Soul Surfer (Filmkritik)

Hawaii im Jahre 2003. Bethany Hamilton (AnnaSophia Robb) ist ein Teenager mit einem Traum: sie möchte unbedingt als Erwachsene Profisurferin werden. Durch die Unterstützung und das Training ihrer Eltern Tom (Dennis Quaid) und Cheri (Helen Hunt) und ihrer beiden älteren Brüder, belegt sie schon bald Topplätze bei heimischen Wettbewerben und sichert sich somit einen Startplatz bei dem für sie wichtigsten Bewerb des Jahres.

Bei einem Surftrip mit ihrer besten Freundin Alana, deren Bruder Byron und deren Vater Holt (Kevin Sorbo), taucht plötzlich aus dem Nichts ein Tigerhai auf und beißt Bethany´s linken Arm kurz unterhalb der Schulter ab. Nur durch das schnelle Handeln von Holt kommt Bethany rechtzeitig ins Krankenhaus und überlebt wie durch ein Wunder trotz ihres starken Blutverlustes. Ab diesem Zeitpunkt ist alles anders doch Bethany wurde nicht umsonst von ihrer Mutter als Meerjungfrau bezeichnet, sie gehört einfach ins Wasser, davon wird sie der Verlust ihres Armes auch nicht abhalten.

Soul Surfer Film

Dieser Film beruht auf wahren Begebenheiten um genau zu sein auf dem Leben der Profisurferin Bethany Meilani Hamilton. Nach ihrer Haiattacke verfasste sie 2004 ihre Autobiografie „Soul Surfer: A True Story of Faith“, die neben zahlreichen Interviews mit ihr als Hauptvorlage für diesen Film hergenommen wurde. Regie führte Sean McNamara, der bereits jahrelange Erfahrung durch zahlreiche Filme und Serien im Bereich der Familienfilmunterhaltung gesammelt hat und eine angenehme, spürbar routinierte Herangehensweise an dieses Projekt gehabt haben muss.

Gleich mal vorweg: „Faith“ heißt ja bekanntlich Glaube. Die wahre Bethany hat nicht nur durch die Liebe ihrer Eltern ins (Surfer)Leben zurückgefunden, sondern auch durch ihren Glauben. Dass dies bei einer Verfilmung ihres Lebens auch im Film vorkommen muss ist für mich vollkommen logisch. Dass es da aber Leute gibt, die dies als christliche Propaganda bezeichnen, hat dann schon etwas ziemlich lächerliches. Würde ich das Leben eines bekennenden Buddhisten verfilmen und dabei auf seine Lebensphilosphie völlig verzichten, dann hat man als Zuschauer Grund sich aufzuregen, aber nicht weil etwas dabei ist, was die „wahre Geschichte“ noch etwas „wahrer“ macht.

„Soul Surfer“ ist ein Wohlfühlfilm für die ganze Familie geworden. Es gibt hier keine Überraschungen oder unerwartete Wendungen zu bewundern, dafür ist das Zusammenspiel der Familie rund um Bethany so schön und natürlich, dass ich die Inszenierung nur für ihre völlige Zynismusfreiheit bewundern kann. Natürlich wird hier einiges den Feinden von Kitsch sauer aufstoßen, doch diese Menschen werden ja hoffentlich sowieso einen großen Bogen um diesen Film machen.

Neben den wunderschönen Landschaftsaufnahmen und den mitreißenden Szenen im und unter Wasser, hat mich vor allem der „mein Arm ist weg“ Effekt überzeugt. Schon der Angriff des Hais ist toll in Szene gesetzt. Alles ist ruhig, zack Haibiss, von nun an läuft alles so ab, als hätte nicht nur Bethany sondern auch der Kameramann selbst einen Schock erlitten. Mit immer wiederkehrenden verzerrten Soundeffekten, verschwommenen und mit extremen Weitwinkel gefilmten Bildern ensteht so das unmissverständliche Gefühl, dass hier ein Mensch um sein Bewusstsein und somit sein Leben kämpft. Die daraufhin wirklich häufig gezeigten Szenen der Hauptdarstellerin ohne Arm überzeugen auf der ganzen Linie und lassen keinen Zweifel daran, dass hier eine Gliedmaße fehlt.

Großartig ist Nachwuchsstar AnnaSophia Robb („Charlie und die Schokoladenfabrik“, „Die Jagd zum magischen Berg“ und demnächst als Carrie in der „Sex and the City“ Prequel Serie „The Carrie Diaries“ zu bewundern) in der Titelrolle. Vor allem wenn sie ihre pure Lebensfreude zeigt oder ihre tiefe Verzweiflung dann hat das diese gewisse Intensität, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann. Sie wird sicherlich später mal ein Star, richtig gut ist sie ja jetzt schon, sie muss im Laufe ihrer Karriere nur mehr die richtigen Rollen bekommen.

Ansonsten sind vor allem Dennis Quaid (Horsemen) und Helen Hunt erwähnenswert, die beide eine unerschütterliche Liebe für ihre Tochter ausstrahlen/leben und auch in dunklen Zeiten nie zu Einzelkämpfern werden, sondern immer den Zusammenhalt suchen. Nun muss ich fast auch noch B-Movie Kultstar Kevin Sorbo (Bitch Slap) nennen, der seine Sache richtig gut macht und somit zeigt, dass er durchaus auch ernst und überzeugend spielen kann, wenn er muss bzw. wenn man ihn lässt.

Insgesamt ist die also ein Film für die ganze Familie, der seine wunderbare Kulisse voll ausreizen kann, um eine wahre Geschichte voller Liebe und Glauben getragen von einem tollen Schauspiel-Ensamble auf die Leinwand zaubern zu können. Der Weg aus der Depression nach der Attacke ist zwar von Anfang an überschaubar, doch hat dies meiner Meinung nach auf Grund des erhaltenen Gesamtpaketes keinerlei negative Auswirkung auf dieses Erlebnis. Am Ende werde ich nun noch Bethany zitieren, mit einer immer wieder für das eigene Leben anwendbaren Aussage: „I don´t need easy, I just need possible!“

„Soul Surfer“ bekommt von mir 8/10 seinen eigenen Weg gemeinsam surfende Empfehlungspunkte.


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