Charlie und die Schokoladenfabrik – Charlie and the Chocolate Factory (Filmkritik)

Charlie (Freddie Highmore) und seine Familie sind bitterarm. Charlies Geburtstagsgeschenk ist dieses Jahr eine Tafel Willy Wonka (Johnny Depp) Schokolade. Doch dieses Jahr ist es ein noch besseres Geschenk, da in den Tafeln dieser Schokoladen-Marke 5 Eintrittskarten für die Fabrik Willy Wonkas versteckt sind. Als Charlie eine dieser goldenen Eintrittskarten findet, kann er sein Glück kaum fassen. Gemeinsam mit seinem Großvater und vier anderen Kindern samt Begleiter, macht er sich auf den Weg – alle sind gespannt auf den Preis, der den Gewinner erwarten soll.

Charlie and the Chocolate Factory

„Charlie and the Chocolate Factory“ ist ein typischer Film von Tim Burton (Alice in Wonderland), der es schafft seinen Filmen immer wieder eine eigene Note zu geben und ihnen somit seinen Stempel aufzudrücken. Hier heißt das, dass alles quietschbunt und einfach nur schräg daher kommt. Ich habe die vor allem in englischsprachigen Raum sehr bekannte Romanvorlage von Roald Dahl nicht gelesen, daher kann ich den Film nur als eigenständiges Werk bewerten.

Die Optik ist natürlich allererste Sahne, denn hier hat sich Tim Burton wieder mal ausgetobt. Schokoladenflüsse, Zuckerstreuer die es schneien lassen, ein gläserner Lift, Eichhörnchen die Nüsse sortieren, oder einfach nur die Pflanzen, die zur Gänze aus diversen Süßigkeiten bestehen und zum Anbeißen aussehen. Produktions-Designer Alex McDowell (Watchmen) schuf hier ein wahres Schlaraffenland, bei dessen Anblick einem das Wasser im Mund zusammenläuft.

Die Geschichte hat ein bisschen was von Cinderella. Eine arme Person schafft es, entgegen vieler Neider zum Happy End. Wenn der Film am Anfang Charlie und seine Familie zeigt, bekommt man vor lauter Mitgefühl fast einen Kloß im Hals. Als Charlie dann eine Eintrittskarte findet, denkt man sich, dass das Schicksal endlich den richtigen erwischt und ihn damit belohnt hat.

Als ein Kind nach dem anderen an den eigenen Schwächen scheitert, freut man sich. Nur Charlie, der dank seiner Herkunft und guten Erziehung unverdorben ist, bleibt über.

Der Film kam zu einer Zeit ins Kino (2005), bei der man nicht gleich mit den Augen rollte, wenn Johnny Depp (Transcendence) schon wieder wie ein Verrückter hin und her hopste und gestikulierte – sprich sich zum Affen machte. Hier passt seine Performance zu dem wunderlichen Charakter, ohne unangenehm aufzufallen und er fügt sich daher gut in das kunterbunte Schlaraffenland.

Der Schauspieler Deep Roy hatte unerwarteter Weise die wohl schwierigste Rolle des ganzen Films, die aller Oompa Loompas. Dafür wurde er nicht nur virtuell auf 75 Zentimeter verkleinert (das war allerdings nicht der schwere Part), nebenbei musste er monatelang an den Choreographien feilen (sehr oft waren ja mehrere der kleinen Kerlchen gleichzeitig im Bild), um jedem Oompa Loompa seine ganz eigene Mimik und Gestik zu geben. Wenn die Kerlchen dann tanzen und dazu ihre frechen, ins Ohr gehende Lieder singen, kommt man aus dem Grinsen kaum mehr heraus.

Freddie Highmore (Die Geheimnisse der Spiderwicks), der bereits bei dem Drama „Wenn Träume fliegen lernen“ gemeinsam mit Depp vor der Kamera stand, macht seine Sache sehr gut. Mit seinen großen Augen, seinem noch größerem Herz und einer gehörigen Prise Naivität, erobert er die Herzen der Zuschauer und somit auch meines.

Seine Konkurrenten sind allesamt wandelnde Vorurteile: die verzogene hohle Nuss (Julia Winder), der Gamer (Jordan Fry), der Vielfraß (Philip Wiegratz) und die egozentrische Kaugummi-Kauerin (AnnaSophia Robb). Alle Rollen wurden wirklich gut besetzt und AnnaSophia Robb hat den Durchbruch geschafft und hatte sogar schon die Hauptrolle in der Serie „The Carrie Diaries

Noch ein Zitat, dass auch eine Lebensweisheit ist: Schlagsahne muss geschlagen werden, sonst wäre Schlagsahne ja nicht das schlagkräftige Wort!! Hätte man sich ja eigentlich denken können!

Die Film bekommt von mir 7/10 unglaublich leckere Empfehlungspunkte.


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