The Carrie Diaries (Serienkritik)

1984 – die 16-jährige Carrie (AnnaSophia Robb) träumt davon, in New York erfolgreich zu werden. Doch noch ist sie eine unsichere High School-Schülerin, die nach dem Tod ihrer Mutter, neben ihrem Vater Tom (Matt Letscher) zusätzlich auch noch für ihre jüngere Schwester Dorrit (Stefania Owen) verantwortlich ist. Für Rückhalt und Ablenkung sorgen ihre Freunde Maggie (Ellen Wong), Mouse (Katie Findlay) und Walt Brendan Dooling. Als zu Beginn des Schuljahres Mädchenschwarm Sebastian Kydd (Austin Butler) auf ihre Schule wechselt, kommt Carrie schon mal ins Schwärmen. Doch erst als sie mit einem Praktikum in einer Kanzlei die Chance erhält in Manhattan zu arbeiten, weiß sie, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Durch einen Zufall trifft Carrie dort auf die unkonventionelle Larissa Loughlin (Freema Agyeman), die sie in eine Welt einführt, von der Carrie nur zu träumen gewagt hatte.

The Carrie Diaries TV Show

Carrie Bradshow vor „Sex and the City“? Wohl einige Fans der Serie werden sich wohl schon einmal die Frage gestellt haben, wie es zu der epischen Love-Story zwischen Carrie und New York kam und wie Carrie zu der Carrie wurde, die wir aus der erfolgreichen HBO-Serie kennen. In „The Carrie Diaries“ lernt der Zuseher die erst 16-jährige Carrie kennen, die noch die Sorgen eines normalen Teenies hat und weit davon entfernt ist, eine berühmte Kolumnistin und Modeikone zu werden. Wer sich allerding allzu große Zusammenhänge zwischen den beiden Serien erwartet, den muss ich an dieser Stelle enttäuschen.

Viel mehr als eine Hauptfigur mit dem Namen Carrie Bradshow, die konstante (und teilweise nervige) Voice-Overs liefert, haben sie nicht wirklich viel gemeinsam. „The Carrie Diaries“ ist vielmehr ein High-School-Drama, das 1984 spielt, denn immerhin läuft die Serie auf dem Jugend-Sender „The CW“, was schon andeutet, dass ein ganz anderes Publikum als bei „Sex and the City“ vor den Bildschirm gelockt werden soll. „The CW“ hat immerhin die meisten Serien, die jugendtauglich sind im Programm, unter anderem „The Vampire Diaries“, „Arrow“ und „Supernatural“, nur um einige zu erwähnen. Also kann man getrost davon ausgehen, dass „The Carrie Diaries“ wohl nie in das über weite Teile schon sehr vulgäre abgleiten wird, dass bei „Sex and the City“ teilweise schon omnipräsent war.

AnnaSophia Robb (Soul Surfer) spielt die titelgebende Carrie Bradshaw. Obwohl Robb inzwischen keine 16 mehr ist, sondern vielmehr 20, schafft sie es dennoch als Carrie eine jugendliche Leichtigkeit auf den Bildschirm zu bringen, sie gibt ihrem Charakter aber in Momenten, in denen sie über den Tod ihrer Mutter spricht, eine beeindruckende emotionale Tiefe. Es bleibt abzuwarten, wie Robb’s Carrie den Spagat zwischen Großstadtleben und High-School auf die Dauer und vor allem realistisch bewältigen wird, doch man kann wohl davon ausgehen, dass die Großstadt New York allerlei Trubel für den Teenie bereit hält.

Rund um Robb tummeln sich einige Charaktere, die teilweise schon sehr wie typische und eher einfallslose Seriencharaktere daher kommen, wobei die besten Freunde von Bradshaw hier eine Ausnahme bilden. Mouse (Ellen Wong – „Scott Pilgrim vs. the World„) ist ein eher schüchternes Mädl, das gerade ihre ersten Erlebnisse mit einem Mann verarbeitet. Maggie Landers (Kate Findlay) ist mit Walt (Brendan Dooling) zusammen, will auch mit ihm schlafen, doch schon in der Pilot-Folge lassen die Serienmacher wenig subtil durchblicken, dass es um die Sexualität von Walt kompliziert bestellt ist und er höchstwahrscheinlich homosexuell ist. Maggie hat das Warten auf Walt satt und betrügt ihn mit einem Polizisten.

Austin Butler („Switched at Birth“) spielt Sebastian Kydd, den Neuen an Carries High-School, der jedoch sofort einen Draht zu Carrie hat und so eine Reife an den Tag legt, die so gar nicht zu seinem Auftreten passen will. Aber man lässt sich ja gerne mal überraschen. Stefania Owen („In meinem Himmel“) spielt Carries nervige Schwester Dorrit (schon der Name nervt) und Matt Letscher („Die Maske des Zorro“) spielt Carries Vater Tom, der mit seinen beiden Töchtern nach dem tragischen Tod seiner Frau ziemlich überfordert ist. Freema Agyeman („Doctor Who“) spielt die exzentrische und extrovertierte Journalistin Larissa Loughlin. Carrie lernt sie an ihrem ersten Arbeitstag kennen und wird von der Britin sofort ins Herz geschlossen. Mit ihrem breiten britischen Akzent ist es zwar ab und zu etwas anstrengend sie zu verstehen, doch die Frau ist so irre, dass sie schon wieder sympathisch ist.

Die Sets lassen den Zuseher dann so richtig in die damalige Zeit abtauchen. Mickey-Maus-Telefone, Rebus Würfel, Schulterpolster, viel Tüll und Glitzer wirken authentisch. Da wird noch mit Kassetten-Spielern und nicht mit iPods Musik gehört, Musik aus dem Radio auf Kassetten aufgenommen und Handys hatten die Größe eines Ziegelsteines. Passend dazu ein Soundtrack der unter anderem Songs wie „Girls just wanna have fun“ von Cindy Lauper beinhaltet.

Fazit: „The Carrie Diaries“ mit „Sex and the City“ zu vergleichen hat eigentlich wenig Sinn, da sich die Gemeinsamkeiten sehr im Rahmen halten und die Thematik dieser neuen Serie viel zu zahm ist. Als eigenständiges Werk betrachtet, macht „The Carrie Diaries“ (belanglosen) Spaß und schafft es locker über 40 Minuten hinweg zu unterhalten.

„The Carrie Diaries“ bekommt von mir 6,5/10 im Tagebuch verewigten Punkten.


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