Nicht mein Tag (Filmkritik)

Früher war Till Reiners (Axel Stein) Rockmusiker. Die Zeit ist jedoch vorbei und jetzt lebt er sein eintöniges Leben, geht seiner langweiligen Arbeit in einer Bank nach und auch die Beziehung mit Ehefrau Miriam (Anna Maria Mühe), die versucht sich als Designerin zu verwirklichen, ist nicht mehr das was es einmal war. Doch das alles soll sich ändern als Nappo (Moritz Bleibtreu) Tills Bankfiliale betritt, weil er Geld für sein Traumauto, einen Ford Mustang, braucht.

Nicht mein Tag

Was soll ich sagen – ich bin ein Fan des deutschen sowie österreichischen Films. Leider sind wirklich gute Filme in diesem Zusammenhang vergleichsweise selten. Selbst wenn einmal einer in die Kinos kommt besteht immer noch die Gefahr, dass er, zwischen den anderen Blockbuster die in Hollywood entstanden sind, unter geht.

Von diesem Film wusste ich genau, dass es ihn gibt und habe ihn nur deswegen gesehen, weil ich den Streaming Service von Amazon testen wollte. Ich hatte, entsprechend meiner Vorkenntnisse, keine großen Erwartungen und war entsprechend positiv überrascht. Der Film „Nicht mein Tag“ kann nicht nur als deutscher Film überzeugen, sondern ist auch als Komödie das, was er sein soll – und zwar verdammt lustig.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman des deutschen Autors Ralf Husmann. Regisseur an dieser Stelle ist Peter Thorwarth, der an unzähligen Projekten wahlweise als Regisseur, Drehbuchautor oder Schauspieler mitgearbeitet hat. Bei „Nicht mein Tag“ war Thorwarth entsprechend an der Adaption des Drehbuchs beteiligt.

Er schafft es hier eine schräge und über alle Maßen unterhaltsame Geschichte zu erzählen. Dabei hat man zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es würde sich, wie es bei anderen Filmen oft der Fall ist, hierbei um die Verfilmung eines Buches handeln. Der Film greift zuerst vor und zeigt dem Zuschauer wo Till Reiners, eigentlich ein unauffälliger aber netter Typ, am Ende landen wird.

Nur zweiundsiebzig Stunden vorher ist Till ein frustrierter Bankangestellter mit langweiligem Leben. Er flirtet mit der gutaussehenden Kollegin und macht einen großen Bogen um Alkohol (wobei das, wie man später herausfindet, einen guten Grund hat). Er muss ein Kreditansuchen von Nappo, einem Kleinkriminellen der sich sein Traumauto kaufen will, ablehnen, woraufhin der kurze Zeit später die Bank überfällt und Till als Geisel nimmt.

Durch eine Kombination aus Zufall, schlechtem Timing und Pech wird die Geschichte ab diesem Zeitpunkt immer und immer schräger. Dennoch ist sie äußerst gelungen und wirkt nie so, als würden gewisse Dinge ausschließlich deshalb passieren, weil sie in einem (Dreh)Buch stehen. Dazu passt dann auch die Art des Humors.

Der besticht durch ein vergleichsweise hohes Niveau, ein noch besseres Timing und jede Menge Kreativität. Ein konkretes Beispiel: Till ist nach einem Konzertbesuch völlig betrunken, baut mit einem gestohlenen Polizeiauto vor der gemeinsamen Unterkunft einen Unfall und verbrennt dabei eine größere Menge gestohlenen Geldes.

Nappo, dessen Freundin und Till flüchten mit Nappos Mustang vor der Polizei, wobei Till übel wird. Damit er nicht die Rückbank vollkotzt zerschießt Nappo die Heckscheibe. Till übergibt sich in weiterer Folge mehr oder weniger auf das verfolgende Polizeiauto, das dann einen Unfall baut. Einfach Köstlich! Doch was wäre der Film ohne gute Schauspieler?

Axel Stein (Mord ist mein Geschäft, Liebling) kann als Till Reiners überzeugen. Seine Geschichte vom frustrierten Spießer, der immer weiter abstürzt ist sehr gelungen und, zumindest für den Zuschauer, äußerst unterhaltsam. Moritz Bleibtreu (World War Z) spielt den Kleinkriminellen Kappo nicht nur gewohnt gut, sondern dürfte hier auch offensichtlich seinen Spaß gehabt haben.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptcharakteren stimmt und die Art und Weise wie sich deren Beziehung im Laufe der Geschichte entwickelt, ist für den Zuschauer gut nachvollziehbar.

Alles in allem ist „Nicht mein Tag“ eine deutsche Vorzeigekomödie, die sich so gut wie keine Schnitzer leistet. Die Geschichte ist lustig, die Schauspieler gut und die Umsetzung gelungen.

Der Film „Nicht mein Tag“ bekommt daher 8/10 das Leben verändernde Empfehlungspunkte.

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