greift, ergreift Rich erst einmal die Panik. Dass ihn sein Penis dann zu Hause anruft und abgeholt werden will, macht die Sache auch nicht gerade besser. Was unanständig und lustig bzw. unanständig lustig klingt wäre ist eigentlich belanglos, würden nicht immer wieder lustig schräge Momente für die Erheiterung des Zuschauers sorgen.

Was an dieser Stelle definitiv hilft, ist die Tatsache dass Rich’s Penis wohl so etwas wie der Antichrist ist. Er lügt, manipuliert und verarscht für sein Leben gern, vögelt auch selbstständig ständig in der Gegend herum und macht Rich sein Leben zur Hölle. Nachdem sich der von seinem besten Stück verabschiedet hat (er setzt seinen Mensch gewordenen Penis vor die Tür), hat er dann die Gelegenheit eine Frau richtig kennen zu lernen.

Eigentlich hatte ich gehofft endlich wieder einmal mehr von Jamie Chung (Sucker Punch) zu sehen, die ist jedoch nur in einer relativ kurzen Nebenrolle zu sehen. Stattdessen lernt Rich in seiner Funktion als Fitnesstrainer Lindsay (Katherine Cunningham – Jupiter Ascending) kennen. Obwohl Rich zu diesem Zeitpunkt versucht seinen Frust mit Alkohol zu bekämpfen, kommen die beiden einander näher.

Man merkt an dieser Stelle, dass ein Mann das Drehbuch geschrieben hat. Lindsay ist liebenswürdig und hat auch die Ansätze einer starken Frau, wird jedoch leider gegen Ende zur Frau in Not degradiert. Cam Gigandet (Pandorum) als Rich funktioniert gut und spielt die verschiedenen Fassetten seiner Rolle glaubwürdig.

Jede Menge Spaß hatte offenbar Nick Thune als Rich’s Penis (oder kurz RP). Im Lauf der Geschichte wird dann auch klar, warum Rich dermaßen große Probleme mit der holden Weiblichkeit hat. Dann gibt es da noch Kevin Miller als Josh, der als Kumpel von Rick diesem in dieser schweren Zeit zur Seite steht.

Alles in allem ist „Bad Johnson“ ein Film, der doch einiges seines Potentials verschenkt – aber nicht alles. Der Protagonist ist sympathisch, sein bestes Stück ein Arschloch und der potentielle Love-Interest liebenswert. Was jedoch bleibt, ist das Gefühl, dass man noch eine Spur mehr daraus machen hätte können.

Und was haben wir dieses Mal gelernt? Einem wild gewordenen Penis kommt man am Besten mit einem Mittel gegen Erektionsstörungen bei.

Der Film „Bad Johnson“ bekommt 6/10 mit dem Schwanz wedelnde Empfehlungspunkte.

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