Pandorum (Filmkritik)

Die beiden Astronauten Bower (Ben Foster) und Payton (Dennis Quaid) erwachen aus dem Tiefschlaf auf dem Raumschiff Elysium, ohne Erinnerung an ihre eigenen Identitäten oder an ihre Mission. Die beiden Männer sind eingesperrt in einem Raum ohne Verbindunsmöglichkeiten zur Außenwelt, sie haben daher keine Ahnung, was mit dem Rest der 60 000 Menschen unfassenden Crew passiert ist.

Bower macht sich schließlich durch einen engen Kabelschacht auf den Weg, um die dringend gesuchten Antworten zu finden. Lansgam kehren dabei auch seine Erinnerungen zurück. Bower wird sich aber noch schneller an seine Fähigkeiten erinnern müssen, denn auf dem Schiff wimmelt es nur so von Mutanten, die am Liebsten Menschenfleisch zu sich nehmen. Was immer auch die Mission der Schiffscrew war, nun zählt nur mehr das nackte Überleben.

Pandorum Film

Halloween 2009 der sechste Film und diesmal hab ich es sogar ins Kino geschafft.
Pandorum ist eine deutsch – amerikanische Coprudution des deutschen Regisseurs Christian Alvart. Sein Killerthriller „Antikörper“ aus dem Jahr 2005 hat mir aus verschiedenen Gründen gut gefallen, darum war ich speziell interessiert daran, weitere Filme von ihm zu sehen.

Pandorum wurde ja von den Kritikern mit durchwegs schlechten bis mittleren Kritiken versehen, zusätzlich hat der Film bei Kosten von 40 Millionen Dollar bis jetzt noch nicht einmal 9 Millionen weltweit wieder eingespielt. Schade also für den talentierten Regisseur und seine tollen Darsteller, Pandorum ist ein klarer Kinoflop geworden und kann höchstens noch auf DVD ein Hit werden.

Für mich ist Pandorum aber einer der best gemachten Monsterfilme überhaupt (ok, das ist nicht so schwer bei dem ganzen Schrott der so auf DVD herauskommt). Einen tieferen Sinn darin zu suchen würde ich aber nicht empfehlen, es sind zwar schon Andeutungen und Metapher vorhanden, die zum Nachdenken anregen sollen, doch vor allem will der Film eines tun: spannende Unterhaltung abliefern und das schafft er sehr gut.

Die gesamte Atmosphäre am Schiff ist wirklich verdammt dicht geraten. Die ächzenden Toneffekte des Raumschiffes und die düsteren (aber nie zu dunklen) langen Korridore, sorgen für eine angenehme Anspannung beim Betrachten. Alles auf diesem Schiff wirkt irgendwie feindlich auf die Darsteller und somit auch auf den Zuseher. Hier ist alles dreckig und gefährlich, da lauert ein Kabelsalat der dich zu verschlucken droht, dort lauert ein Schacht, der in unbekannte Tiefen hinab in den Tod führt.

Wäre das nicht schon genug, gibt es ja auch noch die hungrigen Mutanten zu bestaunen.
Deren auf Grunzlauten basierende Kommunikation ist vielleicht „etwas“ primitiv, beim Töten ihrer menschlichen Beute sind sie aber mit ihren spitzen, raubtierähnlichen Zähnen umso effektiver. Die Masken und Soundeffekte sind auch hier echt gut geraten, man möchte diesen stacheligen Kerlen als normaler Mensch lieber nicht begegnen.

Bei den Darstellern bin ich vor allem froh, dass der großartige Ben Foster mal die Hauptrolle spielen darf. Ob als vollgepiercter Verlierertyp mit grossem Herz in „The Punisher“, als irrer, nach Liebe suchender Killer in „Hostage“ oder als eiskalter Cowboy in „3:10 to Yuma“, er ist einfach immer glaubwürdig und macht immer eine gute Figur.
Selbst in kleineren Nebenrollen in eigentlich schlechten Filmen wie „30 Days of Night“ oder“ Alpha Dog“ ist er einer der wenigen Schauspieler, deren Performances man sich merkt. In Pandorum funktioniert er wie zu erwarten war auch als (nicht strahlender aber trotzdem) Held sehr gut.

Dennis Quaid, einer der Helden der 80er Jahre, ist ja in letzter Zeit wieder häufiger auf der grossen Leinwand zu sehen. Er spielt zwar oft ähnliche Rollen und hat vielleicht nicht ganz die schauspielerische Bandbreite auf Lager wie einige seiner Kollegen, er macht seine Sache aber meistens sehr gut und ist ein echt sympathisches Kerlchen.
Hier darf er am Ende des Filmes sogar wieder mal aus seinem aktuellen Rollenklischee (dass, der weisen Vaterfigur) ausbrechen .

Die einzige noch erwähnenswerte Darstellung liefert die mir bis jetzt völlig unbekannte, deutsche Schauspielerin Antje Traue ab. Sie funktioniert wirklich super als eiskalt- coole Überlebenskämpferin, sie bleibt dabei auch in jeder Sekunde glaubwürdig und kommt um einiges besser rüber, als so manche filmisch hochstilisierte, weibliche Actionheldin der letzten Zeit. Achja, Gefühle darf sie aucnoch zeigen. Hoffe, man sieht sie noch öfter in grossen Produktionen.

Mein einzig echter Kritikpunkt in Pandorum ist wieder mal der Schnitt und zwar speziell in den Kampfszenen. Ja, ich weiss das ist in und modern und gehört so, ich mag das aber weniger, wenn ich in Actionsequenzen das Gefühl habe, mich nicht auszukennen und die Hälfte verpasst zu haben. Die Kritik am dialogfreudigen Mittelteil und der angeblich schwachen Auflösung teile ich dafür aber in keiner Weise.

Das Ende wirkt für mich sogar so, als wäre hier der Grundstein für eine neue Science Fiction Saga gelegt worden, doch das schwache Einspiel wird weitere Filme innerhalb dieses Universums wohl verhindert haben. Schade, denn den Schwerpunkt Horror/Thriller hätte man in weiteren Teilen ganz leicht auch auf SciFi/Fantasy umlenken können.

Insgesamt also ein Monsterfilm im All, der mir vor allem durch seine gesamte Atmosphäre, das Setdesign und die tollen Darsteller noch länger im Gedächtnis blieb.
Wer also Genrefreund ist und keine grossartig komplexe Handlung oder blutige Splattereinlagen erwartet, der wird hier bestens unterhalten werden.

Pandorum bekommt von mir 8/10 dem Wahnsinn verfallende Empfehlungspunkte.


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